Beschreibung der Studie

Laut klinischen Leitlinien sollten Hausärzte ihren rauchenden Patienten routinemäßig eine Kurzberatung zur Rauchentwöhnung anbieten. Das traditionelle Modell der Kurzberatung basiert auf dem "5A" Modell, bei dem der Rauchstatus erfragt (ask), zum Verzicht geraten (advise), die Motivation dazu erfasst (assess), Unterstützung angeboten (assist) und Folgekontakte arrangiert werden (arrange). Das "ABC" Modell, welches bereits in manchen Ländern das 5A Modell ersetzt hat, fokussiert dagegen eher auf das Angebot der Unterstützung bei der Rauchentwöhnung unabhängig von der Motivation zum Rauchstopp. Es ist zeitsparender anzuwenden und wir vermuten, dass es deshalb auch häufiger zum Einsatz kommen würde. Vergleichsstudien gibt es dazu bisher keine. Primäres Studienziel ist es daher, die Anzahl der Rauchstoppversuche von Patienten, nach Konsultation ihrer Hausärzte, im Vergleich beider Modelle sowie gegenüber der Standardversorgung (kein Training) zu ermitteln. Dies wollen wir mit der ABC-Studie untersuchen. Dafür schließen wir ca. 30 Hausärztinnen/Hausärzte aus Nordrhein-Westfalen in die Studie ein und verteilen sie zufällig auf 3 Gruppen: Training nach Beratungsmodell ABC, Training nach Beratungsmodell 5A und Standardversorgung. Im Anschluss an das Training werden über 4 Wochen alle rauchenden Patienten (gelegentlich oder regelmäßig) eingeschlossen, die ihre Hausärztinnen/ ihren Hausarzt in diesem Zeitraum aufsuchen und auch persönlich sprechen. Das Primärergebnis der Studie (Rauchstoppversuche der Patienten) wird vier Wochen nach dem Besuch in der Hausarztpraxis mittels Fragebogen erhoben. Weitere Ergebnisse beinhalten: die Häufigkeit und Qualität der Rauchstoppempfehlungen durch den Hausarzt, Auslöser des letzten Rauchstoppversuchs (sofern durchgeführt) und ob dieser mit Therapien durchgeführt wurde, die erwiesenermaßen beim Rauchstopp helfen. Diese Ergebnisse werden zusammen mit den Raten des erfolgreichen Rauchstopps zum Zeitpunkt der Wochen 1, 4, 26 und 52 nach dem Besuch in der Praxis über Fragebögen und ein telefonisches Interview ermittelt.

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Studiendetails

Studienziel Rauchstoppversuche 1 Monat nach Konsultation, erhoben über Fragebögen
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 1200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen;Ministry for Innovation, Science and Research of the German Federal State of North Rhine-Westphalia

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Tägliches oder gelegentliches Tabakrauchen, Konsultation eines Hausarztes/ einer Hausärztin, der/ die an der Studie teilnimmt (aus Studienarm 1, 2 oder 3)

Ausschlusskriterien

  • Mangelnde Deutschkenntnisse oder Lesefähigkeit, nicht einwilligungsfähige Patienten (z.B. bei Demenz), Patienten die Hausarzt nicht persönlich konsultieren

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Laut klinischen Leitlinien sollten Hausärzte ihren rauchenden Patienten routinemäßig eine Kurzberatung zur Rauchentwöhnung anbieten. Der traditionelle Ansatz zu deren inhaltlicher Gestaltung basiert auf dem "5A" Modell, bei dem der Rauchstatus erfragt (ask), zum Verzicht geraten (advise), die Motivation dazu erfasst (assess), Unterstützung angeboten (assist) und Folgekontakte arrangiert werden (arrange). Das "ABC" Modell, welches bereits in manchen Ländern das 5A Modell ersetzt hat, fokussiert dagegen auf: Abfragen des Rauchstatus (ask), Verzichtsempfehlung (brief advice) und Unterstützungsangebot (cessation support). Das ABC kann im Vergleich zum 5A Modell einfacher, schneller und bei allen Rauchern, unabhängig von deren Motivation, angewendet werden. Vergleichsstudien dazu gibt es bisher keine. Primäres Studienziel ist es daher, die Anzahl der Rauchstoppversuche von Patienten, nach Konsultation ihrer Hausärzte, im Vergleich beider Methoden sowie gegenüber der Standardversorgung (kein Training) zu ermitteln. Durchgeführt wird eine Cluster-randomisierte Interventionsstudie in ca. 30 Hausarztpraxen in Nordrhein-Westfalen: Interventionsarm 5A, Interventionsarm ABC, Kontrollarm (Standardversorgung). Für Hausärzte beider Interventionsarme wird ein dreistündiges Training nach dem jeweiligen Beratungsmodell organisiert. Über einen anschließenden 4-wöchigen Zeitraum werden konsekutiv alle rauchenden Patienten der teilnehmenden Hausärzte eingeschlossen. Hausärzte des Kontrollarms erhalten die Schulung nach Abschluss der Studie. Einwilligung, Rauchstatus und demographische Daten der Patienten werden konsekutiv über eine Baseline-Befragung vor der Sprechstunde erhoben. Einschlusskriterien: Alter > 18 Jahre, tägliches oder gelegentliches Tabakrauchen. Das Primärergebnis (Rauchstoppversuche) wird vier Wochen nach der Konsultation mittels Fragebogen erhoben. Die Sekundärergebnisse beinhalten: Häufigkeit und Qualität der Rauchstoppempfehlungen durch den Hausarzt, Auslöser des letzten Rauchstoppversuchs (sofern durchgeführt) und ob dieser mit evidenzbasierten Therapien durchgeführt wurde sowie die Punktprävalenz-Abstinenzraten. Diese Ergebnisse werden 1, 4, 26 und 52 Wochen nach der Konsultation über Fragebögen und ein telefonisches Interview ermittelt. Ergänzend findet eine Kosten-Effektivitätsanalyse statt. Die primäre Datenanalyse soll mittels logistischer Mehrebenenanalyse durchgeführt werden. Die abhängige Variable stellt der selbstberichtete Rauchstoppversuch der Patienten (Ja vs. Nein) einen Monat nach Konsultation, die unabhängige Variable stellt die Gruppenzugehörigkeit. Das Modell wird für potentielle Confounder zur Baseline korrigiert.

Quelle

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