Beschreibung der Studie

Der neue gestufte Behandlungsansatz („stepped care“) beinhaltet ein sieben Schritte umfassendes Versorgungskonzept mit drei Interventionsstufen von zunehmender Intensität. Es umfasst die Schritte Screening, Diagnostik, Teilnahme an einem diabetesspezifischen kognitiv-behavioralen Behandlungsprogramm für subklinische Depressivität (erste Stufe), Erfolgskontrolle, Teilnahme an einer depressions-spezifischen Problemlösetherapie (zweite Stufe), Erfolgskontrolle, Einleitung einer ambulanten psychiatrischen und/ oder psychotherapeutischen Behandlung in Abstimmung mit dem Patienten (dritte Stufe). Im Rahmen der Evaluation wird das gestufte Behandlungsverfahren mit der Standard-Diabetesbehandlung im stationären Rahmen verglichen. Weitere Ziele bestehen in der Untersuchung vermuteter psychoimmunologischer Wechselwirkungen zwischen Diabetes und Depression, welche den problematischen Krankheitsverlauf depressiver Diabetespatienten möglicherweise zum Teil erklären können, und der Analyse des Verlaufs von Depressivität und emotionaler Belastung bei unbehandelten und behandelten Diabetespatienten mit den jeweiligen Einflussfaktoren.

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Studiendetails

Studienziel - Depressive Stimmung - Differenz der Scores zwischen Baseline und 12 Monats-Follow up in der Hamilton Rating Scale for Depression (HAMD);
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 260
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diabetes mellitus
  • Erhöhter Depressionnscore im ADS (> 16) oder erhöhter Diabetes Distress (PAID SCore > 40)
  • Ausreichende Beherrschung der deutschen Sprache zum Ausfüllen der Fragebogen und Teilnahme an Gruppensitzungen)
  • Schriftliches Einverständnis

Ausschlusskriterien

  • Schwere depressive Episode (F32.2/ F32.3)
  • Derzeitige psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung
  • Einnahme von Antidepressiva
  • Selbstmordabsichten
  • Bestehende psychiatrische Erkrankung .Psychose, Bipolare affektive Störung, Eßstörung, Abhängigkeitserkrankung, Persönlichkeitsstörung
  • Schwere chronische körperliche Erkrankung
  • Terminale Erkrankung
  • Bettlägrigkeit
  • Vormundschaft

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Depression-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Das Hauptziel der Studie besteht in der Entwicklung und Evaluation eines strukturierten gestuften Vorgehens bei der Behandlung von Diabetespatienten mit komorbiden depressiven Störungen oder bedeutsam erhöhter Depressivität. Dazu wurde ein sieben Schritte umfassendes Versorgungskonzept mit drei Interventionsstufen von zunehmender Intensität entwickelt. Darunter fallen je nach Indikation und Behandlungsergebnis die Schritte Screening, Diagnostik, Teilnahme an einem diabetesspezifischen kognitiv-behavioralen Behandlungsprogramm DIAMOS für subklinische Depressivität (erste Stufe), Erfolgskontrolle, Teilnahme an einer depressionsspezifischen Problemlösetherapie (kognitiv behaviorale Therapie) (zweite Stufe), Erfolgskontrolle, Einleitung einer ambulanten psychiatrische und/ oder psychotherapeutischen Behandlung und/ oder Verordnung von Antidepressiva in Abstimmung mit dem Patienten (dritte Stufe). Im Rahmen der Evaluation wird das gestufte Behandlungsverfahren mit der Standard-Diabetesbehandlung im stationären Rahmen (intensive Schulung und Beratung, differenzierte Diabetestherapie in multiprofessionellen Teams) verglichen, um die Überlegenheit spezifischer Interventionen der Depressionstherapie gegenüber unspezifischen Versorgungseffekten zu prüfen. Neben der Entwicklung eines effektiven und in der klinischen Praxis effizient einsetzbaren Versorgungsansatzes wird auch angestrebt, aufgrund der gesammelten Daten ein besseres Verständnis davon zu erlangen, welche Patienten mit welchen Behandlungsindikationen von welchen Behandlungsmaßnahmen optimal profitieren. Hier ist eine interventionsbezogene Responderanalyse geplant. Das zweite Ziel besteht in der Untersuchung vermuteter psychoimmunologischer Wechsel-wirkungen zwischen Diabetes und Depression. Es ist bekannt, dass bei Menschen mit Depressivität signifikant erhöhte Serumkonzentrationen der Inflammationsmarker CRP, IL-1, und IL-6 zu finden sind. Eine dauerhaft erhöhte Konzentration dieser und anderer inflammatorischer Marker (sog. „Low-Grade-Inflammation“) ist mit einem höheren Risiko für arteriosklerotische Erkrankungen und einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität assoziiert. Auch zeigte eine Studie mit Typ-2-Diabetespatienten signifikante Verbesserungen der Blutzuckereinstellung (HbA1c-Wert-Verbesserung um 0,5% nach 13 Wochen) infolge einer medikamentösen Drosselung der Immunaktivität. Es scheint, dass ein biologischer Mechanismus existiert, der in Kombination mit der schlechteren Diabetesselbstbehandlung den problematischen Krankheitsverlauf von depressiven Diabetikern mediiert. Daher ist es das zweite Ziel des Projekts, zu prüfen, ob eine Verbesserung des Depressionsstatus mit einer entsprechenden Veränderung der Konzentrationen inflammatorischer Marker (CRP, IL-1, IL6, IL-18, IL-1Ra, MCP-1 und Adiponectin) einhergeht. Es wird eine Verringerung der chronischen Low-Grade-Inflammation, d. h. Verringerung der Konzentrationen pro-inflammatorischer Marker, erwartet. Ein drittes Ziel des Forschungsvorhabens besteht in der Analyse des Verlaufs von Depressivität und emotionaler Belastung bei unbehandelten und behandelten Diabetespatienten sowie der Identifikation von Einflussfaktoren. Es ist bekannt, dass die Intensität von Depressionssymptomen über die Zeit zwischen subklinischer Depressivität, klinischer Depression und Remissionsphasen fluktuiert. Dies konnte auch in Bezug auf die Depressivität bei Diabetes sowie die häufig vorkommende diabetesbezogene emotionale Belastung nachgewiesen werden. Es ist jedoch bislang noch weitgehend unklar, welche Faktoren eine Remission vorhersagen können und unter welchen Bedingungen die Symptome persistieren oder eine Verschlechterung erfolgt. Die Ergebnisse einer längsschnittlichen Studie weisen allerdings darauf hin, dass eine bestehende subklinische Depressivität die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer depressiven Episode in der Folge erhöht. Vor diesem Hintergrund soll eine Analyse des Verlaufs der Depressionssymptomatik sowie diabetesbezogenen Belastung erfolgen. Diese Untersuchung soll Rückschlüsse über die Bedeutung bestehender Symptome für die Remissions- sowie Rückfallwahrscheinlichkeit ermöglichen. Es soll geprüft werden, ob durch die Behandlung der Depressionssymptome die 12-Monats-Inzidenz von depressiven Episoden im Vergleich zu unbehandelten Personen reduziert werden kann.

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