Beschreibung der Studie

Der Zweck dieser Studie ist es, die Verträglichkeit der Eröffnung der hinteren Linsenkapsel während der Operation des grauen Stars mittels Femtosekundenlaser zu untersuchen. Bei Ihnen ist bei der augenärztlichen Untersuchung ein grauer Star der Augen festgestellt worden, der zu einer Verschlechterung Ihrer Sehfähigkeit führt. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist derzeit eine Operation ihres Auges. Dabei wird die natürliche, von einer Trübung befallene Linse entfernt und eine künstliche Ersatzlinse (auch Intraokularlinse bzw. Implantat genannt) in das Auge eingesetzt. Bei etwa jedem vierten Patienten kommt es innerhalb von 5 Jahren zu einer erneuten Verschlechterung des Sehens durch eine Eintrübung der hinteren Linsenkapsel. Um dies zu verhindern, kann die hintere Kapsel bereits während der Operation händisch oder mit einem Femtosekundenlaser ausgeschnitten werden. Im Rahmen dieser Studie werden beide Augen nach der herkömmlichen Methode (Ultraschallenergie) operiert. An einem der beiden Augen wird zusätzlich die hintere Linsenkapsel mit dem Femtosekundenlaser eröffnet. Damit kann der Entwicklung eines sogenannten Nachstars, d.h. einer Eintrübung der hinteren Linsenkapsel nach Kataraktoperation mit Abnahme der Sehschärfe, vorgegriffen werden. Somit würden etwaige weitere Eingriffe für den Patienten vermeidbar. Mit der Messung der Netzhautdicke und weiterer Parameter vor und nach der Operation soll untersucht werden, wie sicher und verträglich die zusätzliche Eröffnung der Linsenhinterkapsel während der Operation des grauen Stars mit dem Femtosekundenlaser ist. Für die Studie werden Patienten beiderlei Geschlechts eingeschlossen, die älter sind als 22 Jahre.

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Studiendetails

Studienziel Netzhautdicke (zentrale Dicke, zentrales Minimum, zentrales Maximum, zentrales Volumen, Messdurchmesser 1, 3 und 6 mm) mittels optischer Kohärenztomographie (SD-OCT Spectralis, Heidelberg Engineering) zu den Zeitpunkten: Präoperativ, sowie postoperativ 1 Woche, 8 Wochen, 6 Monate
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 33
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH Augenklinik

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • visuslimitierende Linsentrübungen (Grad 1 - 4 der LOCS III-Klassifikation, Lens Opacities Classification System)
  • Kataraktabhängige Sehleistung von 0,8 oder weniger
  • Patientenalter > 22 Jahre

Ausschlusskriterien

  • aktive Entzündung oder Infektion des vorderen oder hinteren Augenabschnitts
  • Personen mit einem einzigen Auge
  • Missbildungen oder Augentumor
  • Fortgeschrittenes Glaukom
  • Pseudoexfoliationssyndrom
  • Fortgeschrittene diabetische Retinopathie
  • feuchte Makuladegeneration
  • dilatierte Pupillengröße von kleiner 6,0 mm
  • Intraoperatives Floppy Iris Syndrom (IFIS)
  • Schwangere und Stillende
  • Teilnahme an einer anderen Studie in den letzten 30 Tagen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Grauer Star-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Eine hintere Kapseltrübung ist noch immer die häufigste Langzeitkomplikation der Kataraktchirurgie. Der sogenannte Nachstar kann zu einer deutlichen Herabsetzung der Sehschärfe führen, seine Behandlung erfolgt üblicherweise durch eine Nd:YAG-Kapsulotomie, d.h., eine Ausschneidung der getrübten Hinterkapsel mittels Nd:YAG-Laser an einer speziellen Spaltlampe: Jedoch ist auch diese Behandlung mit möglichen Komplikationen behaftet, da in jedem Fall die vordere Glaskörpergrenzmembran verletzt wird. So kann es im Rahmen der Prozedur zu einer Netzhautschwellung, Netzhautablösung und Anstieg des Augeninnendrucks kommen, weiterhin ist eine Beschädigung oder Lageveränderung der Intraokularlinse möglich. Trotz unterschiedlichster Maßnahmen zur Vermeidung der Nachstarentwicklung, wie z.B. der Variation von OP-Techniken und Weiterentwicklung der Intraokularlinsendesigns, kann bislang die Ausbildung eines Nachstars verzögert, jedoch nicht gänzlich vermieden werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der kreisrunden Öffnung der Hinterkapsel bereits intraoperativ, bei der die vordere Glaskörpergrenzmembran intakt gelassen wird. Dieses Vorgehen ist jedoch manuell anspruchsvoll. Seit 2009 sind in der Augenheilkunde Femtosekundenlasersysteme im Einsatz, welche Teilschritte der Kataraktoperation vornehmen können. Das Catalys Precision Laser System (Abbott Medical Optics, Illinois, USA) ermöglicht eine kreisrunde Eröffnung der Hinterkapsel nach Implantation der Intraokularlinse und Beendigung der Operation, ohne dass noch eine Manipulation im Auge erforderlich ist. Durch die exakte Fokussierung des Lasers kann die vordere Glaskörpergrenzmembran intakt gelassen werden. Diese hintere Kapsulotomie durch den Femtosekundenlaser ist unabhängig von manuellen Fähigkeiten. Es soll die Verträglichkeit der femtosekundenlaserassistierten primären Anlage einer hinteren Kapseleröffnung prospektiv kontrolliert untersucht werden. Zu regulär stattfindenden postoperativen Kontrollen werden Standardmessungen durchgeführt. Erste Behandlungen an 150 Augen zeigten keine perioperativen Komplikationen oder Probleme, dennoch erscheint eine systematische Aufarbeitung sinnvoll.

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