Beschreibung der Studie

Störungsmodelle der Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diskutieren die Ausweitung erlernter emotionaler Reaktionen während der Traumatisierung auf Ereignisse, die nicht per se in der traumatischen Situation vorhanden sind, als ein Mechanismus, der in der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen könnte. Ferner scheint zudem die Fähigkeit, detaillierte autobiographische Erinnerungen abzurufen, vermindert zu sein. Allerdings existieren bisher keine Studien, die die Ausweitung der emotionalen Reaktion experimentell überprüfen und den Zusammenhang zum autobiographischen Erinnerungsstil untersuchen. Die Studie vergleicht aufgrund dessen Frauen, die vor ihrem 18. Lebensjahr körperlichen und sexuellen Missbrauch erlebt haben und in der Folge eine PTBS entwickelt haben mit Frauen, die in Folge keine psychopathologische Auffälligkeiten zeigen. Zudem werden beide Gruppen mit gesunden Frauen, die kein traumatisches Ereignis in ihrem Leben erlebt haben, verglichen. Im Rahmen einer 2,5 stündigen Untersuchung wird zum einen die Fähigkeit zwischen Gefahren- und Sicherheitsreizen zu unterscheiden untersucht. Ferner wird gemessen, inwieweit die erlernte Furchtreaktion sich auf perzeptuell ähnliche Stimuli ausweitet. Zudem wird die Spezifität eigener autobiographischer Erinnerungen untersucht. Patientinnen mit einer PTBS sind Teilnehmerinnen der Therapiestudie RELEASE (DRKS00005578). Sie nehmen zusammen mit zwei gesunden Vergleichsgruppen mit und ohne Traumaerfahrungen auch an der Studie EURELEASE teil (DRKS00006095).

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Experimentelle Untersuchung: einmalige Messung aller Probandinnen in der oben beschriebenen Studie. Der Zeitraum der Erhebung wird voraussichtlich bis Oktober 2016 andauern. Ferner nehmen PTBS Patientinnen im Anschluss an den RCT (DRKS00005578) erneut an den experimentellen Untersuchungen teil. Zielkriterien: 1) Stärke der Furchtkonditionierung (Diskriminierungsfähigkeit zwischen Gefahren und Sicherheitsreizen): In einem klassischen Konditionierungsparadigma wird ein Stimulus in 75% der Präsentationen von einem elektrischen Schock (US) gefolgt (Gefahrenreiz), während ein zweiter Stimulus nie mit einem US dargeboten wird (Sicherheitsreiz). Am Ende der Lernphase ist die Diskriminierungsfähigkeit zwischen Gefahr- und Sicherheitsreiz indikativ für einen erfolgreichen Furchterwerb. Als abhängige Variablen werden Erwartungsratings (Einschätzung der Höhe des Risikos, dass ein elektrischer Reiz auftritt) und der Furchtpotenzierte Blinkreflex gemessen. 2) Ausmaß der Generalisierung der erlernten Furcht auf perzeptuell ähnliche Stimuli: In einer zweiten Aufgabe werden den Teilnehmerinnen neben dem Gefahren- und Sicherheitsreiz acht weitere Stimuli gezeigt, die ein Kontinuum der Ähnlichkeit zwischen den beiden Reizen darstellen. Das Ausmaß der Furchtreaktion in Reaktion auf die Generalisierungsstimuli repräsentiert die Generalisierung. Je stärker die Reaktion auf absteigend ähnliche Reize ist, desto stärker ist die Generalisierung. Als abhängige Variablen werden Erwartungsratings (Einschätzung der Höhe des Risikos, dass ein elektrischer Reiz auftritt) und der Furchtpotenzierte Blinkreflex gemessen. 3) Spezifität autobiographischer Erinnerungen in Reaktion auf positive und negative Hinweiswörter: Den Teilnehmerinnen werden 10 Wörter (5 positive und 5 negative Wörter) nacheinander und laut vorgelesen. Die Teilnehmerinnen haben jeweils zwei Minuten Zeit bzgl. des vorgelesenen Wortes eine spezifische Erinnerung abzurufen. Eine spezifische Erinnerung wird hier definiert als eine Erinnerung, die eine konkrete Zeitangabe, einen Ort beinhaltet, sowie nicht länger als einen Tag angedauert hat.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 140
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gruppe 1: weiblich; zwischen 18 und 65 Jahre alt; erkrankt an einer Posttraumatische Belastungsstörung nach körperlichem oder sexuellem Missbrauch vor der dem 18. Lebensjahr (sexueller oder körperlicher Missbrauch muss Index-Trauma sein); 3 Kriterien einer Borderline Persönlichkeitsstörung (inklusive Kriterium 6: Affektive Instabilität).
  • Gruppe 2: weiblich; zwischen 18 und 65 Jahre alt; Körperlicher oder sexueller Missbrauch vor dem 18. Lebensjahr.
  • Gruppe 3: weiblich; zwischen 18 und 65 Jahre alt.

Ausschlusskriterien

  • Gruppe 1: Diagnose einer Schizophrenie oder Bipolar I Störung; mentale Retardierung; schwere Psychopathologie, die sofort behandelt werden muss (z.B. BMI< 16); Suizidversuch in den letzten zwei Monaten.
  • Gruppe 2: Diagnose einer Achse-I Störung; Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung; Einnahme von Psychopharmaka.
  • Gruppe 3: Diagnose einer Achse-I Störung; Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung; Einnahme von Psychopharmaka; Erlebens einer traumatischen Erfahrung; jemals in Psychotherapie gewesen.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Anpassungsstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Ätiologische Modelle der Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diskutieren die Übergeneralisierung erlernter emotionaler Reaktionen auf Trauma-assoziierte Stimuli als ein Mechanismus, der in der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen könnte (Lissek & van Meurs, 2015). Darüber hinaus werden Veränderungen in autobiographische Gedächtnisinhalten diskutiert: hierbei wird die Bildung und der Abruf von autobiographischen Erinnerungen als weniger spezifisch charakterisiert (also Brewin 2007; Moore & Zoellner, 2007; Sumner 2012). Allerdings existieren bisher keine Studien, die Übergeneralisierung experimentell überprüfen und den Zusammenhang zum autobiographischen Erinnerungsstil untersuchen. Die Studie vergleicht aufgrund dessen Frauen, die vor ihrem 18. Lebensjahr körperlichen und sexuellen Missbrauch erlebt haben und in der Folge eine PTBS entwickelt haben mit Frauen, die in Folge keine psychopathologische Auffälligkeiten zeigen. Zudem werden beide Gruppen mit gesunden Frauen, die kein traumatisches Ereignis in ihrem Leben erlebt haben, verglichen. Im Rahmen einer 2,5 stündigen Untersuchung wird zunächst assoziatives Lernen untersucht: ein Stimulus wird mit einem elektrischen Reiz assoziiert (= Gefahrenreiz), während ein zweiter, sich perzeptuell unterscheidender Stimulus, ein Sicherheitshinweis darstellt (Sicherheitsreiz). Ein darauffolgender Generalisierungstest misst, inwieweit die erworbene Furchtreaktion auf Stimuli, die in parametrischer Abstufung unähnlicher dem konditionierten Stimulus werden, generalisiert. Furchtreaktionen werden mit Hilfe subjektiver E-Schock Erwartung und des Furchtpotenzierter Lidschlagreflex (FPL-R) erfasst. Darüber hinaus wird mit Hilfe des Autobiographischen Gedächtnistest (AMT; Williams & Broadbent), wie spezifisch autobiographische Gedächtnisinhalte erinnert werden. Patientinnen mit einer PTBS sind Teilnehmerinnen der Therapiestudie RELEASE (DRKS00005578). Sie nehmen zusammen mit zwei gesunden Vergleichsgruppen mit und ohne Traumaerfahrungen auch an der Studie EURELEASE teil (DRKS00006095).

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: