Beschreibung der Studie

Der wichtigste Faktor für die Eindämmung der Verbreitung von Krankheitserregern in Krankenhäusern ist die Händehygiene (HD) von Ärzten und Pflegekräften. Eine Vielzahl an krankenhaushygienischen Strategien sowie großflächige Projekte wie die „Aktion Saubere Hände“ haben bereits bedeutende Erfolge erzielt, um die Händehygiene und das Bewusstsein um ihre zentrale Bedeutung zu verbessern. Trotz der großen Erfolge, die bereits erzielt werden konnten, bleibt die Einhaltung der Empfehlungen für die Händehygiene jedoch auch weiterhin oft stark hinter dem Soll zurück. „Händehygiene beginnt im Kopf“ - aktuelle Studien empfehlen daher zusätzlich verhaltenswissenschaftliche Ansätze zu nutzen, um weiteres wichtiges Potential zur Erhöhung der Händehygienequalität auszuschöpfen. Zentrale verhaltenswissenschaftliche Aspekte, die es dabei zu adressieren gilt, sind folgende: •Lernen erfordert zeitnahe und zumindest anfänglich regelmäßige Rückmeldung zum Erfolg (Feedback). •Die erfolgreiche Implementierung neuer Abläufe erfordert die aktive Teilhabe der Mitarbeiter (Partizipation). •Da Infektionswege in der Regel nur sehr schwer nachvollziehbar sind, besteht die Tendenz, Verantwortungsgefühl nicht oder nur unzureichend zu entwickeln. Dieser sogenannten Verantwortungsdiffusion muss entgegengewirkt werden. Ziel dieser Studie ist es daher, den Effekt eines partizipativen, systematischen, monatlichen Verfahrens zur Rückmeldung der Händehygienequalität auf Stationsebene zu testen, mit dem Ziel die Händehygienequalität weiter zu verbessern. Übergeordnetes Ziel ist die Sicherheit der Patienten.

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Studiendetails

Studienziel Compliance der Händehygiene, erhoben durch direkte Beobachtung nach der Methode der WHO (200 Indikationen pro Beobachtungsperiode; min. 30 Beobachtungen pro Indikationsklasse nach dem WHO Modell „5 moments of hand hygiene“; Beobachtungen bei min. 6 unterschiedlichen Personen; Beobachtungen innerhalb von max. 5 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen; Ermittlung mittels eines standardisierten Beobachtungsbogens) zu Anfang (t0) und gegen Ende der Intervention (t11) sowie 1 Jahr nach Intervention (t23). •Verbrauch an Händedesinfektionsmittel (HDM), auf der Basis von Einkaufsdaten ermittelt und erhoben als Verbrauch an HDM per Quartal in ml/Patiententag zu Anfang (Q1) und gegen Ende der Intervention (Q3).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Am KISS teilnehmende Intensivstationen mit einem Verbrauch an alkoholischem Händedesinfektionsmittel unterhalb des nationalen Referenzwertes

Ausschlusskriterien

  • Intermediate Care, Überwachungsstationen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Multizentrische Cluster-randomisierte kontrollierte Interventionsstudie zur Prüfung des Effekts eines partizipativen, systematischen, monatlichen Verfahrens zur Rückmeldung der Händehygienequalität auf Intensivstationsebene Primäre Outcomes: •Beobachtete Compliance in der Händehygiene •Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln. Die beiden Variablen sind komplementär, da die beobachtete Compliance eine Momentaufnahme der Qualität des Handdesinfektionsverhaltens darstellt, während der Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln über einen längeren Zeitraum die Quantität der Händehygiene misst. Die Primärhypothese lautet, dass das zu testende Verfahren einer partizipativen, systematischen, monatlichen Qualitätsrückmeldung auf Stationsebene einen positiven Einfluss auf beide Primäroutcomes hat. Es handelt sich damit um eine gerichtete Hypothese. Grundsätzlich ist denkbar, dass eine Qualitätsverbesserung in der Händehygiene ohne gleichzeitige Erhöhung der HD-Verbräuche erfolgt (HD zum richtigen Zeitpunkt statt mehr HD). Es ist jedoch davon auszugehen, dass bei den rekrutierten Stationen (Stationen, deren HD-Verbräuche in drei aufeinanderfolgenden Jahren unter einem Wert von 120 ml / Patiententag lagen) eine relevante Verbesserung der HD mit einer Steigerung der HD-Verbräuche einhergeht. Sekundäre Outcomes: •Inzidenzdichte nosokomialer Infektionen •Inzidenzdichte multiresistenter Erreger (Neuerwerb MRE) •Wahrgenommenes Sicherheitsklima auf der Station •Subjektives Kompetenzerleben der Stationsmitarbeiter Die beiden Outcomes zur Inzidenzdichte von nosokomialen Infektionen / Neuerwerb von MRE verfolgen das übergeordnete Ziel der Steigerung der Patientensicherheit. Eine deutliche Verbesserung der Händehygiene sollte die Übertragungshäufigkeit von Erregern vermindern und damit auch diese beiden Inzidenzen. Es handelt sich damit um ein mögliches Downstream-Outcome einer verbesserten Händehygiene. Messinstrument ist das Reporting von nosokomialen Infektionen / MRE Neuerwerb im Rahmen von des Moduls ITS des Krankenhaus Infektions Surveillance Systems (KISS). Diese Outcomes liegen damit nur für Stationen vor, die an ITS-KISS teilnehmen . Das wahrgenommene Sicherheitsklima auf der Station und das subjektive Kompetenzerleben der Stationsmitarbeiter werden über die Erhebung mittels Fragebögen operationalisiert. Die Sekundärhypothesen lauten demnach, dass das zu testende Verfahren einer partizipativen, systematischen, monatlichen Qualitätsrückmeldung auf Stationsebene einen negativen Einfluss auf die Inzidenzdichte nosokomialer Infektionen / MRE Neuerwerb pro Beobachtungszeitraum sowie einen positiven Einfluss auf das wahrgenommene Sicherheitsklima und subjektive Kompetenzerleben auf der Station hat. In allen Fällen handelt es sich um gerichtete Hypothesen. Zwölf Monate lang werden auf den teilnehmenden Intensivstationen die beobachtete Compliance auf monatlicher Basis sowie der alkoholischer Händedesinfektionsmittelverbrauch pro Station auf Quartalsbasis in ml/Patiententag gemessen; systematische Rückmeldungen an die Ärzte und Pflegekräfte über die Ergebnisse dieser Messungen der Händehygienequalität finden im ersten Jahr auf monatlicher Basis statt. Um zu überprüfen, ob der Effekt nachhaltig ist, wird ein Jahr nach der letzten Erhebung eine weitere Erhebung von beobachteter Compliance und Händedesinfektionsmittelverbrauch vorgenommen. Eine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe startet die Teilnahme zeitlich versetzt nach der Experimentalgruppe im Frühjahr 2017. Der Ablauf in der Kontrollgruppe ist bis auf die zeitliche Verschiebung identisch (stepped wedge design).

Quelle

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