Beschreibung der Studie

Blutstrominfektionen sind häufige Komplikationen von Patienten auf Intensivstationen. Ein Großteil der auf Intensivstationen neu erworbenen Blutstrominfektionen wird von Bakterien verursacht, die zur normalen Hautflora des Patienten gehören. Hautdesinfektionsmaßnahmen können solche Hautkeime beseitigen. In dieser Studie soll untersucht werden, ob Infektionspräventionsmaßnahmen mit antiseptischen Waschungen von Intensivstationspatienten die Anzahl der Blutstrominfektionen und multiresistenten Erregern auf diesen Stationen verringern können. Dazu werden zwei präventive Hautdesinfektionsmaßnahmen getestet und ein Jahr lang auf jeweils 25 Intensivstationen in Deutschland angewendet. 25 weitere Intensivstationen fungieren als Kontrollstationen und verwenden keine antiseptischen Waschungen. Die Wirksamkeit der desinfizierenden Hautwaschprodukte wird nach einem Jahr anhand der Häufigkeit von Blutstrominfektionen und multiresistenten Erregern auf den teilnehmenden Intensivstationen überprüft. Gleichermaßen wird untersucht, ob es bei einer solchen Maßnahme neben der gewünschten Beseitigung von nachteiligen Hautmikroorganismen auch eine Veränderung der Hautbesiedlung mit für den Menschen förderlichen Mikroorganismen gibt und ob es zu Resistenzentwicklungen gegen die Hautdesinfektionsmittel kommt.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt ist die nosokomiale Blutstrominfektions (BSI)-Rate. Die Anzahl der BSI wird in ITS-KISS, dem Krankenhausinfektionssurveillance-System für Intensivstationen, prospektiv durch geschultes Surveillancepersonal dokumentiert. Diese Erfassung erfolgt auch unabhängig von dieser Studie im Rahmen der Infektionsprävention und Qualitätssicherung. Für den Interventionszeitraum erfolgt ein Vergleich der Studienarme mit antiseptischen Waschungen mit dem Kontrollarm ohne antiseptische Waschung.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 65250
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Cluster-randomisierte kontrollierte Dekolonisationsstudie erfolgt auf Stationsebene.
  • Einschlusskriterien (stationsbezogen): Teilnahme ITS-KISS, Inzidenz der nosokomialen BSI oberhalb eines Schwellenwertes (abhängig von ITS-Art), Interdisziplinäre, chirurgische oder internistische ITS

Ausschlusskriterien

  • Alle ITS außer interdisziplinäre, internistische und chirurgische ITS; bereits eingeführte oder geplante Einführung antiseptischer Waschungen aller Patienten auf ITS (bis 2017); Inzidenz der nosokomialen BSI (ITS-KISS) unter dem definierten Schwellenwert

Adressen und Kontakt

Charité Universitätsmedizin Berlin Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Die Cluster-randomisierte Dekolonisationsstudie hat zum Ziel, die Wirksamkeit zweier verschiedener Infektionspräventionsstrategien im Hinblick auf die Reduktion von Blutstrominfektionen (BSI) und multiresistenten Erregern (MRE) auf Intensivstationen (ITS) zu untersuchen. Es sollen 75 Intensivstationen (ITS) eingeschlossen werden, die im Rahmen des Krankenhausinfektions-Surveillance-Systems für ITS (ITS-KISS) das Auftreten primärer Blutstrominfektionen (BSI) und ggf. multiresistenter Erreger (MRE) erfassen. Geeignete Intensivstationen werden unter den ITS-KISS-Teilnehmern rekrutiert. Anschließend erfolgt die randomisierte Zuordnung der ITS zu einer der drei Gruppen: Interventionsgruppe 1: Schulungen des Personals zu Infektionsprävention und Anwendung von Chlorhexidindigluconat (CHG)-Tüchern, Waschung aller Patienten mit CHG-Waschtüchern Interventionsgruppe 2: Schulungen des Personals zu Infektionsprävention und Anwendung von Octenidin-Waschhandschuhen, Waschung aller Patienten mit Octenidin-Waschhandschuhen Kontrollgruppe: Schulungen des Personals zu Infektionsprävention und Waschung der Patienten, Waschung von Patienten mit Wasser und Seife ohne Zusatz antiseptischer Substanzen. Nach der Intervention (2018) wird jeder Kontroll-ITS für 12 Monate CHG-Tücher bzw. Octenisan-Waschhandschuhe zur Verfügung gestellt, um die Effekte der antiseptischen Waschungen außerhalb der eng begleiteten Interventionsphase zu untersuchen ("effectiveness"). Die Analyse in Bezug auf einen möglichen Präventionseffekt der Interventionen erfolgt durch Vergleich der Häufigkeiten von BSI (und MRE) in den Interventionsarmen mit dem Kontrollarm. Klimatische Einflussfaktoren werden bei der Analyse berücksichtigt. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen der Interventionen auf das Hautmikrobiom von ITS-Patienten sowie mögliche Resistenzentwicklungen gegen CHG und Octenidin untersucht werden.

Quelle

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