Beschreibung der Studie

Patienten die alkoholkrank sind erhalten eine neue Therapie, weil die bekannten nicht geholfen haben. Es wird ein operatives Verfahren angewendet, wo Elektroden implantiert werden. Diese stimulieren das Suchtzentrum im Gehirn. Durch diese elektrische Stimulation ändert sich die Aktivität in diesem Areal. Dadurch soll langfristig die Sucht verschwinden. Per Zufall wird bei der Hälfte aller Studienteilnehmer der Stimulator nach drei Monaten ausgeschaltet. Nach weiteren drei Monaten wird dieser endgültig und dauerhaft aktiviert. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer wird zunächst drei Monate ausgeschaltet, dann für die folgenden drei Monate aktiviert. Diese Gruppe bleibt auch nach Ablauf der sechs Monate dauerhaft eingeschaltet. Arzt und Patient wissen nicht, welcher Patient welcher Gruppe zugeordnet ist.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt: Rezidiv Alkoholabusus (Befragung des Patienten) erste Evaluation 12 Wochen nach Aktivierung: Erneute Evaluierung; danach Umstellung der Stimulation 24 Wochen nach Stimulatoraktivierung: Erneute Evaluierung 1 Jahr nach Stimulatoraktivierung: Erneute Evaluierung 2 Jahre nach Stimulatoraktivierung: Erneute Evaluierung
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 15
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alkoholabhängigkeit ICD-10 und DSM-IV
  • Männer und Frauen 18 -65 Jahre
  • Alkoholabstinenz für mind. 10 Tage nach beendeter Entgiftung
  • Seit vier Wochen keine sedierenden Medikamente (Benzodiazepine, Clomethiazol)
  • Therapien ohne dauerhaften Erfolg: Medizinische Entgiftung, stationäre oder teilstationäre Langzeitbehandlung ≤ 8 Wochen inkl. Psychotherapien
  • Rückfallprophylaxe mit Medikamenten (Acamprosat, Naltrexon, Disulfiram oder andere)
  • Therapien müssen dokumentiert sein
  • in letzten 12 Monaten über 6 Monate „Trinktage“
  • Patienten müssen einwilligungsfähig sein und fähig zu unterschreiben
  • Patienten müssen ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen

Ausschlusskriterien

  • Anamnese zerebrale Anfälle außer durch Alkoholentzug
  • schwere neurologische oder internistische Begleiterkrankung
  • Gerinnungsstörung
  • Andere akute, schwere, behandlungsbedürftige psychiatrische Störungen der Achse I (nach Kriterien der DSM IV)
  • Persönlichkeitsstörung nach SKID-II
  • kardiale oder pulmonale Erkrankung mit anästhesiologischem Risiko (ASA Wert > 3)
  • Teilnahme an anderer Studie bis 30 Tage vor Einschluss
  • Anamnese signifikanter Gehirngefäßmissbildungen, Kopfverletzungen oder neurochirurgische Operationen
  • zerebralen Veränderungen in aktuellen CT/MRT
  • Herzschrittmacher oder einen implantierbaren Defibrillator
  • mögliche Notwendigkeit einer MRT-Untersuchung nach Einschluss in die Studie
  • Schwangerschaft oder Stillzeit oder Kinderwunsch
  • geplante stationäre oder teilstationäre Langzeittherapie
  • Intelligenzminderung (HAWIE-IQ < 70)
  • gesetzliche Betreuung oder Patient einer psychiatrischen Einrichtung
  • Anamnese Drogenkonsum oder Drogenabhängigkeit – außer Nikotin

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Wir haben in den vergangenen zwei Jahren bei fünf Patienten mit therapieresistenter Alkoholsucht einen Heilversuch mit THS im Nacc vorgenommen, der zu einer massiven Verringerung der Rückfallhäufigkeit und in zwei Fällen zu völliger Abstinenz geführt hat. Diesem Ansatz liegt die Überlegung zugrunde, dass Alkoholsucht eine besondere Form einer Zwangserkrankung darstellt und dass bei therapieresistenten Zwangserkrankungen die hochfrequente THS in der Schale des Nacc eine deutliche klinische Besserung erzielen kann; darüber hinaus wurde von einer anderen Arbeitsgruppe bei einem Patienten als Zufallsbefund eine Reduktion seiner Alkoholsucht unter Nacc-Stimulation beobachtet. Diese Ergebnisse sind zwar ermutigend, bedürfen aber zum einen der Bestätigung, zum anderen einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung. Denn wenn sich der gewünschte Stimulationseffekt bestätigen lässt, folgt daraus, dass Motivation und motiviertes Handeln dieser Patienten gezielt beeinflusst werden. Wir können gegenwärtig jedoch nicht beurteilen, ob und inwieweit diese Effekte selektiv das Suchtverhalten betreffen; möglicherweise werden bei längerdauernder Stimulation generell die Intensität und Spannbreite motivationalen Verhaltens verändert mit möglicherweise erheblichen Konsequenzen. Die in der klinischen Prüfung geplanten kognitiven Experimente konzentrieren sich daher auf die Wirkung der Stimulation des Nacc auf motivationale und kognitive Prozesse.

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