Beschreibung der Studie

Im Rahmen einer kontrollierten Cluster Studie möchten wir die Effektivität von MEDIA PROTECT mittels drei Fragebogenerhebungen bei Eltern von Kindern zwischen vier bis sieben Jahren evaluieren. Smartphones, PlayStation und Co gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Eltern sind oft im Zwiespalt darüber, wie sie ihre Kinder altersgerecht auf einen sinnvollen Umgang vorbereiten können und wo sie regelnd eingreifen sollten. Das Präventionsprogramm MEDIA PROTECT (Bleckmann, Rehbein, Seidel & Mößle, 2014) klärt über altersgerechte Strategien zur Vorbeugung problematischer Nutzung von Bildschirmmedien auf, vermittelt Eltern Handlungskompetenz im Umgang mit Bildschirmmedien und stärkt so Familien. Grundlage sind Erkenntnisse zu den Folgen einer problematischen Bildschirmmediennutzung und zu ressourcenorientierter Beratungsarbeit. Mit MEDIA PROTECT möchten wir erreichen, dass Kinder im Alter zwischen vier und sieben Jahren möglichst keine eigenen Bildschirmgeräte besitzen und möglichst wenig Zeit mit Bildschirmmedien verbringen. Vielmehr möchte MEDIA PROTECT den Handlungsspielraum von Kindern in der wirklichen Welt erweitern und zur Stärkung einer möglichst unmittelbaren und vertrauensvollen Beziehung zwischen Kindern und Eltern beitragen. Das Ziel der Evaluation des Programms MEDIA PROTECT ist es, die Wirksamkeit zur Prävention von problematischem Bildschirmmedienkonsum zu ergründen. Kinder in der Interventionsgruppe sollen weniger Zeit am Bildschirm verbringen sowie weniger Bildschirme im Kinderzimmer besitzen, als Kinder in der Kontrollgruppe.

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Studiendetails

Studienziel Zu drei Messzeitpunkten (T0 - vor der Intervention, T1 - 2 Monate nach der Intervention, T2 - 9 Monate nach der Intervention) werden Bildschirmnutzungsdauer (KIGGS (Hölling et al., 2007)), Medienausstattung im Kinderzimmer (KFN Elternfragebogen (Mößle, 2012)) und Medieninhalt (KFN Elternfragebogen (Mößle, 2012)) erhoben. Wir erfassen die Mediennutzungsdauer der Kinder mit Fragen aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS), die vom Robert-Koch Institut seit 2003 durchgeführt wird (Hölling et al., 2007). Zur Erfassung von Medienausstattung und -inhalt der Kinder, wird der im Rahmen der MEDIA PROTECT Vorstudie eingesetzte Elternfragebogen verwendet (Mößle, 2012). Beispielfrage: „An einem durchschnittlichen Wochentag, wie lange schaut ihr Kind Fernsehsendungen oder Video / DVD (auch am PC)?“ (nie – fast jeden Tag)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 2400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Eingeschlossen werden alle Eltern von Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren, in den teilnehmenden Kindergärten und Grundschulen im Landkreis Lörrach und Hannover. Es werden alle erreichbaren Eltern in den Einrichtungen in die Befragung mit eingeschlossen. Alle Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte in den beteiligten Einrichtungen der Interventionsgruppe haben die Möglichkeit an der Intervention teilzunehmen. Ebenfalls werden Kinder aus Inklusionsklassen in die Studie integriert.

Ausschlusskriterien

  • Die MEDIA PROTECT Intervention wird in deutscher Sprache durchgeführt. Die Medienratgeber, die an die Eltern nach der Intervention ausgegeben werden sind in englischer, türkischer und russischer Version verfügbar. Eltern, die die deutsche Sprache nicht verstehen, können somit nur eine übersetzte Version des Medienratgebers erhalten.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Störung der Impulskontrolle-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

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Die Ausstattung mit elektronischen Bildschirmmedien im Kinderzimmer und deren tägliche, ggf. dysfunktionale Nutzung steigt während der Kindergarten- und Grundschulzeit rasant an (Feierabend, Karg & Rathgeb, 2013; Mößle, 2012) und ist mit negativen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung assoziiert. Eine höhere Ausstattung mit Geräten im eigenen Schlafzimmer ist assoziiert mit längerer Nutzungsdauer, die wiederum einhergeht mit einem höheren Konsum problematischer Inhalte. Nutzungsroutinen weisen eine hohe Stabilität im Längsschnitt auf, so dass die Weichen in höherem Alter nur schwer umgelegt werden können (Hancox, Milne & Poulton, 2005; Mößle, 2012). Längsschnittstudien berichten, dass Kinder mit geringerem sozio-ökonomischem Status, von den negativen Auswirkungen stärker betroffen sind, als Kinder mit höheren Sozialstatus (Schmidt et al., 2012). Dies gilt für alle drei Unterkategorien problematischer Mediennutzung (Ausstattung/Zeit, Inhalt und Funktionalität). „Ob ein Kind zu einem Erwachsenen heranwächst, der in der Lage ist, elektronische Medien dosiert, aktiv, kreativ und technisch versiert zur Bereicherung seines Lebens einzusetzen oder aber suchtartig-passiv dem Sog der Medien unterliegt, hängt zentral von der Mediensozialisation in der Herkunftsfamilie ab“ (Bleckmann, Seidel, Pfeiffer & Mößle, 2013). Daher wurde vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen die MEDIA PROTECT Intervention entwickelt (Bleckmann et al., 2014; Bleckmann et al., 2013). Diese besteht aus drei Modulen für drei verschiedene Adressatengruppen und beinhaltetet eine Fortbildungsveranstaltung der Lehrkräfte und Erzieher/innen, ein interaktives Theaterstück für die Kinder, einen Elternabend sowie eine telefonische Beratung der Eltern zu den Themen Mediennutzung, Medienbildung, Mediensuchtprävention, Risikofaktoren und Schutzmechanismen für Internet- und Videospielabhängigkeit. Ziel der vorliegenden Studie ist die Ermittlung der Effektivität der MEDIA PROTECT Intervention mit der Zielgruppe „Eltern“ von Kindern zwischen vier bis sieben Jahren zur Prävention problematischer Bildschirmmediennutzung. Das Ziel der Intervention ist eine Reduktion der Bildschirmnutzungszeiten und der Ausstattungsquoten mit Bildschirmgeräten in Kinderzimmern sowie ein geringerer dysfunktionaler Gebrauch. Kinder der Interventionsgruppe sollen weniger Zeit mit Bildschirmmedien verbringen, weniger Bildschirmmedien in ihrem Schlafzimmer haben und weniger dysfunktional fernsehen, als Kinder in der Kontrollgruppe. Ebenfalls soll in der Interventionsgruppe die eHealth Literacy der Eltern erhöht werden.

Quelle

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