Beschreibung der Studie

In der Vergangenheit hat sich die Patientenrolle vom passiven Empfänger zum kritischen Konsumenten medizinischer Leistungen gewandelt. In der internationalen Literatur existiert eine Vielzahl von diesbezüglichen Untersuchungen. Dabei deckt keine der Arbeiten das spezielle Studienkollektiv von ambulanten Patienten einer in Deutschland lokalisierten Notaufnahme mit der geplanten Erhebungstechnik ab. Ein weiterer Aspekt, der die Relevanz des Themas aufzeigt, ist die Tatsache, dass ein zufriedener Patient sich mutmaßlich noch einmal für die Behandlung in einem Krankenhaus entscheiden wird, mit der er beim letzten Besuch zufrieden war. Laut Pukies et al. geht man in den USA davon aus, dass Zufriedenheit einen Einfluss auf die erneute Inanspruchnahme einer Institution hat. Die Evaluation der Patientenzufriedenheit ist weiterhin ein wesentlicher Teil des Qualitätsmanagements der Patientenversorgung und wird u.a. vom gemeinsamen Bundesaussschuss (G-BA) gefordert. Weiterhin kann Patientenzufrieden. auch als Maß für den Erfolg der Umsetzung von Maßnahmen herangezogen werden. Eine besondere Schwierigkeit ist, dass es sich bei „Patientenzufriedenheit“ um ein rein subjektives Empfinden und Erleben des Patienten handelt, wodurch die Genauigkeit und Gültigkeit einer Messung beeinträchtigt werden kann. Unter Beachtung dieser Aspekte ist es umso wichtiger geworden, sich als Behandelnder mit dem Thema der Patientenzufriedenheit auseinander zu setzen. Laut Leimkühler et al. ist die Bedeutung der subjektiven Perspektive für den Behandlungsprozess und zur stärkeren Patientenorientierung nachgewiesen. Trotz der aufgezeigten Bedeutsamkeit der Patientenzufriedenheit im Allgemeinen gibt es bislang für die interdisziplinäre Notaufnahme im Besonderen kaum einschlägige Publikationen. In dieser Studie sollen nun zwei unterschiedliche Befragungsarten in Bezug auf die Patientenzufriedenheit überprüft werden: Ein Fragebogen mit „klassischen, geschlossenen“ Fragen (Likert Skala), sowie die sog. „Willingness to Pay“ Methode. Letztere ist eine in diesem Kontext neue Befragungsmethode. Sie wurde bisher meist zur Produktbewertung und Evaluation eingesetzt. In der Medizin wurde sie bspw. für die Evaluation von Therapieformen bei Angina Pectoris Beschwerden, bei Psoriasis oder z.B. Übelkeit und Erbrechen in der postoperativen Phase (PONV). Ein letztes Argument für eine regelmäßige Patientenbefragung ist, dass zufriedene Patienten eine höhere Compliance bezüglich der empfohlenen Therapien haben. Daher erscheint es auch aus medizinischer Sicht wichtig, dass Patienten zufrieden die Notaufnahme verlassen. Um dies zu gewährleisten, soll erstmals ein Prognosemodell entwickelt werden, der anhand von Routinedaten/Prozessdaten der Patientenversorgung potentiell unzufriedene Patienten identifiziert. Gelänge dieser Schritt, wäre es für das Behandlungsteam möglich, vorauslaufen aktiv Gegenmaßnahmen wie etwa besondere Aufklärung einzuleiten. Zielsetzungen der Studie und erwarteter klinischer nutzen 1. Validierung eines Fragebogens mit klassischen Fragestiel mit dem Ziel unzufriedene von zufriedenen Patienten einer Notaufnahme unterscheiden zu können. 2. Überprüfung der Übereinstimmung der Ergebnisse des neu entwickelten Fragebogens und des ZUF-8 mit der neuen „Willingness to Pay“ – Methode bezogen auf die Erfassung der Patientenzufriedenheit. 3. Entwicklung eines Prognosemodells aus Prozess- und Routinedaten der innerklinischen Versorgung in einer Notaufnahme zur Vorhersage der Patientenzufriedenheit.

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Studiendetails

Studienziel Bestimmung der Patientenzufriedenheit mittels einer standardisierten Befragung durch einen unabhängigen Untersucher nach Abschluss der Behandlung in der zentralen Notaufnahme. Hierzu wird ein Fragebogen verwendet der aus klassischen Fragen (Likert Scala), sowie Fragen im "Willingness to Pay" Typ bestehen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 3000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Verteidigung Sanitätsakademie der Bundeswehr Wehrmedizinische Sonderforschung Abteilung EProjekt ID: SoFo: 37K3-S-20 1618

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • PATIENTENEINSCHLUSS (UND):
  • Bis April 2017: Ambulante Patienten der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme (ZNA) am Bundeswehrkrankenhaus Ulm (BwKrhs Ulm)
  • Ab April 2017: Alle Patienten der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme (ZNA) am Bundeswehrkrankenhaus Ulm (BwKrhs Ulm) - Erweiterung des Ethikantrages
  • Mündliches Einverständnis aller Mitarbeiter der ZNA in der jeweiligen Schicht
  • Patienten über 15 Jahre, welche den Studieninhalt verstehen
  • Einwilligungsfähige Patienten
  • Schriftliches Einverständnis zur Teilnahme nach Aufklärung des Patienten

Ausschlusskriterien

  • PATIENTENAUSSCHLUSS (ODER):
  • Ablehnung der Studie durch den Patienten
  • Ablehnung der Teilnahme durch das Team der Behandler
  • Teilnahme des Patienten an einer anderen klinischen Studie
  • kognitive Defizite, auch durch Behandlungsgrund verursacht
  • fehlendes Verständnis (z.B. auch mangelnde Deutschkenntnisse)
  • Bis April 2017: stationäre Patienten

Adressen und Kontakt

Bundeswehrkrankenhaus Ulm, akademische Krankenhaus der Universität Ulm, Ulm

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Häufig gestellte Fragen

In der Vergangenheit hat sich die Patientenrolle vom passiven Empfänger zum kritischen Konsumenten medizinischer Leistungen gewandelt. In der internationalen Literatur existiert eine Vielzahl von diesbezüglichen Untersuchungen. Dabei deckt keine der Arbeiten das spezielle Studienkollektiv von ambulanten Patienten einer in Deutschland lokalisierten Notaufnahme mit der geplanten Erhebungstechnik ab. Ein weiterer Aspekt, der die Relevanz des Themas aufzeigt, ist die Tatsache, dass ein zufriedener Patient sich mutmaßlich noch einmal für die Behandlung in einem Krankenhaus entscheiden wird, mit der er beim letzten Besuch zufrieden war. Laut Pukies et al. geht man in den USA davon aus, dass Zufriedenheit einen Einfluss auf die erneute Inanspruchnahme einer Institution hat. Die Evaluation der Patientenzufriedenheit ist weiterhin ein wesentlicher Teil des Qualitätsmanagements der Patientenversorgung und wird u.a. vom gemeinsamen Bundesaussschuss (G-BA) gefordert. Weiterhin kann Patientenzufrieden. auch als Maß für den Erfolg der Umsetzung von Maßnahmen herangezogen werden. Eine besondere Schwierigkeit ist, dass es sich bei „Patientenzufriedenheit“ um ein rein subjektives Empfinden und Erleben des Patienten handelt, wodurch die Genauigkeit und Gültigkeit einer Messung beeinträchtigt werden kann. Unter Beachtung dieser Aspekte ist es umso wichtiger geworden, sich als Behandelnder mit dem Thema der Patientenzufriedenheit auseinander zu setzen. Laut Leimkühler et al. ist die Bedeutung der subjektiven Perspektive für den Behandlungsprozess und zur stärkeren Patientenorientierung nachgewiesen. Trotz der aufgezeigten Bedeutsamkeit der Patientenzufriedenheit im Allgemeinen gibt es bislang für die interdisziplinäre Notaufnahme im Besonderen kaum einschlägige Publikationen. In dieser Studie sollen nun zwei unterschiedliche Befragungsarten in Bezug auf die Patientenzufriedenheit überprüft werden: Ein Fragebogen mit „klassischen, geschlossenen“ Fragen (Likert Skala), sowie die sog. „Willingness to Pay“ Methode. Letztere ist eine in diesem Kontext neue Befragungsmethode. Sie wurde bisher meist zur Produktbewertung und Evaluation eingesetzt. In der Medizin wurde sie bspw. für die Evaluation von Therapieformen bei Angina Pectoris Beschwerden, bei Psoriasis oder z.B. Übelkeit und Erbrechen in der postoperativen Phase (PONV). Ein letztes Argument für eine regelmäßige Patientenbefragung ist, dass zufriedene Patienten eine höhere Compliance bezüglich der empfohlenen Therapien haben. Daher erscheint es auch aus medizinischer Sicht wichtig, dass Patienten zufrieden die Notaufnahme verlassen. Um dies zu gewährleisten, soll erstmals ein Prognosemodell entwickelt werden, der anhand von Routinedaten/Prozessdaten der Patientenversorgung potentiell unzufriedene Patienten identifiziert. Gelänge dieser Schritt, wäre es für das Behandlungsteam möglich, vorauslaufen aktiv Gegenmaßnahmen wie etwa besondere Aufklärung einzuleiten. Zielsetzungen der Studie und erwarteter klinischer nutzen 1. Validierung eines Fragebogens mit klassischen Fragestiel mit dem Ziel unzufriedene von zufriedenen Patienten einer Notaufnahme unterscheiden zu können. 2. Überprüfung der Übereinstimmung der Ergebnisse des neu entwickelten Fragebogens und des ZUF-8 mit der neuen „Willingness to Pay“ – Methode bezogen auf die Erfassung der Patientenzufriedenheit. 3. Entwicklung eines Prognosemodells aus Prozess- und Routinedaten der innerklinischen Versorgung in einer Notaufnahme zur Vorhersage der Patientenzufriedenheit.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien