Beschreibung der Studie

Als Langzeitsauerstofftherapie wird die medizinische Verabreichung von Sauerstoff (meist über eine Nasenbrille) verstanden, welche aufgrund von verschiedenen Erkrankungen notwendig werden kann. Für Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) mit nicht ausreichender Sauerstoffversorgung konnte ein Überlebensvorteil durch die Langzeitsauerstofftherapie gezeigt werden. Zur Überprüfung der Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie werden die Blutgase mittels einer sogenannten Blutgasanalyse untersucht. Der sogenannte „Goldstandard“ (Verfahren, das bislang nicht übertroffen wurde) zu dieser Bestimmung ist eine Blutgasanalyse, die aus einer Arterie entnommen wird. Ein weiteres Verfahren ist die Bestimmung aus dem Blut des Ohrläppchens. Eine genaue Bestimmung des Anteils des Sauerstoffs im Blut ist wichtig, da Patienten nur bei stark erniedrigtem Sauerstoffgehalt von einer Sauerstofftherapie profitieren. Die Bestimmung der Blutgase aus der Arterie am Handgelenk und aus dem Ohrläppchen haben verschiedene Vor- und Nachteile. Wissenschaftlich ist noch unklar, wie genau die beiden Verfahren in einem niedrigen Sauerstoffbereich übereinstimmen. Ziel der Studie ist es daher, die beiden Techniken in einem niedrigen Sauerstoffbereich wissenschaftlich zu untersuchen. In dieser Studie werden Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (ab Stadium 2) mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut im Rahmen ihres regulären ambulanten oder stationären Aufenthaltes in der Lungenklinik Merheim auf Sauerstoffmangel im Blut untersucht. Dies geschieht mittels einer Blutgasanalyse aus dem Handgelenk („arteriell“) und aus dem Ohrläppchen („kapillär“), welches vorher mit einer erwärmenden Salbe eingerieben wurde. Zudem wird die Sauerstoffsättigung mit einem Sauerstoffsättigungsclip gemessen. Außerdem wird die Schmerzhaftigkeit der Blutgasanalysen schriftlich auf einer Skala bewertet. Die gesamte Studiendauer wird in etwa eine Stunde betragen. Die durchgeführten Untersuchungen sind alle ein Bestandteil der üblichen und lang erprobten Untersuchungsmethoden und entsprechen somit der klinischen Routine.

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Studiendetails

Studienziel Das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit ist der Methodenvergleich PaO2 (arterieller Sauerstoffpartialdruck) mit dem PcO2 (kapillärer Sauerstoffpartialdruck) in einem hypoxämischen Bereich bei einem PO2 < 60 mmHg.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 220
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinken der Stadt Köln gGmbhLungenklinik Merheim

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit einer COPD GOLD ≥2 (FEV1 <50%, FEV1/IVC < 70%), PO2 < 60 mmHg, Unterschriebene Einverständniserklärung, Patientenalter ≥ 18 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Patienten < 18 Jahren, kardio-respiratorisch instabile Patienten (definiert anhand einer Sauerstoffsättigung <80% trotz O2-Gabe, HF >140/min, Atemfrequenz >25/min), Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, Patienten unter einer therapeutischen Antikoagulation (z.B. Marcumar), Patientin mit einer Gerinnungsstörung (Quick <50%, Thrombozyten <50000/µl, PTT >50 sec.), Durchblutungsstörungen der Hand, negativer Allen-Test, Fehlende Einverständniserklärung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Chronisch obstruktive Lungenerkrankung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die Blutgasanalyse (BGA) ist eine unverzichtbare Untersuchung, um die respiratorische Situation eines Patienten einzuschätzen. Sie gibt u.a. Auskunft über den Sauerstoff- (PO2) und Kohlenstoffdioxidpartialdruck (PCO2) sowie über den Säure-Basen-Haushalt (pH- und Bikarbonat-Wert, Basenüberschuss (BE)). Sie kann zur Bestimmung des PO2 in arterieller und in kapillärer Technik entnommen werden. Beide Verfahren haben verschiedene Vor- und Nachteile. Die Vergleichbarkeit der Messmethoden zeigte in Studien unterschiedliche Ergebnisse. Eine Metaanalyse von Zavorsky und Mitarbeitern untersuchte 2007 die Vergleichbarkeit der arteriellen und kapillären BGA. 29 relevante Studien wurden ausgewertet. Verglichen wurde die kapilläre Abnahmetechnik am hyperämisierten Ohrläppchen mit der arteriellen BGA. Es zeigte sich, dass die kapilläre Technik am Ohrläppchen einen mittleren Unterschied von 2,4 mmHg zur arteriellen Technik aufwies (95% KI 1,9-2,8 mmHg). Die Autoren schlussfolgerten, dass die kapilläre BGA am Ohrläppchen geeignet sein könnte, den PaO2 zu ersetzen. Komme es allerdings auf eine hohe Präzision der Messwerte an, sei sie dazu nicht geeignet, da der Standardfehler bei 6 mmHg lag. Es zeigte sich zudem, dass die kapilläre Technik (Ohrläppchen) umso präziser den PaO2 reflektiert, je niedriger (=hypoxämischer) der PO2 ist. Die mittlere Differenz betrug 20 mmHg bei Werten ≥120,1 mmHg (SD +-5,7 mmHg), bei Werten <70 mmHg hingegen nur noch 0,7 mmHg (SD +-3,4 mmHg). Eine weitere Studie aus dem Jahr 2001 (n= 100) zeigte, dass bei Indikationsstellung alleine durch eine kapilläre BGA 9 von 55 Patienten (16%) unberechtigterweise eine LTOT verschrieben bekommen hätten. Hingegen wäre jedoch keinem Patienten eine LTOT unberechtigterweise verwehrt geblieben. Zusammenfassend besteht aktuell nicht genügend wissenschaftliche Evidenz, um eine Aussage über die beiden Messmethoden im hypoxämischen Bereich treffen zu können. Zudem besteht eine uneinheitliche Datenlage bezüglich der Schmerzhaftigkeit der beiden Abnahmetechniken. Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass die arterielle Punktion mit einer sehr dünnen Nadel (27 G) als weniger schmerzhaft als die kapilläre Punktion des Ohrläppchens empfunden wird. Das Ziel dieser Studie ist daher der Vergleich der arteriellen und kapillären BGA in einem hypoxämischen Bereich (PaO2 < 60 mmHg). Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD GOLD ≥2) werden im Rahmen ihrer stationären oder ambulanten Behandlung in der Lungenklinik Köln Merheim in die Studie eingeschlossen. Es wird simultan eine arterielle (A. radialis) und kapilläre Blutgasanalyse aus dem hyperämisierten Ohrläppchen entnommen. Zusätzlich wird die Sauerstoffsättigung mit einem Fingerclip gemessen. Im Anschluss werden die Patienten nach der Schmerzhaftigkeit der beiden Blutgasanalysen anhand einer visuellen Analogskala (VAS) befragt. Die gesamte Studie wird etwa 1 Stunde dauern. Die Untersuchungen sind Bestandteil der klinischen Routinediagnostik bei Patienten mit respiratorischer Insuffizienz.

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