Beschreibung der Studie

Bei Suchtpatienten tragen zusätzlich vorliegende psychische Erkrankungen wesentlich zu einem schwereren Krankheitsverlauf und schlechteren Behandlungsergebnissen bei. Bei Suchtpatienten tritt als zusätzliche psychiche Erkrankung häufig eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auf: 15-40% der Suchtpatienten leiden zusätzlich an einer PTBS. Die meisten Einrichtungen, die eine zusätzlich vorliegende PTBS bei der Therapie von Suchtpatienten berücksichtigen, setzen stabilisierende Therapien ein, die z. B. Kompetenzen im Umgang mit belastenden Symptomen oder den Aufbau von individuellen Ressourcen fördern. Leitlinien zur Behandlung von Personen mit PTBS empfehlen jedoch eine Behandlung, die direkt auf das Trauma abzielt. Eine solche traumafokussierte Behandlung ist die „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ (EMDR) Therapie, welche im Vergleich zu stabilisierenden Verfahren deutlich wirksamer ist. Auch wenn die Wirksamkeit dieser Therapie bei Menschen mit alleiniger PTBS gut untersucht ist, liegen kaum Studienergebnisse zu Menschen mit PTBS und Suchterkrankung vor. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, die Wirksamkeit einer EMDR Therapie mit einer traumabezogenen Einzeltherapie ohne Expositionselemente zu vergleichen. Beide Gruppen erhalten zudem eine stabilisierenden (Gruppen-)Behandlung. Dazu sollen 158 Suchtpatienten mit PTBS einer stationären Rehabilitationseinrichtung entweder mit EMDR oder mit einer stabilisierenden Einzeltherapie behandelt werden. Beide Gruppen werden zusätzlich stabilisierende Gruppentherapie erhalten. Es wird erwartet, dass Patienten der EMDR-Gruppe 6 Monate nach Ende der stationären Behandlung weniger PTBS-Symptome zeigen als die Kontrollgruppe.

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Studiendetails

Studienziel PTBS-Symptomatik, gemessen mit der Clinician Administered PTSD Scale 6 Monate nach Therapieende
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 158
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften Nordrhein-Westfalen e.V. (GfR)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Substanzbezogene Störung nach DSM-V; mindestens subsyndromale PTBS nach DSM5 309.81 (Kriterien A und B und mindestens ein weiteres Kriterium aus C bis E erfüllt), erfasst mit Clinician Administered PTSD-Scale; Patienteneinwilligung liegt vor

Ausschlusskriterien

  • Schwere dissoziative Symptomatik (Fragebogen zu Dissoziativen Symptomen > 40); Akute Suizidalität; akute psychotische Symptome; schwere kognitive Einschränkungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Anpassungsstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Bei Patienten mit Suchtstörungen tragen komorbide psychische Störungen zu einem schwereren Krankheitsverlauf und schlechteren Behandlungsergebnissen bei. Zu den häufigsten Komorbiditäten gehört die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die bei 15-40% der Suchtpatienten in Behandlung anzutreffen ist. In der stationären Suchtrehabilitation wird eine komorbide PTBS bislang meist mit stabilisierenden Therapien behandelt, die z.B. Kompetenzen im Umgang mit belastenden Symptomen oder den Aufbau von individuellen Ressourcen fördern. Leitlinien zur PTBS Behandlung empfehlen jedoch eine Traumaexpositionsbehandlung, z.B. mit „Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)“, die im Vergleich zu stabilisierenden Therapien höhere Effektstärken erreicht. Auch wenn die Wirksamkeit von EMDR bei Patienten mit alleiniger PTBS gut untersucht ist, liegen kaum Studienergebnisse zu Patienten mit Suchterkrankung und komorbider PTBS vor. Das Ziel dieses RCTs ist es, die Wirksamkeit einer EMDR Therapie mit einer Therapie ohne Traumaexposition zu vergleichen. Dazu sollen 158 Suchtpatienten mit PTBS einer stationären Rehabilitationseinrichtung entweder mit EMDR oder mit einer stabilisierenden Einzeltherapie behandelt werden. Beide Gruppen werden zusätzlich stabilisierende Gruppentherapie erhalten. Es wird erwartet, dass Patienten der EMDR-Gruppe 6 Monate nach Ende der stationären Behandlung weniger PTBS-Symptome zeigen als die Kontrollgruppe.

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