Beschreibung der Studie

Unter elektrodermaler Aktivität versteht man Veränderungen des elektrischen Hautleitwerts aufgrund von Schweißdrüsenaktivität. In der Forschung wird die elektrodermale Aktivität erfolgreich als Indikator emotionaler Zustände wie Freude, Traurigkeit und Furcht herangezogen. Außerdem werden elektrodermale Reaktionen bei Prozessen der Informationsverarbeitung wie Problemlösen, Orientierungsverhalten und Lernen hervorgerufen. Die wiederholte Darbietung identischer unbedeutender Reize löst immer weniger Reaktionen aus – ein Phänomen, das als „das Lernen des Gewöhnlichen“ bekannt ist. Elektrodermal hyporeaktive Personen sind Personen, die eine außergewöhnlich rasche Gewöhnung zeigen. Diese Personen zeigen also eine signifikante Minderung emotionaler Reaktionen auf geringfügige Veränderungen in der Umwelt; außerdem ist die Informationsverarbeitung dieser Personen erheblich eingeschränkt. Mehrere Studien berichteten über einen Zusammenhang zwischen elektrodermaler Hyporeaktivität und Suizidneigung, besonders unter depressiven Patienten. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Wirksamkeit und die Nützlichkeit eines neuen Geräts (EDOR-Test) als objektive Hilfe bei der Beurteilung des Suizidrisikos depressiver Patienten zu prüfen. Für die Studie werden Patienten mit der Diagnose Depression rekrutiert. Beim Test werden sie gebeten, zwei Finger auf zwei Goldsensoren auf dem Gerät zu legen. Während des Tests wird mit langen und variierenden Intervallen über Kopfhörer ein mäßig kräftiger Ton dargeboten. Der EDOR-Test ist in der Lage, Veränderungen des elektrischen Hautleitwerts als Reaktion auf die Töne zu registrieren. Die Schwere der depressiven Symptome sowie aktuelle und frühere Suizidgedanken und -versuche werden ebenfalls beurteilt. Daraufhin werden die rekrutierten Patienten ein Jahr lang nachbeobachtet, um das Auftreten suizidalen Verhaltens zu überwachen. Es wird angenommen, dass Patienten, die vor oder nach dem Test durch einen Selbsttötungsversuch starke Anzeichen eines Todeswunsches erkennen lassen oder Suizid begehen, vornehmlich elektrodermal hyporeaktiv sind, und dass es bei reaktiven Patienten kaum Anzeichen eines Todeswunsches gibt.

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Studiendetails

Studienziel Die primären Untersuchungsvariablen der aktuellen Beobachtungsstudie sind - die Prävalenz elektrodermaler Hyporeaktivität bei depressiven Patienten, rekrutiert und untersucht im naturalistischen Setting psychiatrischer Kliniken; - die Häufigkeit vorsätzlicher Selbstbeschädigung, z. B. Suizid nach und Suizidversuche vor und während der einjährigen Nachbeobachtungszeit. Es wird angenommen, dass der EDOR-Test elektrodermal hyporeaktive depressive Patienten identifiziert, die wiederum, wie vorsätzliche Selbstbeschädigungshandlungen erkennen lassen, eine stärkere suizidale Neigung zeigen. Die elektrodermale Reaktivität wird mit Hilfe des EDOR-Tests beurteilt, wenn der Patient in die Studie aufgenommen ist. Das Auftreten vorsätzlicher Selbstbeschädigung während der einjährigen Nachbeobachtungszeit wird erfasst. Informationen über die angewendeten Methoden werden erhalten, und der/die entsprechende/n ICD-10-Code/s werden zugewiesen. Die Todesabsicht des gravierendsten Suizidversuchs (gemäß dem Patienten) wird anhand der ersten acht Elemente der Beck Suicide Intent Scale bewertet.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1500
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Emotra AB
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Stationäre und ambulante Patienten mit einer Primärdiagnose einer Depression gemäß ICD-10, auch solche in Remission.
  • Alter: 18 Jahre oder älter.
  • Geschlecht: jegliches.
  • Unterzeichnete Einverständniserklärung.

Ausschlusskriterien

  • Widerspruch des Patienten in Bezug auf die Teilnahme an der Studie.
  • In Fällen diagnostizierter oder vermuteter Demenz sollte der Patient ausgeschlossen werden, sofern kein besonderes Interesse von Seiten des Zentrums besteht. Bei Einschluss muss diese Bedingung festgehalten werden.
  • In Fällen bekannten oder vermuteten Alkohol- oder Substanzmissbrauchs muss der Patient ausgeschlossen werden, sofern kein besonderes Interesse von Seiten des Zentrums besteht. Bei Einschluss muss diese Bedingung festgehalten werden.
  • Die Unfähigkeit des Patienten, die Anweisungen zum EDOR-Test zu verstehen.
  • Gravierende Gehörprobleme.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Bipolare Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Einleitung: Elektrodermale Reaktivität (EDR) wird, auch bei depressiven Zuständen, erfolgreich als Indikator von Interesse und Neugier genutzt. Die Reaktionen hängen von der Menge der Schweißabsonderung der ekkrinen Schweißdrüsen in der Hypodermis der Palmar- und Plantarregion ab. Elektrodermal hyporeaktive Personen sind Personen, die eine außergewöhnlich rasche Habituation an identische unbedeutende Reize zeigen. Bisherige Befunde legen nahe, dass elektrodermale Hyporeaktivität eine hohe Sensitivität (bis zu 97 %) und eine hohe „rohe“ Spezifität, einen hohen negativen Vorhersagewert, (bis zu 98 %) für Suizid hat. Ziele: Prüfung der Wirksamkeit und der Nützlichkeit des EDOR-Tests (ElectroDermal Orienting Reactivity) als Hilfe bei der Beurteilung des Suizidrisikos depressiver Patienten. Untersuchung des Zusammenhangs zwischen elektrodermaler Hyporeaktivität gemessen mit Hilfe des EDOR-Tests und absichtlicher Selbstverletzung (z. B. Suizid und Suizidversuch) mit oder ohne Todesabsicht sowie mit oder ohne gewaltsame Methode bei erwachsenen Patienten mit primärer Depression. Methoden: 1 500 Patienten mit einer Primärdiagnose einer Depression, auch in Remission, werden rekrutiert. Die depressive Symptomatologie wird mit Hilfe der Montgomery-Asberg Depression Rating Scale bewertet. Frühere Suizidversuche werden registriert, und die Todesabsicht des gravierendsten Versuchs wird anhand der ersten acht Elemente der Beck Suicide Intent Scale bewertet. Das Suizidrisiko wird auch gemäß den Regeln und Traditionen des Zentrums beurteilt. Schließlich wird der EDOR-Test durchgeführt. Während des EDOR-Tests werden zwei Finger auf Goldelektroden gelegt, und es wird normgemäß 0,5 V-Gleichstrom durch die Epidermis der Finger gelassen. Während des Tests wird immer wieder über Kopfhörer ein mäßig kräftiger Ton dargeboten. Die elektrodermalen Reaktionen auf die Reize bedeuten eine Erhöhung des Hautleitwerts aufgrund der zunehmenden Zahl an gefüllten Schweißdrüsenausführungsgängen; die gefüllten Gänge fungieren als Leiter durch die Epidermis, die einen hohen elektrischen Widerstand hat. Aus ethischen Gründen kann die Beurteilung des Suizidrisikos basierend auf den Ergebnissen des EDOR-Tests überarbeitet werden. Alle Patienten werden ein Jahr lang nachbeobachtet, um die in dieser Zeit aufgetretene vorsätzliche Selbstbeschädigung zu erfassen. Dabei wird die oben beschriebene Methode angewendet. Erwartete Ergebnisse: Patienten, die bei einem Suizidversuch starke Todesabsichten zeigen oder Suizid begehen, sind in den meisten Fällen elektrodermal hyporeaktiv, und nicht elektrodermal hyporeaktive Patienten zeigen nur wenig Hinweise auf Todesabsichten oder Suizide.

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