Beschreibung der Studie

Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankung können psychische Begleiterkrankungen aufweisen, die bei der Inanspruchnahme von medizinischen Rehabilitationsleistungen eine Rolle spielen. Sozialmedizinischen Prüf- und Gutachterärzten der Rentenversicherungsträger liegen aus verschiedenen Gründen zumeist keine Informationen über psychische Komorbiditäten vor, die jedoch bei der Zuweisung eines geeigneten Rehabilitationskonzeptes berücksichtigt werden sollten. Ziel der Studie ist die Erprobung und Etablierung eines Ultrakurz-Fragebogens (UKS) zur Identifizierung psychosozialer Problemlagen bei Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen. Zum Einsatz kommt das Ultrakurz-Screening bei der Reha-Antragstellung durch den Patienten und soll dem Prüfarzt der Rentenversicherung als Hilfe zur Zuweisung einer geeigneten Rehabilitation dienen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Die Reha-Konzeptentscheidung (orthopädische Reha, verhaltensmedizinisch-orthopädische Reha oder psychosomatische Reha) wird bei Entscheidung über den Reha-Antrag mit einem Dokumentationsbogen erhoben. Diesen füllen die sozialmedizinischen Prüf- und Gutachterärzte nach Bearbeitung der Reha-Antragsunterlagen aus (T0a).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 540
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnose: muskuloskelettale Erkrankung (ICD M00-99)
  • anstehende Reha-Antragstellung im Heilverfahren
  • Wohnort in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen
  • Versicherte der DRV Mitteldeutschland

Ausschlusskriterien

  • keine ausreichenden Deutschkenntnisse
  • akute psychiatrische, dementielle oder akute Erkrankung mit vordringlichem medizinischem Handlungsbedarf, der eine Rehabilitation aufschiebt oder ihr entgegensteht

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Hallux rigidus-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

FRAGESTELLUNGEN: Die Studie bearbeitet folgende Fragestellungen: Wie häufig entscheiden sich prüfärztliche Gutachter der DRV für die drei Reha-Konzepte (orthopädische Reha, verhaltensmedizinisch-orientierte Reha und psychosomatische Reha), wenn ein Kurzscreeningbogen für psychosoziale Belastungen bei Reha-Antragstellung den Unterlagen beiliegt? Wie häufig sind in der Region Mitteldeutschland psychosoziale Problemlagen unter Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen, die in der hausärztlichen oder ambulanten orthopädischen Versorgung einen Reha-Antrag stellen? Ist das UKS ein geeignetes Instrument zur Unterstützung der Antragsentscheidung und Zuweisungssteuerung zur medizinischen Rehabilitation? HINTERGRUND: Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen in der Region Mitteldeutschland leiden, wie in Vorgängerstudien identifiziert oft unter den Folgen zu spät erkannter oder kaum beachteter psychischer Belastungen. Muskelskeletterkrankungen machen ein Drittel aller (2015) von der gesetzlichen Rentenversicherung finanzierten Leistungen zur medizinischen Rehabilitation aus, wobei die häufigsten Diagnosen dieser Erkrankungsgruppe nachweislich eine besonders erhöhte psychische Komorbidität aufweisen. Im Zuweisungsprozess zur medizinischen Rehabilitation werden diese psychischen Belastungen nur unzureichend oder zu spät erkannt, was zu nicht-bedarfsgerechter Zuweisung zu gesundheitsrelevanten Interventionen führen und somit zu ungünstigeren sozialmedizinischen Verläufen (hohe Erwerbslosigkeits- und Rentenantragsquoten) dieser Subgruppe nach Rehabilitation führen kann. STUDIENDESIGN: Die Zuversicht II-Studie ist eine kontrollierte, randomisierte Interventionsstudie mit Doppelverblindung, bei welcher die psychosoziale Belastung (Komorbidität) der Rehabilitation Beantragenden mit muskuloskelettalen Erkrankungen (ICD-10: M00-99) im Beantragungszeitraum durch zwei Instrumente erfasst wird: das Ultra-Kurz-Screening (UKS) bereits in der vertragsärztlichen Versorgung (T0), sowie einen Fragebogen mit gesundheitsbezogenen Items (u.a. auch UKS) nach Erhalten des Antragsbescheides (T1). So wird die Reliabilität des Instruments UKS untersucht, und durch eine Beobachtung der Zuweisungsprozesse mittels der Rückmeldung der DRV-Gutachter wird betrachtet, inwiefern das UKS die Zuweisung zu den jeweiligen Rehabilitationskonzepten beeinflussen kann. METHODE: Patienten, die die Einschlusskriterien erfüllen, sollen in der vertragsärztlichen Versorgung (Hausarzt/Orthopäde) rekrutiert werden, wo sie bereits einen Studienordner mit den notwendigen Unterlagen erhalten. Zu dem Zeitpunkt der Antragstellung soll das UKS (T0-Fragebogen) ausgefüllt und in der Interventionsgruppe dem Reha-Antrag an die DRV MD beigelegt werden. Die Gutachter teilen den Forschern die Zuweisungsentscheidung (pseudonymisiert über Patienten- und Gutachter-ID) durch ein Dokumentationsblatt mit, welches in der Interventionsgruppe auch Fragen zur Nützlichkeit des Screenings beinhaltet. Der T1-Fragebogen, der durch die Patienten nach dem Erhalt des Antragsbescheids ausgefüllt werden soll, enthält neben Fragen zu soziodemografischen und sozialmedizinischen Angaben auch Fragen zum physischen und psychischen Gesundheitszustand. Letztere werden genutzt, um die Reliabilität und Validität des UKS zu untersuchen. Über die evaluierende Rückmeldung durch die teilnehmenden Arztpraxen und DRV-Gutachter soll die Realisierbarkeit und dementsprechend mögliche zukünftige Implementation des UKS eingeschätzt werden. DATENQUELLEN: 1) T0-Ultra-Kurz-Screening UKS (durch den Patienten auszufüllen) 2) T1-Fragebogen (durch den Patienten auszufüllen) 3) Dokumentationsblatt für Gutachter der DRV (Zuweisungsentscheidung, Evaluation des Screenings) 4) Evaluationsbogen (Arztpraxen)

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.