Beschreibung der Studie

Bei rund 65 % der Bewohnerinnen und Bewohner in Schweizer Pflegeheimen liegt eine Demenzdiagnose oder ein Demenzverdacht vor. Psychische und Verhaltenssymptome (z.B. Aggression) gelten als eine der häufigsten Probleme der Demenz und werden meist unter dem Begriff „herausforderndes Verhalten“ zusammengefasst. Herausforderndes Verhalten bezeichnet jenes Verhalten, welches von der Umwelt nicht verstanden oder als störend empfunden wird und auch selbst- und fremdgefährdend sein kann. Die Ursachen für herausforderndes Verhalten können vielfältig sein, häufig handelt es sich um den Ausdruck von unbefriedigten Bedürfnissen. Im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen wird als eine Möglichkeit die Basale Stimulation empfohlen. Ziel des Projektes ist, die Auswirkungen der Anwendung der Basalen Stimulation (konkret: das Angebot der Basalen Berührung) während der Unterstützung bei der Körperpflege auf das herausfordernde Verhalten von Menschen mit Demenz zu untersuchen. Zudem soll erhoben werden, wie Pflegende das Verhalten der Menschen mit Demenz im Hinblick auf die Anwendung der Basalen Berührung erleben. Es nehmen 40 Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz und herausforderndem Verhalten und 24 Pflegende aus zwei Pflegeheimen teil. Die Pflegenden erhalten eine Schulung und führend die Basale Berührung anschliessend bei der Körperpflege durch. Die Datenerhebung findet jeweils vor und nach der Schulung statt.

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Studiendetails

Studienziel Zielkriterium: Herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz (agitiertes und aggressives Verhalten) Instrumente: Beobachtungsprotokoll und Fragebogen (Cohen-Mansfield Agitation Inventory) Zeitpunkt: Vor und nach der Schulung der Pflegepersonen
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Dietschweiler Stiftung

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pflegeheimbewohnende:
  • Demenz oder kognitive Einschränkungen
  • Zeigen herausforderndes Verhalten während der Körperpflege
  • Informed consent
  • Pflegepersonen:
  • Diplomierte Pflegefachpersonen, Fachangestellte Gesundheit oder Pflegeassistenz, welche in den teilnehmenden Pflegeheimen arbeiten

Ausschlusskriterien

  • Pflegeheimbewohnende:
  • Eintritt ins Pflegeheim in den letzten vier Wochen
  • Pflegepersonen:
  • Keine

Adressen und Kontakt

Alters- und Pflegeheim Lindenhof, St.Gallen

Ansprechpartner: Prof. Dr. Susi Saxer

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Pflegeheim St.Otmar, St.Gallen

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Pflegeheim Werdenberg, Grabs

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Häufig gestellte Fragen

Bei rund 65 % der Bewohnerinnen und Bewohner in Schweizer Pflegeheimen liegt eine Demenzdiagnose oder ein Demenzverdacht vor. Psychische und Verhaltenssymptome wie Aggression und Agitation gelten als eine der relevantesten klinischen Dimensionen der Demenz und werden meist unter dem Begriff „herausforderndes Verhalten“ zusammengefasst. Herausforderndes Verhalten bezeichnet jenes Verhalten, welches von der Umwelt nicht verstanden oder als störend empfunden wird und auch selbst- und fremdgefährdend sein kann. Die Ursachen für herausforderndes Verhalten können vielfältig sein, häufig handelt es sich um den Ausdruck von unbefriedigten Bedürfnissen. Wichtige Auslöser können sein, wenn die Situation nicht verstanden wird, die Situation auf den Betroffenen überfordernd wirkt oder wenn Kommunikationsprobleme vorliegen. Im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen werden nicht-pharmakologische Ansätze, unter anderem die Anwendung der Basalen Stimulation, empfohlen. Ziel der Forschung ist, die Auswirkungen der Anwendung der Basalen Stimulation (konkret: das Angebot der Basalen Berührung) während der Unterstützung bei der Körperpflege auf das herausfordernde Verhalten von Menschen mit Demenz zu untersuchen. Zudem soll erhoben werden, wie Pflegende das Verhalten der Menschen mit Demenz im Hinblick auf die Anwendung der Basalen Berührung erleben. Die Studie wird mittels dem Mixed Methods embedded Design durchgeführt, in dem quantitative und qualitative Methoden kombiniert werden. Es nehmen 40 Bewohnerinnen und Bewohner und 24 Pflegende aus zwei Pflegeheimen teil. Nach einer Schulung der Pflegenden (zweitägige Schulung zu Basaler Stimulation mit Fokus auf Basale Berührung) wird das vermittelte Wissen anschliessend während der Körperpflege von Menschen mit Demenz umgesetzt. Die Datenerhebung findet mittels teilnehmender Beobachtung und Erhebung von Fragebögen an jeweils vier Tagen vor und nach der Schulung statt. Am Ende der Studie werden Fokusgruppeninterviews mit den Pflegenden geführt. Die quantitative Datenanalyse wird mittels deskriptiver Darstellung und Vergleiche der Kennzahlen sowie mittels Signifikanztests durchgeführt. Die qualitative Datenanalyse erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien