Beschreibung der Studie

Bestimmte Nervenfasern konnten als diejenigen Nerven klassifiziert werden, welche die Sinneswahrnehmung Juckreiz (fachl.: Pruritus) von der Haut zu dem zentralen Nervensystem leiten. Die freien Nervenendigungen können mittels einer speziellen Färbetechnik gegen ein bestimmtes Eiweiß dargestellt und nach etablierten Regeln ausgezählt werden. Entzündliche Hauterkrankungen wie beispielsweise Juckknoten (fachl.: Prurigo nodularis) gehen mit einer reduzierten Hautnervenfaserdichte einher. Die Hautnervenfaserdichte ist jedoch an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers unterschiedlich. Eine systematische Untersuchung bei entzündlichen Hauterkrankungen fehlt bislang. Diese Pilotstudie gliedert sich in 2 Teilprojekte mit insgesamt 240 Studienteilnehmern. Ziel von Teilprojekt 1 ist es unter anderem, die Nervenfaserdichte und -gestalt in Normalhaut von verschiedenen Lokalisationen (Unterarm, Unterschenkel, Schulterblatt) gesunder Studienteilnehmer anhand von Hautproben zu untersuchen. Darauf aufbauend sollen die gewonnen Erkenntnisse aus Teilprojekt 1 mit Veränderungen der Nervenfaserdichte und –gestalt (Morphologie) von Hautproben hautkranker Patienten (Neurodermitis und spezielle Juckreizformen, sog. neuropathischer Pruritus) verglichen werden, um morphologische Schlüsselveränderungen der genannten entzündlichen Hauterkrankungen definieren zu können. Diese Schlüsselveränderungen sollen einen Beitrag zur Verbesserung der Diagnostik der genannten Erkrankungen leisten. Ferner sollen bestimmte juckreizfördernde Verbindungen mittels spezieller chemischer Färbungen ebenfalls anhand der gewonnen Hautproben untersucht werden. Es ist vorgesehen, die Hautproben in der Universitätshautklinik Münster an den genannten Körperstellen ambulant zu entnehmen.

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Studiendetails

Studienziel Unterschied in der Variation der intraepidermalen Nervenfaserdichte (IENFD) und intraepidermale und dermale Nervenfaseranatomie (NFA) an verschiedenen Haut-Lokalisationen.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 240
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Kompetenzzentrum chronischer Pruritus (KCP) und Klinik für Hautkrankheiten Universitätsklinikum Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilprojekt 1:
  • Geschlecht: Beide, männlich und weiblich
  • Mindestalter:18 Jahre
  • Höchstalter:kein Höchstalter
  • Teilprojekt 2:
  • Diagnose: Vorliegen einer atopischen Dermatitis oder eines neuropathischen Pruritus an einer der folgenden Lokalisationen: - Unterschenkel 10cm oberhalb des Malleolus lateralis; - Unterarm zentral oberhalb des Musculus brachioradialis
  • Schulterblatt

Ausschlusskriterien

  • Teilprojekt 1:
  • Vorhandensein von Pruritus oder Hauterkrankungen jeglicher Art
  • Anamnese für atopische Disposition
  • Anamnestisch Diabetes mellitus Typ I oder II
  • Anamnestisch Hepatitis B/C oder HIV Infektion
  • Bestehende neurologische oder
  • psychiatrische Erkrankung
  • Allergie auf Lokalanästhetika, Pflaster oder Latex
  • Regelmäßige Einnahme von folgenden Medikamenten:
  • Antidepressiva, Antikonvulsiva, Neuroleptika
  • Dauerhafte Einnahme von Analgetika.
  • Schwangere (Frage nach oraler Kontrazeption bzw. letzter Regel), Stillende
  • Fehlendes Verständnis der Sprache, Leseschwäche/Sehschwäche
  • Teilprojekt 2:
  • psychiatrische Erkrankungen

Adressen und Kontakt

Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus, Münster

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Häufig gestellte Fragen

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Unmyelinisierte C-Nervenfasern konnten als diejenigen Nerven klassifiziert werden, welche den Pruritus von der Haut zu dem zentralen Nervensystem leiten. Diese Nervenfasern enden als freie Nervenendigungen in der Epidermis bzw. dem Papillarkörper. Die freien Nervenendigungen können mittels einer Immunfärbung gegen das Enzym Protein Gene Product 9.5 (PGP 9.5) dargestellt und quantifiziert werden. Die Bestimmung der intraepidermalen Nervenfaserdichte (IENFD) ist in der Neurologie ein standardisiertes und geeignetes Verfahren, um frühzeitig Veränderungen der Nervenfaserdichte und damit Zeichen einer Neuropathie zu entdecken. Die IENFD variiert je nach Lokalisation und ist alters- und geschlechtsabhängig. Für entzündliche Dermatosen mit unterschiedlichen Prädilektionsstellen gibt es keine systematischen Untersuchungen in der Literatur und keine Referenzbereiche. Diese Pilotstudie gliedert sich in zwei Teilprojekte mit insgesamt 240 Probanden. In Teilprojekt 1 ist neben der Etablierung eines alters- und geschlechts-stratifizierten Referenzbereiches für die intraepidermale Nervenfaserdichte (IENFD) an den Lokalisationen Unterschenkel, Schulterblatt und Unterarm geplant, die physiologische intraepidermale und dermale Nervenfaseranatomie nach morphologischen Kriterien (u.a. Aufzweigungen, Verzweigungsmuster, Kaliberschankungen, Krümmungsverhalten, Abbrüche, Endauftreibungen, Verdickungen) zu untersuchen. Darauf aufbauend verfolgt das Hauptziel von Teilprojekt 2 die erhobenen morphologischen Kriterien und die IENFD des Kontrollkollektives mit den morphologischen Veränderungen der Nervenanatomie von Patienten mit atopischem Ekzem und neuropathischem Pruritus (brachioradialer Pruritus, Nothalgia Paresthetica) zu vergleichen, um somit mögliche pathologische Schlüsselveränderungen der Nervenanatomie bei den genannten pruritogenen Erkrankungen zu definieren. Pathologische Schlüsselveränderungen der Nervenanatomie würden das morphologische Diagnosespektrum dieser Erkrankungen erweitern und somit ein weiterer wertvoller Diagnosebaustein in der Klinik und deskriptiven Forschung sein. Ferner soll das Expressionsniveau unterschiedlicher pruritogener Mediatoren immunhistochemisch im Kontrollkollektiv und den entzündlichen Dermatosen anhand von Hautproben untersucht werden, um möglicherweise therapeutische Implikationen abzuleiten. Es ist vorgesehen, die Hautproben in der Universitätshautklinik Münster an den genannten Körperstellen ambulant zu entnehmen.

Quelle

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