Beschreibung der Studie

Viele alkoholabhängige Menschen verspüren bei Konfrontation mit bestimmten Reizen, beispielsweise Bildern oder dem Geruch von Alkohol, körperliche Reaktionen und das Verlangen zu trinken. In dieser Studie sollen die dabei aktiven Prozesse im Gehirn sichtbar gemacht werden und es dadurch den Teilnehmern ermöglicht werden zu lernen, diese Prozesse bewusst zu kontrollieren und damit möglicherweise Rückfällen besser zu widerstehen. Für dieses „Neurofeedback“ werden alkoholabhängigen Teilnehmern nach einem klinischen Entzug Bilder von alkoholischen Getränken präsentiert und gleichzeitig die mittels funktioneller Kernspintomographie gemessene Hirnprozesse in Echtzeit dargestellt und rückgemeldet. Dabei sollen die Teilnehmer lernen, den angezeigten Prozess in eine vorgegebene Richtung zu beeinflussen. Insgesamt werden 3 Untersuchungstermine von ungefähr 1,5 Stunden Dauer durchgeführt, wovon das Neurofeedback jeweils ungefähr 30 Minuten in Anspruch nimmt. In der Studie werden die Teilnehmer in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die unterschiedliche Prozesse im Gehirn zurückgemeldet bekommen. Das Ziel der Studie ist es, zu überprüfen, ob sich eine Veränderung von Prozessen im Gehirn während des Neurofeedback-Trainings zeigt, ob sich diese Veränderungen zwischen den Gruppen unterscheiden und ob sich die Rückfallrate zwischen den Gruppen unterscheidet.

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Studiendetails

Studienziel Rückfallrate nach dem Neurofeedback-Training: - Follow-Up Kontakte nach 1, 2 Monaten (telefonisches Interview) und nach 3 Monaten (Interview in der Klinik) nach dem letzten Neurofeedback Training. - Form 90 (strukturiertes Interview zur Erfassung des Trinkverhaltens) - OCDS (Erfassung des subjektiv empfundenen Alkoholverlangens) -CAS-A (Erfassung des automatisierten Anteils des Alkoholcravings) -AASE (Alkoholabstinenz-Selbstwirksamkeitsfragebogen) - AUQ (Erfassung des aktuellen Alkoholverlangens) - Atemalkoholkontrolle und Blutentnahme (nach 3 Monaten beim Interview in der Klinik)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Europäische Kommission Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Männer und Frauen zwischen 18 und 65 Jahren
  • Visus (korrigiert) > 0,8 (Landoltringe)
  • ausreichende sprachliche Fähigkeit, um Fragen in mündlicher und schriftlicher Form zu beantworten
  • Fähigkeit zur Zustimmung nach ausführlicher schriftlicher Aufklärung
  • Diagnose einer Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 und DSM-IV-Kriterien
  • kontrollierte Abstinenz seit 5-28 Tagen, abgeschlossene Entgiftung

Ausschlusskriterien

  • aktuell oder während der letzten 12 Monate bestehende psychiatrische Achse 1 Störung, außer Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol oder Nikotin.
  • Anamnese von neurologische Erkrankungen
  • Epilepsie
  • Ausschlusskriterien für die kernspintomographische Untersuchung (Herzschrittmacher, Metallimplantate oder Schwangerschaft)
  • positives Drogenscreening
  • Aktuelle Behandlung mit psychotropen oder antikonvulsiven Medikamenten, eine Vorbehandlung mit Benzodiazepinen oder Distraneurin muss bei Aufnahme in die Studie mindestens drei Tage zurückliegen
  • Vorliegen von Suizidalität oder Fremdgefährdung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Das Ziel der Studie ist die Untersuchung der neuronalen Reizreaktion auf Alkoholreize, der Fähigkeit alkoholabhängiger Patienten diese zu modulieren, und des Einflusses einer solchen Modulation auf die Rückfallrate. Hierfür wird mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) Echtzeit-Neurofeedback mit stationären und tagesstationären alkoholabhängigen Patienten der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit durchgeführt. fMRT wird verwendet, um die Aktivität spezifischer topographisch klar definierter Hirnareale oder die Konnektivität zwischen diesen nahezu in Echtzeit an den Probanden rückzumelden, was diesen erlaubt zu Lernen, Reaktionen auf Alkoholreize zu kontrollieren und mit Rückfällen assoziierte Hirnaktivität und Konnektivität zu verändern. Das Neurofeedback-Training wird dabei durchgeführt während den Patienten Alkoholreize (Bilder des bevorzugten Getränks) präsentiert werden. 3 Trainingssitzungen mit einer Dauer von jeweils ungefähr 30 Minuten werden innerhalb von maximal 2 Wochen durchgeführt. Die Patienten werden randomisiert einer von 5 Neurofeedback-Gruppen zugewiesen (Ventrales Striatum (VS) Herunterregulation, Inferiorer Frontaler Gyrus (IFG) Hochregulation, VS-IFG Konnektivität negative Regulation, Kontrollregion Hochregulation, Kontrollregion Herunterregulation) und sind verblindet über ihre Gruppe. Um den Effekt des Neurofeedbacks auf Konnektivität in Hirnnetzwerke und auf Reizreaktion-assoziierte Informationsverarbeitungsprozesse zu untersuchen werden außerdem fMRT-Ruhemessungen während der Trainingssitzungen durchgeführt. Rückfallraten nach 3 Monaten und funktionelle Veränderungen im Gehirn während und über die Trainingssitzungen werden untersucht und verwendet um zu testen ob fMRT-Neurofeedback Rückfallraten beeinflussen kann, welche Veränderungen im Gehirn mit der Intervention zu sammenhängen, und ob sich diese Effekte zwischen den Gruppen unterscheiden.

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