Beschreibung der Studie

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat 2011 in Deutschland untersucht, wie "Einstellung, Wissen und Verhalten von Pflegekräften zur Organ- und Gewebespende" ist (1). In dieser Befragung haben 30% der Pflegenden angegeben, dass es eine Belastung ist einen hirntoten Menschen zu betreuen. Mit "manchmal" wurde es von 52% der Pflegenden angegeben (1). Zu welcher Art der Belastungen wurden keine Angaben gemacht. 2014 wurde eine Forschung mit der Fragestellung "Wie erleben Intensivpflegekräfte die Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten während der Hirntoddiagnostik und der ggf. darauf folgenden organprotektiven Therapie bis zur Explantation?" (2) durchgeführt. In dieser wurden Phänomene, die bislang in der Literatur nicht dargestellt waren, identifiziert. Unter anderem wurde beschrieben: im Behandlungsteam eine mangelnde Kommunikation; der Eindruck, von zu wenig verabreichten Analgetika; dieses Sterben ist ein anderer Abschied; die Situation, wenn die Geräte abgestellt werden (2). Um die Situation vollständig zu betrachten, sollte das Erleben bei der Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten, aus Sicht der behandelten Ärzten und den Angehörigen der (potenziell) hirntoten Patienten ebenfalls berücksichtigt werden. Ziel der Studie ist, die drei Hauptakteure aus diesem Prozess (Pflegende, Ärzte und Angehörige) nach dem Erleben in der Betreuung/Begleitung von (potenziell) hirntoten Patienten zu befragen. Mit den Ergebnissen soll eine Handlungsempfehlung erstellt und die Arbeitsabläufe optimiert werden. 1 BZgA (2011). Einstellung, Wissen und Verhalten von Pflegekräften zur Organ- und Gewebespende Retrieved 23.06.2015, from http://www.organspende-info.de/sites/all/files/files/files/Pflegestudie-Veroeffentlichung-final.pdf 2 Drexler, S. (2015). "... das ist eine schwierige Situation". Intensiv, 23(3), 154-159. 3 Benner, P. H. (1994). Interpretive Phenomenology. Embodiment, Caring, amd Ethics in Health and Illness. Thousand Oaks: SAGE.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Die Interviews werden auf der Basis der Interpretativen Phänomenologie nach Benner ausgewertet. Die gebildeten Phänomene dienen als Grundlage für die Entwicklung der Handlungsempfehlung.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Nachwuchsakademie Versorgungsforschung Baden-WürttembergUniversitätsklinikum FreiburgSektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung

Ihr ganz persönlicher Studienberater

Über 10.000 Patienten und Angehörige erhalten über den Studienberater aktuelle und passende Studien per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

  • Neue Behandlungen entdecken
  • Keine Chance verpassen
  • Wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pflege/Arzt:
  • Freiwilligkeit
  • Intensivpflegende/Intensivarzt hat schon (wenn möglich in den letzten 12 Monaten) einen potenziell hirntoten oder hirntoten Patienten betreut/behandelt
  • Qualifikation Pflege: mindestens Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Qualifikation Arzt: Approbation
  • Volljährig
  • Deutschsprachig
  • Angehörige:
  • In der Lage sein, Deutsch zu sprechen und zu verstehen
  • Hirntoter Angehöriger ist vor frühestens 10 Wochen bis maximal fünf Jahren mit der Diagnose Hirntod verstorben (unabhängig von einer Organspende)
  • Hirntoter Angehöriger war volljährig

Ausschlusskriterien

  • Die Situation „Hirntod bei Kindern“ wird in diesem Forschungsvorhaben nicht berücksichtigt, da die Annahme besteht, dass in solchen Fällen das Erleben der Angehörigen, Pflegenden und Ärzten abweichend zur Erwachsenenpflege ist. Daher wird die Kinderklinik nicht einbezogen.
  • Pflege/Arzt:
  • Pflegende und Ärzte aus dem pädiatrischen Bereich
  • Angehörige:
  • Hirntoter Angehöriger war noch nicht volljährig

Adressen und Kontakt

Freiburg im Breisgau

Ansprechpartner: Sabine Drexler

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Häufig gestellte Fragen

In dieser Studie handelt es sich um ein qualitatives Forschungsvorhaben, welches nach dem Erleben der Situation in der Betreuung/Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten fragt. Auf der Basis der interpretativen Phänomenologie nach Benner (3) werden die Interviews ausgewertet. Anschließend werden die Ergebnisse als Grundlage für eine Handlungsempfehlung genutzt, welche in einer Gruppendiskussion mit Pflegenden, Ärzten, dem Krankenhausmanagement und Patientenvertretern erstellt wird. Es wird mit zwei der Angehörigen aus den Interviews Rücksprache bezüglich der erstellten Handlungsempfehlung gehalten.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien