Beschreibung der Studie

Die LVR-Klinik Köln führt eine Studie zum Thema Depression und Bewegungstherapie durch. Die Klinik möchte untersuchen ob die Effekte der Bewegungstherapie mit Hilfe einer zusätzlichen Schulung verbessert werden können. Diese Untersuchung ist eine randomisierte-kontrollierte Studie, d.h. die Teilnehmer werden gemäß dem Zufallsprinzip einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Während alle Teilnehmer die Sport- und Bewegungstherapie durchlaufen, wird den Teilnehmern der Interventionsgruppe zusätzlich eine kurze edukative und motivationale Intervention (Theorie-Einheit) mit Arbeitsmaterialien angeboten. Inhalte dieser Schulung, sind u.a. Bewegung und Sport bei psychischen Erkrankungen bzw. deren Bedeutung für die psychische Gesundheit, welche Sportarten geeignet sind und in welchem zeitlichen Rahmen Bewegung nützlich sein kann um rückfallpräventiv zu wirken. Alle Teilnehmer erhalten eine umfassende körperliche Leistungsdiagnostik (2-Km Walkingtest und Motorische-Basisdiagnostik) um die Fortschritte ihrer Therapie festzuhalten und zu dokumentieren. Diese Untersuchungen werden zu Beginn des stationären Aufenthaltes, nach 4 Wochen sowie 2 Monate nach Entlassung durchgeführt. Außerdem werden die Teilnehmer zu diesen drei Zeitpunkten in Form verschiedener Fragebögen befragt. Um eine möglichst hohe Effektivität des Programms gewährleisten zu können, ist die regelmäßige Teilnahme an der Sport- und Bewegungstherapie erforderlich. Das Ausfüllen der zusätzlich benötigten Fragebögen erfordert einen Zeitaufwand von jeweils ca. 30 Minuten. Eine weitere Notwendigkeit stellt das Absprechen eines einmaligen Termins zwei Monate nach Beendigung des stationären Aufenthaltes dar. In diesem persönlichen Treffen werden noch einmal die körperliche Leistungsfähigkeit getestet und die Fragebögen ausgefüllt.

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Studiendetails

Studienziel Primäre Zielvariablen: Als primäre Zielvariable wird die habituelle körperliche Aktivität definiert. Wir gehen davon aus, dass diese stärker mit der Depressivität korreliert als die objektiven Parameter. -Fragebogen habituelle körperliche Aktivität (HKA) nach Wagner & Singer, 2003: Der Fragebogen wird zu allen 3 Messzeitpunkten (t0 Aufnahme in die Studie, t1 nach 4 Wochen, t2 zwei Monate nach Beendigung des stationären Aufenthaltes) angewandt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 76
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle LVR-Klinik Köln Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Indikation zur Teilnahme an der Studie ist eine Diagnose „depressive Störung“ nach ICD-10 (F32.x Depressive Episode, F33.x Rezidivierende depressive Störung und F34.x Anhaltende affektive Störung) unabhängig von Schweregrad, diagnostiziert durch den Arzt auf der jeweiligen Station (nur Patienten der Abteilung I und II) und unabhängig davon, ob eine einzelne oder eine rezidivierende Episode vorliegt. Weitere Bedingung ist ein Wert aus dem BDI größer 18.

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien sind orthopädische-, neurologische oder kardiovaskuläre Probleme, die körperliche Belastungen ausschließen bzw. die Bearbeitung der eingesetzten Testverfahren unmöglich machen. Des Weiteren werden Patienten mit akut psychotischer Symptomatik von der Studienteilnahme ausgeschlossen.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Depression-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen oder affektive Störungen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Erkrankung sein. In Deutschland leiden etwa vier Millionen Bundesbürger an Depressionen und den hiermit verbundenen körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen. Laut Stahmeyer et al. (2011) belaufen sich die Kosten für das Gesundheitssystem auf ca. 22 Milliarden Euro pro Jahr. Allein diese Zahlen sprechen für die Notwendigkeit von wissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich. Vor diesem Hintergrund soll eine „Motivationale Intervention als Verstärker einer bewegungs-therapeutischen Standardbehandlung bei stationären depressiven Patienten erprobt werden“. In einer Randomisierten-kontrollierten, Längsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten (t0 Aufnahme in die Studie, t1 nach 4 Wochen, t2 zwei Monate nach Beendigung des stationären Aufenthaltes) werden die Effekte der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit überprüft. Das Ziel dieser Studie ist die feste Etablierung der kurzen edukativen und motivationalen Intervention im Sinne einer Nachsorgestrategie in der LVR-Klinik Köln (Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Köln-Merheim, Akad. Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln). Vor diesem Hintergrund zielt die Studie auf eine Förderung sportlichen Aktivitäten im Alltag ab. Für den Bereich der Psychiatrie bestehen keine bewegungstherapeutischen Nachsorgestrategie-Modelle. Daher stellt diese Intervention, ein neues Element zur Rückfallprophylaxe bei depressiven Störungen dar und trägt zur Weiterentwicklung der nicht-medikamentösen Behandlungsverfahren bei. Die Klinik installiert die edukative Schulung in den Klinikalltag und setzt unterstützende Materialien wie Information- und Arbeitsblätter während der Projektlaufzeit ein. Darüber hinaus durchlaufen alle Teilnehmer die bewegungstherapeutische Standardbehandlung. Als primäre Zielgröße wird die habituelle körperliche Aktivität definiert. Sekundäre Zielgrößen sind die physiologischen Parameter der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit und der allgemeinen körperlichen Fitness, die depressive Symptomatik, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie die Qualität der Aufmerksamkeit. Die Teilnehmer (Erstdiagnosen F32.x, F33.x und F34.x nach ICD-10) lernen im stationären Rahmen eine Vielzahl an Bewegungs- und Sportmöglichkeiten kennen, und erhalten durch die adressatengerechte kurze edukative und motivationale Intervention eine gezielte Vorbereitung für den Alltag. Der nahtlose, aktive Übergang von Klinik zum Wohnort stellt ein häufiges Problem dar, denn die Umsetzung der gesteckten Ziele im Alltag fällt oft schwer, mögliche Rückfälle sind die Folge. Durch die hier vorgestellten neu entwickelten Nachsorgemaßnahmen wird der Versuch unternommen, dies langfristig zu verbessern. Die Bewegungs- und Sportangebote stehen für eine Erhaltung des Wohlbefindens und der Lebensqualität und darüber hinaus als eine tagesstrukturierende Maßnahme (Deimel, 2008). Es wird immer deutlicher, dass dieses Potenzial körperlicher Aktivität hinsichtlich Therapieerfolg, Lebensqualität und Kosteneffektivität bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist (Schulz et al., 2012).

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