Beschreibung der Studie

Bei der Punktion peripherer Venen zur Anlage eines Venenverweilkatheters handelt es sich um eine Routinemaßnahme, die weltweit in jedem Krankenhaus hunderte Male am Tag durchgeführt wird. Auch die Kannülierung der A. radialis stellt ein Routineverfahren bei der Anlage einer invasiven (direkt in der Arterie messenden) Blutdruckmessung dar. Jede Punktion ist für den Patienten unangenehm und schmerzhaft, sodass über Maßnahmen nachgedacht werden muss, wie man den Dyskomfort der Punktion möglichst senken kann. Cremes mit Lokalanästhetika, die 1-2 Stunden vor Punktion auf die mutmaßliche Punktionsstelle aufgetragen werden, sind im Bereich der Kinderheilkunde gebräuchlich, in der Erwachsenenmedizin aber unüblich, da der logistische Aufwand hoch und das Problembewußtsein bei Ärzten nicht ausreichend hoch ist. Daher sollen in der vorliegenden Studie zwei einfach umzusetzende Verfahren zur Reduktion des Punktionsdyskoforts miteinander verglichen werden. Dabei handelt es sich um die Kryoanästhesie, die mit einem schnell verdunstenden Flüssigkeit (n-Butan, n-Propangemisch) lokal appliziert wird und einer lokalen intradermalen (bei arterieller Punktion auch subcutanen) Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (2% Lidocain). Diese Techniken sollen miteinander verglichen werden, bei der venösen Punktion wird zudem eine Kontrollgruppe ohne Intervention mitgeführt und zudem im selben Setting der Einfluss der Kanülengröße (17G versus 20G) und mögliche Wechselwirkungen mit der Art der lokalen Vorbereitung (keine - Infiltration - Kryoanästhesie) untersucht werden.

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Studiendetails

Studienziel 1) Fehlpunktionsrate 2) Dyskomfort des gesamten Punktionsprozesses (gemessen auf einer verbalen 11-stufigen Ratingskala, wobei 0=keinerlei Dyskomfort und 11 maximaler Dyskomfort bedeutet.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 450
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesie & IntensivtherapiePhilipps-Universität Marburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Kohorte Venenpunktion:
  • zustimmungsfähig
  • adäquate Venenverhältnisse am Handrücken
  • Indikation zur peripheren Venenkannülierung gegeben (präoperativ)
  • Kohorte Arterienpunktion:
  • tastbarer Arterienpuls an A. radialis
  • Durchgängigkeit der ipsilateralen A. ulnaris
  • Indikation zur Kannülierung der A. radialis gegeben (präoperativ)

Ausschlusskriterien

  • Hautveränderungen an der Punktionsstelle
  • M. Rauynaud
  • Allergien / Unverträglichkeit gegen Kältemittel bzw. Lidocain

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Es soll der Dyskomfort untersucht werden, der durch die Vorbereitung und die Punktion einer peripheren Vene am Handrücken (Kohorte A) bzw. bei der Kanülierung der A. radialis (Kohorte B) entsteht, wenn im ersteren Fall ohne Intervention gearbeitet wurde und vergleichend dazu eine Kryoanästhesie bzw. eine lokale Infiltration mit Lidocaoin durchgeführt wird. Bei der Punktion der A. radialis werden nur die beiden Interventionen miteinander verglichen (2 Gruppenvergleich). Bei der Kanülierung der peripheren Vene (drei Vorbereitungen) wird zudem der Einfluss und die Interaktion der Kanülengröße getestet. In einem randomisierten, vollfaktoriellen Design mit drei Interventionen (keine Vorbereitung - lokale Lidocaininfiltration - Kryoanästhesie der Haut) werden zwei Kanülengrößen (17G versus 20 G) getestet, sodass sich insgesamt 6 Subgruppen ergeben. Dabei soll insgesamt der Dyskomfort der gesamten Punktionsprozedur auf einer 11-Punkte verbalen Ratingskala erfasst und gemessen werden, also insbesondere unter Einbezeihung auf möglichen Dyskomfort, der durch die Vorbereitung der Punktionsstelle entsteht. Das Vorgehen bei der Punktion war so angelegt, dass der Patient keine Kenntnis über die Art der Vorbereitung hatte. Dazu wurde folgendes Prozedere verwendet: 0) Patient dreht Kopf zur Gegenseite; dies wird bis zum ende der Punktion von einer study-nurse überwacht 1) Desinfektion der Punktionsstelle mit einem Alkoholtupfer und anschließendes Abtrockenlassen der Stelle 2) Treffen aller erforderlichen Vorbereitungen 3) Öffnen eines Umschlags (kleinste noch nicht vergebene Nummer), die die Zuordnung des Patienten zur Studiengruppe enthielt ("allocation concealment") 4) Standardisierte Ankündigung an den Patienten "es wird jetzt kalt" 5a) bei Patienten der Lidocaingruppe bzw. Patienten ohne Intervention (nur Kohorte mit Venenpunktion): Alkoholspray 5b) bei Patienten der Kryoanästhesiegruppe: Alkan-Spary auf Punktionsstelle 6) Standardisierte Ankündigung an Patient: "ich beginne jetzt mit der Punktion" 7a) bei Patienten der Lidocaingruppe: lokale Infiltration mit Lidocain (27G Nadel): sofort anschließend Punkition mit Venenverweilkanüle (17G oder 20G) bzw. Beginn Kanüllierung A. radialis mit einer 20G Kanüle ohne weitere Ankündigung 7b) bei Patienten der Kryoanästhesiegruppe und der Kontrollgruppe (nur Kohorte Venenpunktion): Beginn der Venenkanüllierung mit 17G oder 20G Nadel bzw. Punktion der A. radialis mit 20G Kanüle.

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