Beschreibung der Studie

Patienten mit psychischen Erkrankungen leiden im Vergleich zur übrigen Bevölkerung häufiger an ernährungsbedingten körperlichen Erkrankungen (z.B. Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen). Die Ursachen für diese Unterschiede sind zwar bislang nur unzureichend geklärt, nach vorliegenden Erkenntnissen bildet das Ernährungsverhalten der Betroffenen jedoch einen wichtigen Einflussfaktor. Eine wichtige Voraussetzung für weitergehende Forschungsaktivitäten zu diesem Problem sind geeignete Methoden zur Erfassung des Ernährungsverhaltens. Im Rahmen des Forschungsprojektes möchten wir deshalb verschiedene Methoden zur Erfassung des Ernährungsverhaltens dahingehend erproben wie gut sich damit Nahrungsmengen und Nährstoffinhalte messen lassen. Die Daten dienen dazu, Erfahrungen zur Praktikabilität der Messmethoden und Informationen zur Patientenzufriedenheit mit diesen Methoden zu sammeln. Die Patienten werden gebeten über drei Tage ihr Essen und Trinken abzufotografieren und die Fotos an das Studienteam zu übermitteln (z.B. mittels handelsüblichem Fotohandy). Zur Prüfung wird an einem der Tage zusätzlich ein konventionelles Wiegeprotokoll geführt und an einem anderen Tag zusätzlich ein Ernährungstagebuch ausgefüllt. Außerdem sollen Verzehrshäufigkeiten für verschiedene Lebensmittelkategorien geschätzt werden. Am Ende der drei Tage wird ein Zufriedenheitsfragebogen bezogen auf die vier Messmethoden beantwortet. Die dreitägige Datenerhebung wird nach etwa vier Wochen wiederholt.

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Studiendetails

Studienziel Um den primären Endpunkt „ Gesamtpraktikabilität der digitalen Methode“ zu prüfen, werden verschiedene Messmethoden (digitale Methode, Ernährungsprotokoll, Wiegeprotokoll, Verzehrhäufigkeitsfragebogen) bezüglich der Machbarkeit, Genauigkeit und Patientenzufriedenheit auf deskriptiver Ebene verglichen. Um die Machbarkeit der digitalen Methode zu bewerten, werden insbesondere deskriptive und qualitative Ansätze gewählt. Die Anzahl an Essensbildern bzw. Getränkebildern pro Tag, die Anzahl an nicht auswertbaren Bildern und die Anzahl der nicht-auswertbaren Tage wird deskriptiv dargestellt. Außerdem wird die Anzahl an Rückfragen an die Studienteilnehmer (an Visite 2 und Visite 3) dokumentiert. Ein studienspezifischer Zufriedenheitsfragebogen wird verwendet um die Praktikabilität der verschiedenen Erhebungsmethoden aus Patientenperspektive zu erfassen. Der Zufriedenheitsfragebogen wurde bereits in anderen Studien zur Prüfung der digitalen Methode in unterschiedlichen Studienpopulationen an der Universität Ulm angewandt. Der Zufriedenheitsfragebogen mit den enthaltenen Freitextfeldern wird auch auf Hinweise bzgl. der Machbarkeit der digitalen Methode geprüft. Die Daten von beiden Erhebungszeiträumen werden zusammengefasst. Die Nährwerte werden basierend auf den Ernährungsbildern, den Wiegeprotokollen und den Ernährungstagebüchern mit Hilfe der Software „DGExpert“ ermittelt und miteinander verglichen. Intrapersonelle Schwankungen in den Nährwerten zwischen beiden Erhebungszeitpunkten werden erfasst. Die Ergebnisse zur Machbarkeit, Patientenzufriedenheit und Genauigkeit bezüglich der verschiedenen Messmethoden werden in einer Tabelle zusammengestellt. Anhand der Tabelle können Anwendungsempfehlungen für die Methodenauswahl in weiteren Forschungsvorhaben abgeleitet werden.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Ministry of Science, Research and the Arts, Baden-Wuerttemberg

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Eingeschlossen werden 40 Patienten mit F2-Diagnose und 40 Patienten mit F3-Diagnose im Alter von 18 bis 65 Jahren in den psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) der Bezirkskliniken Schwaben, darunter die PIA der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg sowie die PIAs der Kliniken Augsburg, Kaufbeuren, Kempten und Memmingen.

Ausschlusskriterien

  • Patienten, welche einer strengen Diät (z.B. zur Gewichtsreduktion) folgen, werden von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit einer F1-Diagnose (Suchterkrankung) dürfen ebenfalls nicht an der Studie teilnehmen.

Adressen und Kontakt

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Die Lebenserwartung von Patienten mit psychischen Erkrankungen ist deutlich reduziert im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Dies kann unter anderem auf ungesunde Lebensgewohnheiten, wie z.B. eine ungesunde Ernährung, zurückgeführt werden. Prävention und Intervention bezüglich der Ernährung von Patienten mit psychischen Erkrankungen werden angestrebt mit dem Ziel, zum einen die psychische Erkrankung zu lindern, aber auch assoziierten Komorbiditäten entgegenzuwirken. Um das Zusammenspiel zwischen psychischen Erkrankungen und der Ernährung und insbesondere neue Interventionen zu untersuchen, werden valide Methoden zur Erfassung des Ernährungsverhaltens von Patienten mit psychischen Erkrankungen benötigt. Eine digitale Methode zur Erfassung der Ernährung mittels Fotohandy, welche bereits erfolgreich an gesunden Probanden getestet wurde, ist möglicherweise auch für Patienten mit psychischen Erkrankungen besonders gut geeignet. In dem vorliegenden Vorhaben wird die digitale Methode verglichen mit anderen bereits validierten Techniken zur Erfassung des Ernährungsverhaltens wie z.B. einem einfachen Ernährungstagebuch und einem aufwändigen Wiegeprotokoll. Während die Machbarkeit und Genauigkeit dieser neuen Methode bei Patienten mit psychischen Erkrankungen geprüft werden kann, soll außerdem ein Einblick in das Ernährungsverhalten dieser Patientengruppen gewonnen werden. Die digitale Methode soll an 40 Patienten mit F2-Diagnose (Psychosen) und 40 Patienten mit F3-Diagnose (affektive Störungen) erprobt werden. Um das Ernährungsverhalten zu bestimmen, werden diese Patienten über drei Tage ihr Essen und Trinken abfotografieren und die Fotos an das Studienteam übermitteln (z.B. mittels handelsüblichem Fotohandy). Zur Prüfung wird an einem der Tage zusätzlich ein konventionelles Wiegeprotokoll geführt und an einem anderen Tag zusätzlich ein Ernährungstagebuch mit geschätzten bzw. standardisierten Portionsgrößen ausgefüllt. Außerdem sollen Verzehrshäufigkeiten für verschiedene Lebensmittelkategorien geschätzt werden. Am Ende der drei Tage wird ein Zufriedenheitsfragebogen bezogen auf die Messmethoden beantwortet. Die Datenerhebung wird nach etwa vier Wochen wiederholt mit dem Ziel intrapersonelle Schwankungen zu erfassen. Basierend auf den Bildern, den Ernährungstagebüchern und den Wiegeprotokollen werden die Lebensmittel und Portionsgrößen bestimmt und in ein Programm zur Nährwertbestimmung (DGExpert) übertragen. Die verschiedenen Erhebungsmethoden werden hinsichtlich der Machbarkeit und Genauigkeit verglichen. Außerdem wird das Essverhalten der Patienten ernährungswissenschaftlich beurteilt. Damit soll ein wichtiger Ausgangspunkt für die weitere Erforschung der Triade zwischen psychischen Erkrankungen, dem Ernährungsverhalten und Stoffwechsel-assoziierten Komorbiditäten geschaffen werden. In einem Folgeprojekt ist angedacht die Effektivität einer Lebensstil-Intervention bezüglich der Linderung von Stoffwechsel-assoziierten Komorbiditäten (z.B. Adipositas oder Lipidämien) in Patienten mit psychischen Erkrankungen zu untersuchen. Basierend auf dem vorliegenden Projekt, kann eine geeignete Methode zur Erfassung des Ernährungsverhaltens ausgewählt werden und außerdem kann die Lebensstil-Intervention an das Ernährungsverhalten des Patientenklientels angepasst werden.

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