Beschreibung der Studie

Kognitive Einschränkungen und negative Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung sind ein bekanntes Phänomen nach Narkose und Operation. Vor allem bei über 60-jährigen Patienten stellen neurologische (Langzeit-)Folgen wie die postoperative kognitive Dysfunktion und postoperatives Delir ein klinisch höchst relevantes Problem dar. Zur Therapie des Prostatakarzinoms stehen zwei aus tumortherapeutischer Sicht gleichwertige Verfahren zur Verfügung: 1) die Roboter-assistierte und 2) die offene retropubische radikale Prostatektomie. Zu Durchführung der Roboter-assistierten Operationsmethode werden die Patienten für die Dauer des Eingriffs in 45°-Kopftieflage gelagert. Diese extreme Position stellt eine besondere Herausforderung für die Regulation der Durchblutung einzelner Organe, und insbesondere des cerebrovaskulären Systems, dar. In der vorliegenden Studie soll die Regulation von Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns während Roboter-assistierte radikaler Prostatektomie in extremer Kopftieflage im Vergleich zu offener retropubischer Prostatektomie in Rückenlage untersucht werden. Darüber hinaus werden postoperative Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit in beiden Gruppen getestet und verglichen.

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Studiendetails

Studienziel 1) cerebrale Autoregulation (cerebral oxygenation index, intraoperativ) 2) postoperative kognitive Dysfunktion (prä- und postoperativ: California Verbal Learning Test, Grooved Pegboard Test, Digit Span Test, Trail Making A und B)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 408
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Else-Kröner-Fresenius-Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter >18 Jahre
  • elektiver Eingriff
  • Risikogruppe: ASA I-IV (Klassifikation der American Society of Anaesthesiology zur Beurteilung des perioperativen Risikos)
  • Schriftliche Einwilligung zur Teilnahme an der Studie
  • ausreichende Deutschkenntnisse, um die schriftliche Teilnehmerinformation zu verstehen

Ausschlusskriterien

  • Cerebrovaskuläre Ereignisse in der Anamnese (ischämischer Schlaganfall, transitorisch ischämische Attacke)
  • Dementielles Syndrom
  • Risikogruppe: ASA ≥ V (Klassifikation der American Society of Anaesthesiology zur Beurteilung des perioperativen Risikos)

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

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Häufig gestellte Fragen

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Postoperative kognitive Defizite sind ein häufiges Problem nach Narkose und Operation, deren Pathomechanismen noch unzureichend geklärt sind. Wichtige Risikofaktoren sind perioperative, globale kardiozirkulatorische Oxygenierungs- oder Perfusionsstörungen. Abhängig von der individuellen cerebrovaskulären Reaktivität können globale Kreislaufveränderungen unterschiedlich gut kompensiert werden. Cerebrale Autoregulation bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, die cerebrale Perfusion unabhängig von Schwankungen des systemischen Blutdrucks durch Veränderungen des Gefäßwiderstands konstant zu halten. Unter physiologischen Bedingungen kann eine ausreichende cerebrale Perfusion aufrecht erhalten werden, wenn der arterielle Blutdruck zwischen 50 und 150 mmHg liegt. Bei vielen Systemerkrankungen, wie zum Beispiel einer arteriellen Hypertonie, Niereninsuffizienz oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen, verschieben sich die Autoregulationsgrenzen, also die Grenzwerte innerhalb derer die cerebrale Perfusion konstant bleibt. Dadurch kommt es zu einer verstärkten Suszeptibilität des Gehirns gegenüber systemischen Blutdruckschwankungen, Lageveränderungen und anderen Faktoren, die die cerebrovaskuläre Reaktivität beeinflussen. Auch im Rahmen einer Allgemeinanästhesie kann es zu beträchtlichen Verschiebungen der Autoregulationsgrenzen kommen, die Veränderungen der cerebrovaskulären Hämodynamik nach sich ziehen. Dies stellt vor allem bei Patienten, die per se eine Beeinträchtigung der cerebrovaskulären Reaktivität aufweisen, ein Problem dar. Zur operativen Therapie des Prostatakarzinoms stehen zwei unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung: 1) die Roboter-assistierte laparoskopische (RARP) und 2) die offene radikale retropubische Prostatektomie (RRP), die sich aus tumortherapeutischer Sicht und in Bezug auf postoperative Kontinenz und Potenz nicht unterscheiden. Zur Durchführung der RARP ist eine extreme Trendelenburg-Lagerung (45 Grad kopftief) und Anlage eines Kapnoperitoneums notwendig. Dies hat einen starken Einfluss auf systemische und cerebrovaskuläre Hämodynamik. Es ist bis dato nicht bekannt, ob eines der beiden Operationsverfahren dem anderen in Bezug auf Inzidenz von Delir und postoperativer kognitiver Dysfunktion überlegen ist. In der vorliegenden Studie sollen die cerebrale Autoregulation, postoperatives Delir und postoperative kognitive Dysfunktion zwischen den beiden Operationsverfahren RARP und RRP verglichen werden.

Quelle

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