Beschreibung der Studie

Resveratrol gehört zu den sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, denen zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen zugesprochen werden. Lebensmittelquellen für Resveratrol sind z.B. Trauben und Traubenprodukte. Resveratrol wurde in den letzten Jahren intensiv erforscht und hat in letzter Zeit in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt, da es vor Herz-Kreislauferkrankungen auch bei fettreicher Kost schützen soll. Allerdings ist dies bislang hauptsächlich in Tierstudien erforscht worden. Daher soll nun auch am Menschen die Bioverfügbarkeit und Verstoffwechselung von Resveratrol untersucht werden. Resveratrol ist bereits als Nahrungsergänzungsmittel im Handel frei erhältlich und wird in Dosierungen bis zu 500 mg je Einmalgabe angeboten. Aus eigenen Vorstudien ist bekannt, dass Resveratrol durch Darmbakterien zu verschiedenen Stoffwechselprodukten umgewandelt wird, die wiederum ins Blut aufgenommen und dann über den Urin ausgeschieden werden. Da sich die Bakterienzusammensetzung im Darm von Mensch zu Mensch stark unterscheidet, können die Art und die Menge an bakteriell gebildeten Stoffwechselprodukten beachtlich variieren. Ein Ziel der Studie ist es, diese Unterschiede zu erfassen und zu untersuchen, wie hoch der Anteil an Probanden ist, bei denen bestimmte bereits bekannte Stoffwechselprodukte entstehen. Hierfür werden nach einer einmaligen Einnahme einer Kapsel Resveratrol (1 mg/kg Körpergewicht) bei allen Probanden Urinanalysen durchgeführt sowie bei einer Untergruppe von Probanden auch zusätzlich Blutproben vor und nach Kapseleinnahme entnommen, anhand derer dann die Bioverfügbarkeit von Resveratrol und dessen Stoffwechselprodukten untersucht wird. Weiterhin sollen Bakterien aus Stuhlproben isoliert werden, um die für diese Stoffwechselreaktionen verantwortlichen Bakterienstämme zu identifizieren.

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Studiendetails

Studienziel Bestimmung der Konzentration von Resveratrol (RES) und seinen mikrobiellen Metaboliten aus 48-Stunden-Sammelurinurin und Blut (bei einer Untergruppe von 12 Probanden) vor sowie 1,5, 24 und 48 Stunden nach oraler Aufnahme von RES, um die Häufigkeit und die Bedeutung der mikrobiellen Metaboliten von RES im Menschen abzuschätzen. Ein weiteres Hauptziel ist die Isolation und Charakterisierung von Lunularin-bildenden Bakterienstämmen aus Stuhlproben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG); Team Medizin 2

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • gesunde Frauen und Männer (18 – 65 Jahre); BMI 20 – 30 kg/m2;
  • Keine Einnahme von Antibiotika innerhalb der letzten 3 Monate; Keine Einnahme von Abführmitteln oder anderen Medikamenten, welche das gastrointestinale System beeinflussen, innerhalb der letzten 3 Monate;
  • Probanden, die in schriftlicher Form ihr Einverständnis zur Teilnahme an der Studie gegeben haben

Ausschlusskriterien

  • Einnahme von Antibiotika innerhalb der letzten 3 Monate; Einnahme von Abführmitteln oder anderen Medikamenten, welche das gastrointesti-nale System beeinflussen innerhalb der letzten 3 Monate; Probanden mit schwerwiegenden Erkrankungen, welche die Nährstoffresorption, Verdauungsfunktion, Verstoffwechselung oder Ausscheidung betreffen; Schwangerschaft und Stillzeit; Probanden, die in den zurückliegenden 3 Monaten Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einnahmen, die die zu bestimmenden Parameter beeinflussen können;
  • Probanden, von denen zu erwarten ist, dass sie sich nicht compliant verhalten; Probanden mit bekannter Allergie/Unverträglichkeit gegen RES oder einer bekannte Unverträglichkeit der Lebensmittel, aus denen RES extrahiert werden kann; Probanden, die auf gerichtliche oder behördliche Anordnung in einer Anstalt verwahrt werden; Probanden, die keine schriftliche Zustimmung zur Teilnahme erteilen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Trans-Resveratrol (RES) scheint die positiven gesundheitlichen Wirkungen einer Kalorienreduktion zu imitieren, was zum Schutz oder zur Verringerung von Übergewicht, Typ II Diabetes, Bluthochdruck, chronischen Entzündungen und anderen mit dem Alter assoziierten Stoffwechselkrankheiten beitragen kann. Zur positiven Wirkung von RES scheinen immunmodulierende und entzündungshemmende Effekte beizutragen. Oral aufgenommenes RES wird gut im Dünndarm absorbiert, unterliegt dann aber einer ausgeprägten Metabolisierung durch die Darmmikrobiota und endogenen Phase-II-Enzymen. In eigenen Vorarbeiten wurden neben Dihydroresveratrol zwei neue mikrobielle RES-Metaboliten nachgewiesen: 3,4´-Dihydroxy-trans-Stilben und Lunularin, wobei starke interindividuelle Unterschiede im Metabolitenprofil festgestellt wurden („Lunularin-Bildner “ vs. „Nicht-Lunularin-Bildner“). Um diese Befunde zur intestinalen Metabolisierung von RES und der Bioverfügbarkeit intestinaler bakterieller Metaboliten zu untermauern, soll nun in einer mit 100 Teilnehmern größer angelegten Studie RES einmalig oral in einer Kapsel (1,0 mg/kg Körpergewicht) verabreicht werden, um schließ-lich im Urin (n=100) und im Blut (Probenmaterial aus venösem Blut und getrockneten Kapillarblutproben, so genannten‚ Dried Blood Spots‘; n=12) die Metabolisierung von RES zu untersuchen. Auf Basis der Urinanalysen kann der Anteil an Lunularin-Bildnern identifiziert werden. Zudem sollen Lunularin-Bildner und Nicht-Lunularin-Bildner für nachfolgend erhobene Stuhlproben selektiert werden. Trotz der bedeutenden Rolle der Darmbakterien im Metabolismus von RES ist wenig be-kannt, welche Bakterien (Gattungen und Spezies) hier involviert sind. Daher sollen Lunularin-produzierende Bakterienstämme aus Stuhlproben einer Subgruppe von 48 der insgesamt 100 Probanden (jeweils 24 Stuhlproben von Lunularin-Produzenten bzw. Nicht-Lunularin-Produzenten) isoliert und identifiziert werden. Da Akuteffekte von RES auf Funktionen des angeborenen Immunsystems im Menschen bislang nicht untersucht wurden, soll in der hier geplanten Studie in einem Teilkollektiv von 12 Probanden untersucht werden, ob 24 Stunden nach RES-Aufnahme Phagocyto-se, Respiratorischer Burst und Aktivität der Natürlichen Killerzellen im Blut beeinflusst werden. Daneben wird die Cytokinantwort stimulierter Immunzellen aus dem Blut ge-messen.

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