Beschreibung der Studie

Die MERCED-Studie untersucht, ob sich die Teilnahme an einer stationären medizinischen Rehabilitaton für Patientinnen und Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) lohnt. Bislang ist nicht sicher geklärt, ob eine Teilnahme an einer medizinischen Rehabilitation krankheitsbedingte Einschränkungen im Alltags- und Berufsleben stärker verbessern kann als eine Versorgung durch Haus- und Fachärzte ohne Rehateilnahme. Auf der Suche nach einer Antwort werden Versicherte verschiedener gesetzlicher Krankenkassen mit CED und erkennbarem Rehabedarf zweimal im Abstand von 12 Monaten mit einem Fragebogen befragt. Während in der einen Gruppe zwischen den beiden Befragungen möglichst viele an einer Reha teilnehmen sollen, nimmt die andere Gruppe in der Zwischenzeit die übliche Versorgung in Anspruch. Verglichen wird die Entwicklung der Teilhabe am sozialen Leben sowie der Arbeitsfähigkeit und in den beiden Gruppen.

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Studiendetails

Studienziel Einschränkung der soziialen Teilhabe (IMET = Index zur Messung von Einschränkungen der Teilhabe, Patientenangabe); Erfassung des Zielparameter erfolgt zur Baseline sowie zur 12 Monats-Katamnese
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 620
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • erwerbstätige Versicherte der kooperierenden GKVn
  • versichert bei der DRV (Deutsche Rentenversicherung)
  • in den zurückliegenden 12 Monaten mindestens zwei AU-Fälle beliebiger Dauer mit
  • den ICD-10 Schlüsseln K50.0, K50.1, K50.8, K50.9 (für Morbus Crohn) oder K51.0
  • 1, K51.2, K51.3, K51.4, K51.5, K51.8, K51.9 (für Colitis ulcerosa);
  • Einwilligungserklärung zur Studienteilnahme liegt vor

Ausschlusskriterien

  • Inanspruchnahme einer medizinischen Rehabilitation in den zurückliegenden vier
  • Jahren;
  • fragebogengestütztes Problemfeld-Assessment zeigt kein aktives Problemfeld;
  • Versicherte/r bezeichnet sich als nicht rehabedürftig;
  • Versicherte/r hält Rehateilnahme aktuell für nicht umsetzbar (z.B. Pflege eines
  • Familienangehörigen, berufliche Situation, generelle Bedenken)
  • Anschlussrehabilitation beantragt bzw. geplant

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Schon 1989 stellte die Bundesregierung fest, dass die wissenschaftliche Fundierung der Rehabilitationsmedizin auf vielen Gebieten nicht hinreichend sei. Bis 2014 scheint sich nichts Wesentliches geändert zu haben. Im Gutachten des Sachverständigenrates Gesundheitswesen von 2014 steht unter RZ 407: "Die mangelnde Evidenzbasierung ist aus Sicht des Rates das Kernproblem des gesamten Rehabilitationssektors. Dies gilt in besonderem Maße für die Frage nach der absoluten Wirksamkeit der bestehenden Rehabilitationsmaßnahmen." Wir schlagen daher ein in der letzten Dekade entwickeltes und jetzt noch einmal optimiertes Studiendesign vor, das die generelle absolute Wirksamkeit einer medizinischen Reha prüfen will. Dies geschieht exemplarisch an der Indikation chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Stichprobenbasis einer partizipativ entwickelten pragmatischen randomisierten, kontrollierten Studie (stationäre medizinische Reha versus usual care) sind administrative Daten mehrerer GKV-Kassen. Netto rund 600 Versicherte mit ärztlich diagnostizierter CED, subjektiver Rehabedürftigkeit, positiver Rehaintention und (drohender) beruflicher Teilhabestörung werden randomisiert einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugewiesen. Mitgliedern der Interventionsgruppe wird forciert zu einem Rehaantrag und zur Wahl einer erfahrenen Fachklinik geraten; die Antragstellung und ggf. ein Widerspruch werden aktiv unterstützt. Ein Eingriff in die administrativen Routinen findet nicht statt. Primärer Zielparameter ist die soziale Teilhabeeinschränkung (IMET-Skala) Zu den sekundären Outcomes zählen u.a. selbstberichtete Fälle und Tage von Arbeitsunfähigkeit wegen CED und die Einschränkung der Arbeitsproduktivität (Work Producitivity and Activity Impairment WPAI). Gemessen werden die Outcomes zu Studienbeginn sowie 12 Monate später. Im Erfolgsfall steht eine Blaupause für weitere Wirksamkeitsstudien in anderen Reha-Indikationen zur Verfügung.

Quelle

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