Beschreibung der Studie

Juckreiz (Pruritus) ist definiert als eine unangenehme Sinneswahrnehmung der Haut, die zu Kratzen führt. Der Kratzreflex und auch die Folgen an der Haut wurden bislang nicht ausreichend untersucht. Neben Kratzen geben die Patienten auch an zu Reiben, Kneifen, Stechen usw., was klinisch zu unterschiedlichen Mustern auf der Haut führen kann. Es entstehen Erosionen, Exkoriationen, Krusten, Narben, Papeln oder Knoten. Bei fortdauerndem Kratzen entstehen großflächige Lichenifizierungen (Lichen simplex), Prurigo nodularis, Notalgia parästhetica oder Lichen amyloidosus. In diesem Vorhaben wollen wir die Kratzmuster morphologisch (d.h. mit histologischen, immunhistologischen und molekularbiologischen Methoden) untersuchen. Geplant ist eine Große Anzahl von Hautbiopsien (n=600) histologisch zu untersuchen, insbesondere von Patienten mit der Diagnose chronischer Pruritus (n=500) bzw. brachioradialer Pruritus (n=100). Bei einer kleineren Anzahl an Biopsien möchten wir immunhistoschemische Untersuchungen durchführen ( je 50 repräsentativen Biopsien von Pruritus, Prurigo und brachioradialem Pruritus). Zum Vergleich sollen Normalhaut-Biopsien mituntersucht werden. Bei einer weiteren kleineren Anzahl an Biopsien sind molekularbiologische Untersuchungen geplant. Bei je 20-50 Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen (z.B. atopischer Dermatitis, Psoriasis, allergischen Kontaktekzem) und bei Probanden mit Normalhaut soll untersucht werden, in welchem Ausmaß ein spezieller Rezeptor (kappa-Opioid Rezeptor), der sich für eine äußerliche Therapie eignen würde, in der Haut vorhanden ist (Amendment 1 vom 31.07.2011; positives Votum vom 02.08.2011 durch Ethikkommission Münster). In einem zweiten Schritt soll wieder anhand von juckenden entzündlichen Erkrankungen (z.B. Neurodermitis, Prurigo nodularis, je 30 Biopsien) mittels molekularbiologischer Methoden nach einem anderen Rezeptor (Neurokinin 1 Rezeptor), der bei der Auslösung von Juckreiz eine Rolle spielt in der Haut gesucht werden (Amendment 2 vom 19.01.2012; positives Votum 24.02.2012 durch Ethikkommission Münster). In einem weiteren Teilprojekt soll der Juckreiz durch Lebererkrankungen (Amendment 3a vom 04.09.2012; positives Ethikvotum vom 05.10.2012 durch Ethikkommission Münster) und bei juckenden Erkrankungen des Immunsystems, die die Haut mitbetreffen (Amendment 3b vom 09.01.2014; positives Votum am 04.04.2014 durch Ethikkommission MÜnster) mithilfe derselben Methoden bei 30 Patienten untersucht werden.

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Studiendetails

Studienziel Definition der morphologischen Kriterien von Kratzläsionen mittels histologischer Untersuchung von Hauptbiopsien
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 600
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Hautkrankheiten und Kompentenzzentrum Chronischer Pruritus

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pruritus

Ausschlusskriterien

  • unter 18 Jahre

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Bislang sind die histologischen Kriterien akuter und chronischer Kratzläsionen nicht genau definiert worden. Dies ist jedoch bedeutsam, um bei der dermatohistologischen Diagnostik primäre Dermatosen von den sekundären Veränderungen zu unterscheiden. Spekuliert wird außerdem, dass Kratzläsionen zu einer peripheren Sensibilisierung des Symptoms beitragen. Jedoch ist die Kenntnis der genauen histopathologischen und molekularbiologischen Veränderungen in Kratzläsionen lückenhaft. Um sowohl einen Beitrag für die histologische Befundung als auch für die Identifizierung neuer potentieller Therapietargets des chronischen Pruritus zu leisten, möchten wir dieses Vorhaben anhand einer breit aufgestellten Diagnose- und Biopsieanzahl durchführen. Im Detail sollen histologischen Kriterien anhand von Routine-Hämatoxilin-Eosin-Schnitten bei den in der Gewebebank verfügbaren Biopsien (n=600; Patienten mit der Diagnose chronischer Pruritus (n=500) bzw. brachioradialer Pruritus (n=100)) erhoben werden und in Korrelation mit den klinischen Daten aus der Patientenakte (Alter, Geschlecht, Hautstatus, Dermatose) die Kriterien akuter und chronischer Kratzläsionen, der Prurigo (Prurigo simplex subacuta, Prurigo nodularis) und des Lichen simplex definiert werden. Bei je 50 repräsentativen Biopsien von Pruritus, Prurigo und brachioradialem Pruritus sollen immunhistochemische Färbungen durchgeführt werden. Es sollen Neurorezeptoren (Histamin-Rezeptor, Vanilloid-Rezeptor, Cannabinoid-Rezeptor, Opioid-Rezeptor, Interleukin 31-Rezeptor, Endothelin-Rezeptor, Neurokinin-Rezeptor, Gastrin Releasing Peptide-Rezeptor) und Neuropeptide (Substanz P, Calcitonin gene-related Peptid, NGF) gefärbt werden (per Peroxidase oder Immunfluoreszenz). Sollten sich hier Veränderungen zeigen, soll eine rt-PCR bzw. ein Westernblot der Gewebe durchgeführt werden, um dies auf molekularbiologischer Ebene zu bestätigen. Zum Vergleich sollen 10 Normalhaut-Biopsien mitgefärbt werden. Alle Biopsien sollen aus der Gewebebank genommen werden. Darüber hinaus sollen Dermatosen hinsichtlich der Expression des Kappa Opioid-Rezeptors genauer begutachtet werden (Amendment 1 vom 31.07.2011). Bei je 20 bis 50 Patienten mit Kratzläsionen bzw. Pruritus bei atopischer Dermatitis, Psoriasis, allergischem Kontaktekzem, irritativer Kontaktdermatitis, Prurigo nodularis, Lichen planus, Urtikaria, Mycosis fungoides und Sezary Syndrome und bei Probanden mit Normalhaut sollen Biopsien entnommen werden zur immunhistochemischen Färbung und quantitativen real-time PCR des kappa-Opioid Rezeptors. Bei 5 Probanden und 5 Patienten mit atopischer Dermatitis soll eine Blutentnahme zur FACS Analyse entnommen werden. Hier sollen nukleäre Entzündungszellen hinsichtlich Rezeptorexpression und Reaktion auf KOR-Agonisten untersucht werden. Es sollen Oberflächenmarker untersucht werden wie z.B. anti-CD3, CD45, CD 8, CD25, oder FoxP3. Da sich der Neurokinin 1 Rezeptor als wichtiges Therapietarget herausgestellt hat, soll in einem weiteren Teilvorhaben dessen Expression in der Haut genauer untersucht werden (Amendment 2 vom 19.01.2012). Ziel der Untersuchung ist es, die Expression des Rezeptors bei je 30 Patienten mit Prurigo nodularis, Neurodermitis, chronischer Pruritus anderer Genese und bei juckender Psoriasis im Vergleich zu Normalhaut zu untersuchen. Dieses erfolgt per Hautprobenentnahme und durch Durchführung der quantitativen real time PCR Analyse, Westernblot und Immunhistochemie. Der cholestatische Pruritus verursacht selten Kratzläsionen und eignet sich gut, um die Ergebnisse der vorherigen Teiluntersuchungen zu vergleichen. Erhöhte Spiegel an Autotaxin und seinem Produkt, Lysophosphatidsäure, konnten im Blut bei Patienten mit juckenden Lebererkrankungen bereits nachgewiesen werden. In diesem Teilprojekt soll die Expression von ATX und LPA in juckender, gekratzter Haut untersucht werden und die morphologischen Ergebnisse mit den Daten der vorherigen Untersuchungen korreliert werden (Amendment 3a vom 04.09.2012). Ebenso wird eine Blutentnahme durchgeführt, um den Spiegel von Autotaxin zu bestimmen, daneben soll genomische DNA isoliert werden, um mittels Sequenzierungsanalysen mögliche Veränderungen in bestimmten Genen mit der Präsenz von chronischen Pruritus zu assoziieren. Ergänzend zu dem Untersuchungskollektiv zu Amendment 3a werden die gleichen Untersuchungen bei 30 Patienten mit juckenden Autoimmundermatosen durchgeführt. Als Kontrollgruppe für die Patienten mit cholestatischem Pruritus werden Hautbiopsien und Serum von 30 gesunden Probanden Geschlechts-, Alters-, Lokalisations-gematched untersucht (Amendment 3b vom 09.01.2014).

Quelle

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