Beschreibung der Studie

Intestinale Bakterien sind verantwortlich für die Fermentation von ansonsten unverdaulichen Kohlenhydraten, den Ballaststoffen. Bei dieser Fermentation entstehen vorwiegend kurzkettige Fettsäuren (short-chain fatty acids, SCFAs), vor allem Acetat (Ac), Propionat (Pr) und Butyrat (Bu). Diese Fettsäuren werden in unterschiedlichen Verhältnissen gebildet, abhängig von der aufgenommenen Diät und der individuellen Darmmikrobiota. Anschließend werden sie im Dickdarm resorbiert, gelangen über die Pfortader in die Leber und stehen dort als zusätzliche Energiequelle zur Verfügung. Da Propionat selbst eine kurzkettige Fettsäure mit einer ungeraden Zahl an C-Atomen ist, könnte die Einschleusung von Propionat in die Fettsäuresynthese zu einer erhöhten Bildung von ungeradzahligen, langkettigen Fettsäuren führen. Die Aufnahme von fermentierbaren Ballaststoffen würde somit zu einer verstärkten Produktion von Propionat führen, die wiederum die Menge an ungeradzahligen Fettsäuren im Blut erhöht. Ziel des Versuchsvorhabens ist es: 1) Eine erhöhte Produktion von Propionat durch den Verzehr von fermentierbaren Ballststoffen aufzuzeigen. 2) Ungeradzahlige Fettsäuren als Biomarker für eine erhöhte Aufnahme an fermentierbaren Ballaststoffen zu identifizieren. Im Rahmen dieser Studie sollen zur Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung, Probanden über einen Zeitraum von einer Woche jeweils mit Cellulose (nicht fermentierbarer Ballaststoff, 30 g/Tag), Inulin (fermentierbarer Ballaststoff 30 g/Tag) oder mit der kurzkettigen Fettsäure Propionat (6 g/Tag) supplementiert werden. Untersucht werden soll nach jeder Behandlung die Konzentration der ungeradzahligen Fettsäuren im Plasma.

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Studiendetails

Studienziel Bildung ungeradzahliger Fettsäuren im Blut, Messung der Zusammensetzung der langkettigen Fettsäuren im Plasma nach einwöchiger Intervention mit Hilfe der Gaschromatographie
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 1
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter zwischen 18-70 Lebensjahren, beiderlei Geschlecht
  • Zustimmungsfähig im Sinne des Rechts

Ausschlusskriterien

  • Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten 6 Monaten
  • Schwere Anämie, Immunsuppression, Gerinnungsstörungen
  • Schwere psychiatrische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, Psychosen, Essstörungen, Suchterkrankungen
  • Schwere akute oder chronische Infektionserkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Beurteilung des Arztes als ungeeignet für die Studie
  • Keine Krankenversicherung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Neuste Studien zeigen, dass ungeradzahlige Fettsäuren (vor allem Pentadekansäure (15: 0) und Heptadekansäure (17: 0)) invers mit dem Auftreten von Typ-2-Diabetes assoziiert sind. Wir haben die Hypothese, dass ungeradzahlige Fettsäuren auch die Aufnahme von fermentierbaren Ballaststoffe reflektieren, da die Fermentation dieser in der Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (short chain fatty acids, SCFA) resultiert. Diese sind vorallem Acetat (Ac), Butyrat (Bu) und Propionat (Pr). Propionat selbst ist auch eine ungeradzahlige Fettsäure. Wird sie für die Synthese von langkettigen Fettsäuresynthese genutzt, so entstehen auch vermehrt ungeradzahlige, langekttige Fettsäuren. In vorangegangenen Mausstudien konnten wir bereits zeigen, dass eine erhöhte Produktion im Zäkum bzw. eine dietätische Verabreichung von Propionat, die Bildung von ungeradzahligen Fettsäuren (C15:0 + C17:0, Odd-chain fatty acids, OCFA) in der Phospholipid-Fraktion von Plasma und Leber begünstigt. Demnach können wir aus unseren bisherigen Daten ableiten, dass eine erhöhte Ballaststoff- bzw. Propionat-Zufuhr zu einer vermehrten Bildung von ungeradzahligen Fettsäuren in der Maus führt und dieses als Biomarker für die Aufnahme von fermentierbaren Ballaststoffen bzw. einen erhöhten Propionat-Metabolismus in Mausstudien verwendet werden kann. Unser Ziel ist nun die Daten unserer Maus-Studien mit menschlichen Daten zu vergleichen, um zu überprüfen ob ungeradzahlige Fettsäuren auch im Menschen als Biomarker für die Aufnahme von Ballaststoffen genutzt werden kann.

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