Beschreibung der Studie

Um den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit bzw. dem Auftreten von Krankheiten untersuchen zu können, ist es notwendig, den Verzehr von Lebensmitteln oder die Ernährungsgewohnheiten zu erfassen. Üblicherweise wird dies mit Hilfe von Fragebögen erhoben. Allerdings ist es für die meisten Menschen schwierig, sich zu erinnern, was sie gegessen haben und besonders schwierig, die verzehrten Mengen zu schätzen. Werden Menschen beobachtet oder müssen sie aufschreiben, was sie essen, verändern die meisten bewußt oder unbewußt ihr Verhalten. Daher sind die Daten, die aus solchen Ernährungserhebungen stammen, oft recht ungenau. Die Weiterentwicklung analytischer Messmethoden erlaubt die simultane Analyse hunderter Substanzen aus einer einzigen Probe. Dieser Ansatz wird auch „Metabolomics“ genannt. Mit Hilfe dieser Metabolomics-Methoden sollen nun – als Ergänzung zu den herkömmlichen Methoden der Ernährungserhebung – sogenannte Biomarker für den Verzehr von Lebensmitteln gefunden werden. Das sind Substanzen, die nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels im Blut oder Urin gemessen werden können und dementsprechend als objektiv messbarer Beleg für den Verzehr dieses bestimmten Lebensmittels dienen können. Ziel dieser Studie ist es, potentielle Biomarker für den Verzehr zweier ausgewählter Lebensmittel zu finden, nämlich Äpfel und Limonade. An drei Terminen mit je mindestens einer Woche Abstand sollen die Probanden in zufälliger Reihenfolge einmal die Äpfel und einmal die Limonade zusammen mit einer flüssigen Kontrollnahrung (= Trinknahrung) einnehmen und einmal nur die flüssige Kontrollnahrung zusammen mit Wasser. An jedem der Termine werden über 24 h Stunden zu definierten Zeiten Blut- und Urinproben und nach 48 h nochmals eine Blut- und Urinprobe gesammelt, anhand derer dann die Biomarker identifiziert werden sollen. Parallel soll mittels einem am Oberarm getragenen Sensor der Blutzuckerwert über 48 h kontinuierlich gemessen werden. Da kürzlich auch ein Zusammenhang zwischen den bakteriellen Gemeinschaften im Darm (Mikrobiota) und der Blutzuckerantwort auf verschiedenen Lebensmittel beschrieben wurde, werden auch innerhalb der 24h, die die Probanden am Studienzentrum verbringen, Stuhlproben gesammelt. Daraus soll dann die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota untersucht werden und auf einen Zusammenhang mit den Bluztuckerwerten geprüft werden.

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Studiendetails

Studienziel Analyse des Metabolitenprofils in Plasma und Urin mittels LC-MS/MS, GCxGC-MS und NMR vor, 1, 2, 4, 6, 12, 24 und 48 Stunden nach einmaligen Verzehr des Testlebensmittel im Vergleich zur Kontrolle (Formulanahrung = Referenzmahlzeit).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gesunde Frauen und Männer (18 - 40 Jahre);
  • BMI 18,5 – 30 kg/m2;
  • Nichtraucher;
  • Probanden, die in schriftlicher Form ihr Einverständnis zur Teilnahme an der Studie gegeben haben

Ausschlusskriterien

  • Probanden mit Erkrankungen, welche die Nährstoffresorption, Verdauungsfunktion, Verstoffwechselung oder Ausscheidung betreffen;
  • Raucher;
  • Probanden mit regelmäßiger Medikation (außer hormonelle Kontrazeptiva);
  • Probanden, die in den zurückliegenden 4 Wochen Nahrungsergänzungsmittel eingenommen haben;
  • Probanden, die in den zurückliegenden 6 Monaten Antibiotika eingenommen haben;
  • Probanden, die in den zurückliegenden 3 Monaten Blut gespendet haben;
  • Schwangerschaft und Stillzeit;
  • Probanden mit bekannter; Allergie/Unverträglichkeit gegen eines der Lebensmittel, oder gegen einen Inhaltsstoff der Formulanahrung;
  • Probanden, von denen zu erwarten ist, dass sie sich nicht compliant verhalten;
  • Probanden, die auf gerichtliche oder behördliche Anordnung in einer Anstalt verwahrt werden

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Eine anerkannte Limitierung in der modernen Ernährungsforschung ist die Ungenauigkeit der Methoden der Ernährungserhebung. Um die Möglichkeiten zu verbessern, den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit zu untersuchen, können Biomarker für den Lebensmittelverzehr als Ergänzung zu den klassischen Methoden der Ernährungsforschung hilfreich sein. Bis heute sind jedoch nur wenige solcher „Food-Biomarker“ ausreichend validiert und für die Aufnahme eines Lebensmittels und/oder zur Bestimmung des Ernährungsstatus anerkannt. In der vorliegenden Studie sollen daher potentielle Biomarker für ausgewählte zuckerhaltige Lebensmittel (hier: Äpfel und Limonade) identifiziert werden. Dazu sollen 12 gesunde Männer und Frauen im Alter von 18 – 40 Jahren in einem Crossover-Design diese Lebensmittel in Form einer Testmahlzeit verzehren. Als Kontrolle dient eine Formulanahrung. Zu definierten Zeitpunkten vor und nach der Testmahlzeit werden Blut- und Urinproben gesammelt und mit verschiedenen analytischen Methoden, wie LC-MS, GC-MS und NMR analysiert, um ein möglichst breites Spektrum an Metaboliten in Blut und Urin abbilden zu können. Zum einen sollen mit Hilfe von bioinformatischen und biostatistischen Methoden durch den Abgleich der Metabolitenprofile im Blut und Urin nach Verzehr der Testlebensmittel mit den Metabolitenprofilen nach Verzehr der Kontrollmahlzeit mögliche Biomarker für den Verzehr der untersuchten Lebensmittel gefunden werden. Durch die wiederholten Probennahmen über den Zeitraum von 48 Stunden wird zum anderen die Analyse der Biokinetik einiger Lebensmittelinhaltsstoffe ermöglicht. Parallel dazu soll mithilfe eines Gerätes zur kontinuierlichen Blutzuckermessung die glykämische Antwort auf die zuckerhaltigen Lebensmittel genauer charakterisiert werden. Außerdem sollen in den ersten 24 h nach Verzehr der Testmahlzeiten Stuhlproben gesammelt werden, um die Zusammensetzung bakterieller Gemeinschaften im Darm (Mikrobiota) und deren genetisches Potential (Metagenom) zu untersuchen und einen kürzlich in der Literatur beschriebenen Zusammenhang zwischen Darmmikrobiota und glykämischer Antwort zu verifizieren.

Quelle

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