Beschreibung der Studie

Ziel der retrospektiven Beobachtungstudie ist es, die Schmerzerfassung und die Schmerztherapie bei septischen Intensivpatienten auf unseren operativen Intensivstationen und die Leitlinientreue in der Schmerzbehandlung zu untersuchen und mit einer Patientengruppe nicht septischer Intensivpatienten zu vergleichen.

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Studiendetails

Studienziel 1. Leitlinientreue in der Schmerzbehandlung 2. Schmerzerfassung bei septischen und nicht septischen Intensivpatienten mit SAPS > 10, Schmerzerfassung bei kommunikationsfähigen Patienten mittels NRS (Numerische Rating Skala), Schmerzerfassung bei nicht kommunikationefähigen Patienten mittels BPS (Behavioural Pain Scale)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Halle (Saale), Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter ≥ 18 Jahre,
  • septische und nicht septische Intensivpatienten mit SAPS > 10
  • welche im Zeitraum 01/2011-12/2016 auf der Intensivstation behandelt wurden

Ausschlusskriterien

  • SAPS II < 10
  • Intensivliegedauer < 5 Tage

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Eine Sepsis ist eine komplexe systemische Entzündungsreaktion des Organis-mus auf Bakterien, deren Toxine oder Pilze, die durch hämodynamische Ver-änderungen und Dysfunktion eines oder mehrerer Organe gekennzeichnet ist. Sie gehört zu den häufigsten Todesursachen in der Intensivmedizin, steht neueren Erhebungen zufolge nach der koronaren Herzerkrankung und dem Herzinfarkt an dritter Stelle der Todesursachen in Deutschland und fordert damit deutlich mehr Menschenleben als bisher angenommen. In Deutschland erleiden jährlich ca. 180.000 Menschen eine Sepsis. Trotz enormer Fortschritte in der Intensivmedizin liegt die Sterblichkeit der schweren Sepsis und des septischen Schocks seit mehreren Jahrzehnten un-verändert bei 30 - 70%. Alle in dieser Zeit entwickelten spezifischen Therapie-ansätze mussten letztlich erfolglos verworfen werden. Die anerkannte und wirksame Therapie der Sepsis ist überwiegend unspezifisch und supportiv und besteht neben der zeitgerechten Fokussanierung in einem Bündel von Maßnahmen. Das sog. Severe-Sepsis-Bundle soll so schnell wie möglich innerhalb der ersten sechs Stunden abgearbeitet werden und beinhaltet im Wesentlichen eine frühzeitige adäquate Antibiotikatherapie und hämodynamische Stabilisierung. Laut den aktuell gültigen Sepsis-Leitlinien wird, basierend auf nationalen und internationalen Leitlinien zur Schmerztherapie, „bei kritisch kranken Patienten auf Intensivstationen eine adäquate Analgesie“ empfohlen (Empfehlung Grad A). Eine inadäquate Schmerztherapie beeinflusst die Stressreaktion, die Rate nosokomialer Infektionen, die Dauer der Beatmung, die Tracheostomierate, die Delir-Rate, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus und letztlich Morbidität und Outcome kritisch kranker Patienten. Die Basis einer adäquaten Schmerztherapie ist eine adäquate Schmerzerfas-sung. Der Goldstandard der Schmerzerfassung mit der höchsten Validität und Reliabilität ist die Eigenbeurteilung durch den Patienten. Patienten mit schwerer Sepsis oder septischem Schock sind häufig nicht in der Lage adäquat zu kommunizieren. In den Sepsis-Leitlinien wird deshalb „zur objektiven Beurteilung der individuellen Schmerzen beim beatmeten, nicht-kommunikationsfähigen Patienten“ die Behavioural Pain Scale (BPS) empfohlen (Empfehlung Grad B), die eine Quantifizierung der Schmerzintensität anhand der Kriterien Gesichtsausdruck, Bewegung der oberen Extremität und Adaptation an das Beatmungsgerät vornimmt. Die flächendeckende Umsetzung der Empfehlungen in den Leitlinien und die Einführung in die klinische Praxis erfolgt wie bei vielen anderen Leitlinien auch in Deutschland nur zögerlich. Dies ist umso relevanter, als Intensivpatienten durch ihre Erkrankung und die damit verbundenen Interventionen häufig Schmerzen ausgesetzt sind. Darüberhinaus wurde bei systemischer Inflammation eine verminderte Schmerzschwelle beim Menschen berichtet, so dass septische Patienten mög-licherweise einen erhöhten Analgetikabedarf aufweisen. In der Tat haben viele Intensivpatienten Schmerzen (63%) bzw. starke Schmerzen (36%), die häufig auch unterschätzt werden. So bewertete die Mehrheit der Ärzte (59%) und Pflegekräfte (81%) die Analgesie ihrer Intensivpatienten als ausreichend, obwohl diese häufig (74%) Schmerzen hatten. Ziel der retrospektiven Beobachtungstudie ist es, die Schmerzerfassung und die Schmerztherapie bei septischen Intensivpatienten auf unseren operativen Intensivstationen und die Leitlinientreue in der Schmerzbehandlung zu untersuchen.

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