Beschreibung der Studie

Patienten, denen aufgrund einer Engstelle eines Herzkranzgefäßes eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt werden muss, benötigen hierzu eine ausreichende medikamentöse Hemmung der Blutplättchen zur Vermeidung erneuter Gefäßverschlüsse innerhalb des Stents. Hierzu steht seit Kurzem mit Cangrelor das erste Medikament zur Verfügung das den ADP-Rezeptor hemmt, welches direkt über die Vene ins Blut gespritzt werden kann. Im Vergleich zu den bisher verwendeten Medikamenten in Tablettenform kann damit direkt vor Setzen des Stents innerhalb weniger Minuten eine ausreichende Blutplättchenhemmung erzielt werden, außerdem klingt die Wirkung nach Ende der Infusion schnell ab. Der optimale Zeitpunkt, an dem mit der anschließenden dauerhaften Therapie in Tablettenform begonnen werden sollte um eine unterbrechungsfreie Plättchenhemmung auch nach der Stentsetzung zu erzielen, ist aktuell noch nicht ausreichend bekannt und soll in dieser Prüfung untersucht werden. Es werden die Verabreichung von Prasugrel 60mg oder Ticagrelor 180mg zu Beginn der Herzkatheteruntersuchung (mit Beginn der Cangrelor-Infusion) verglichen mit einer Gabe von 600mg Clopidogrel direkt nach Beendigung der Cangrelor-Infusion nach erfolgtem Herzkathetereingriff.

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Studiendetails

Studienziel Anteil der Patienten mit einer ADP-induzierten Thrombozytenaggregation unter 468AUxmin (Multiplate-Test, Roche Diagnostics) 1 Stunde nach Ende der intravenösen Therapie mit Cangrelor.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 3b
Zahl teilnehmender Patienten 110
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad KrozingenKlinik für Kardiologie und Angiologie II

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Hämodynamisch stabile Patienten mit stenosierender koronarer Herzkrankheit und geplanter koronarer Stentimplantation
  • Vorbehandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Männer und Frauen im Alter von mindestens 18 Jahren
  • Schriftliches Einverständnis vorliegend

Ausschlusskriterien

  • Akuter Myokardinfarkt
  • Vorbehandlung mit P2Y12-Rezeptorinhibitor, Fibrinolyse oder Behandlung mit einem GPIIb/IIIa-Hemmer innerhalb von 7 Tagen vor der Untersuchung
  • Kontraindikationen für die Behandlung mit ASS, Clopidogrel, Ticagrelor, Prasugrel oder Cangrelor (Gemäß EMEA Zulassung), insbesondere: Allergie oder Unverträglichkeit, aktive Blutung oder erhöhtes Risiko von Blutungen, Anamnese von Apoplex oder transitorische ischämische Attacke (TIA), schwerwiegende Lebererkrankung
  • Thrombopenie (<50.000/µl)
  • Bekannte schwere Erkrankungen des Gerinnungssystems
  • Schwangerschaft oder mögliche Schwangerschaft

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Mit Cangrelor steht erstmals ein intravenös verabreichbarer P2Y12-Hemmer zur Verfügung, der im Vergleich zu oralen Medikamenten im Rahmen einer PCI einen deutlich schnelleren Beginn der Thrombozytenaggregationshemmung gewährleistet und nach Beendigung einen raschen Wirkungsverlust zeigt. Es ist bekannt, dass die orale Fortsetzung der antithrombozytären Therapie mit Clopidogrel erst nach Ende der Cangrelor-Infusion begonnen werden kann um Wirkungsverluste zu vermeiden, die durch Interaktion der aktiven Metabolite beider Medikamente bedingt sind. Hierdurch resultiert jedoch bis zur vollständigen Clopidogrel-Wirkung postinterventionell eine kurze Phase mit erniedrigter Hemmung der Plättchenaktivität mit möglicherweise negativen Folgen für den Patienten. Ziel dieser Prüfung ist die Untersuchung alternativer Regimes mit Gabe einer Loading Dose von Prasugrel 60mg oder Ticagrelor 180mg bereits zu Beginn der Cangrelor-Infusion vor PCI mit dem Ziel einer ausreichenden Hemmung der Thrombozytenaggregation auch unmittelbar im Anschluss an die PCI, verglichen mit einer Loading Dose von Clopidogrel 600mg nach Ende der Cangrelor-Infusion.

Quelle

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