Beschreibung der Studie

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt Bea@Home soll ein Versorgungskonzept für langzeitbeatmete Menschen mit folgenden Zielen entwickelt und erprobt werden: -Vernetzung der beteiligten Gesundheitsdienstleister im ambulanten und stationären Bereich (sogenannte sektorenübergreifende Betreuung) -Erleichterung der zielgerichteten Kommunikation der an der Versorgung beteiligten Akteure -Förderung der Selbstbestimmung und Einbeziehung der Vorstellungen und Wünsche des Patieten im Betreuungs- und Behandlungsprozess. -Bereitstellung von Schulungsmaterial für Patient, Pflegende und Angehörigen -Erhöhung der Sicherheit der Versorgung Die Umsetzung dieses sektorenübergreifenden Betreuungsmodells wird durch moderne Kommunikationstechnologie unterstützt. Nach einem Krankenhausaufenthalt in einem Zentrum für Beatmungsentwöhnung werden die Patienten in ein Linde REMEO-Center entlassen. Linde REMEO wird als Projektpartner und Anbieter von Pflegeleistungen außerhalb des Krankenhauses das Betreuungskonzept gemeinsam mit der Charité umsetzen. Folgende Komponenten kommen dabei zum Einsatz: 1. Gemeinsame elektronische Patientenakte Das betreuende Zentrum für Beatmungsentwöhnung, Haus- und Fachärzte, Therapeuten und die zuständigen Pflegekräfte bei REMEO können in diese elektronische Patientenakte Einsicht nehmen und dokumentieren. Dadurch sind kontinuierlicher Informationsaustausch und enge Abstimmung zwischen Ihren Behandlern möglich. 2. Audio-Video-Kommunikation / Videotelefonie Ergänzend können alle an der Versorgung Beteiligten in regelmäßigen Abständen im Rahmen einer Online Video-Sprechstunde Kontakt zum Zentrum für Beatmungsentwöhnung per Videotelefonie aufnehmen. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, Kommunikation persönlich zu gestalten mit positiven Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen den Versorgern. 3. Persönliches Assistenzsystem Mit dem Assistenzsystem PAUL soll den Patienten persönliche Unterstützung angeboten werden. Es handelt sich um einen kleinen und sehr einfach zu bedienenden Computer, der die Möglichkeit bietet -mit Angehörigen und Freunden in Kontakt zu bleiben, indem Nachrichten versandt und empfangen werden können oder mit Bild und Ton zu telefonieren (Videotelefonie). -das Licht im Raum an- und auszuschalten, indem lediglich der Bildschirm des Paul-Geräts berührt wird. -Lieblingsmusik oder ausgewählte Nachrichten im Radio zu hören, sowie eigene Musikstücke auszuwählen und abzuspielen. -Nachrichten aus dem Internet auf einfache Weise anzuwählen und zu lesen -Termine in einen persönlichen Kalender einzutragen und sich durch die Erinnerungsfunktion darauf aufmerksam machen zu lassen. -Informationen zum Umgang mit Ihrer Beatmung zu lesen und sich selbst gezielt zu informieren. -eigene Notizen, wie beispielsweise eine Einkaufsliste, auf einfache Art zu führen. 4. Analyse der Nutzung und Erfahrungen; Daten zur Gesundheit und Kosten Im Laufe der Studie wird das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) Einzelinterviews führen, um Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen in Bezug auf das Konzept und seine Einzelkomponenten zu erfragen. Des Weiteren möchten das Studienteam und das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) Gesundheitsdaten aus dem Krankenhausaufenthalt sowie sozioökonomische Daten auswerten und in anonymer Form veröffentlichen.

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Studiendetails

Studienziel Proof-of-principle eines intersektoralen Versorgungskonzeptes mit folgenden Zielen: 1. Verbesserung der intersektoralen (ambulant und stationär) Kommunikation und Vernetzung, insbesondere des multiprofessionellen Behandlungsteams(Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten) 2. Optimierung der Datenlage für z.B. Outcome, Lebensqualität, Krankenhauswiedereinweisungsrate etc. durch Einbeziehung der Erfahrung und Vorstellung der Patienten (Interviews) 3. Evaluation leitliniengerechter Prozesse in der außerklinischen Versorgung (und ggf. auch zurück in die stationäre Versorgung) durch die Entwicklung und Erhebung von Kennzahlen und Qualitätsindikatoren und damit 4. Schaffung von mehr Evidenz in Bezug auf die Versorgungssituation langzeitbeatmeter Menschen 5. Optimierung der Ressourcennutzung (schonenderer Umgang mit knappen Ressourcen angesichts demographischer Entwicklung, Pflegekräfte-, Ärztemangel, finanzielle Ressourcen) durch früheres Erkennen von Entwöhnbarkeit und Verhinderung von Krankenhauswiedereinweisungen 6. Kostenersparnis durch z.B. Vermeidung von Drehtüreffekten
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 10
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und ForschungVDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorliegen einer invasiven außerklinischen Beatmung
  • Erwachsene männliche und weibliche Patienten (≥18 Jahre bei Aufnahme in CC12/CC07)
  • berleitung in ein REMEO-Center (Berlin) nach zuvor erfolgter Aufklärung und Einwilligung des Patienten
  • en

Ausschlusskriterien

  • Nicht einwilligungsfähige Patienten
  • Mangelndes deutsches Sprachverständnis
  • Unterbringung in einer Anstalt auf gerichtliche oder behördliche Anordnung
  • Mitarbeiter der Charité
  • Fehlende Einwilligung, dass pseudonymisierte Daten im Rahmen dieser klinischen Studie gespeichert und weitergegeben werden dürfen

Adressen und Kontakt

Charité Universitätsklinikum Berlin, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Gegenstand des Projektes Bea@Home ist die Analyse der aktuellen Versorgungssituation beatmeter Menschen, die in die außerklinische Beatmung übergeleitet werden, sowie die Entwicklung eines intersektoralen technikgestützten Versorgungskonzeptes. Die häusliche Pflege langzeitbeatmeter Menschen ist heute technisch machbar. Obwohl die Finanzierung über die gesetzliche Krankenversicherung seit 1999 gewährleistet ist, existieren bislang jedoch keine strukturierten Versorgungskonzepte. Der demografische Wandel bedingt eine Überalterung der Bevölkerung in Europa. Diese Entwicklung führt zu einer Abnahme von Fachkräften im Gesundheitswesen einerseits, andererseits zu einer zunehmenden Zahl älterer Menschen mit oftmals mehreren Erkrankungen (Multimorbidität). Hohes Lebensalter und chronische Multimorbidität sind derzeit die wichtigsten Risikofaktoren für eine invasive außerklinische Beatmung nach akuter Erkrankung und längerer Intensivtherapie (Beatmungsentwöhnungs-versagen). Die Versorgung außerklinisch invasiv beatmeter Patienten, und hier insbesondere die Vernetzung pflegerischer und medizinischer Leistungserbringer, wird derzeit von allen Beteiligten, Patienten und Angehörigen, Leistungserbringern und Kostenträgern als unzureichend eingeschätzt. Diese Herausforderungen sind nur durch eine Kombination pflegerischer, medizinischer, technischer und organisatorischer Innovationen zu bewältigen. Im Projekt „Bea@Home“ wird ein innovatives, realistisch umsetzbares und an bedarfsorientierten Szenarien der zukünftigen Versorgung langzeitbeatmeter Patienten am Gesundheitsstandort „Zuhause“ orientiertes Versorgungs- und Pflegekonzept entwickelt und erprobt, welches sich auf die multiprofessionelle Versorgungskette vom Krankenhaus bis zum Gesundheitsstandort „Zuhause“ stützt.

Quelle

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