Beschreibung der Studie

Im Rahmen der Studie soll untersucht werden, ob die Einnahme von Pirfenidon die Lungenfunktion bei Patienten mit progressiver, nicht-IPF Lungenfibrose verbessern kann. Zu diesem Zweck werden Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder 48 Wochen mit Pirfenidon (Intervention) oder mit einem Placebo (Kontrolle) behandelt. Der Erfolg der jeweiligen Behandlung wird mit Hilfe der forcierten exspiratorischen Vitalkapazität (FVC) beurteilt. Darunter versteht man das Volumen, das nach maximaler Einatmung mit größtmöglicher Geschwindigkeit ausgeatmet werden kann. Pirfendion gilt als wirksam, wenn sich die FVC zwischen Beginn und Ende der Behandlung in der Interventionsgruppe viel stärker verbessert als in der Kontrollgruppe.

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Studiendetails

Studienziel Die absolute Änderung der forcierten Vitalkapazität (FVC) in Prozent des vorhergesagten Normalwerts von Baseline bis Woche 48
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 374
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Deutsches Zentrum für Lungenforschung- DZL-Geschäftsstelle -

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Bestätigte Diagnose einer fortschreitenden, nicht-IPF Lungenfibrose durch ALF, CVDLF, chronischer EAA oder fNSIP:
  • Klinische Symptome der ALF, CVDLF, chronischer EAA oder fNSIP einschließlich eines schleichenden Beginns einer ansonsten unerklärlicher Belastungsdyspnoe vor der Diagnosestellung
  • Diagnose von ALF, CVDLF, chronischer EAA oder fNSIP basierend auf den in Tabelle 1 dargelegten Kriterien, mindestens 9 Monate vor der Randomisierung
  • Tabelle 1 Diagnostische Kriterien für ALF, CVDLF, chronische EAA und fNSIP (Patienten müssen alle aufgeführten diagnostischen Kriterien in einer der Kategorien erfüllen) Asbest-induzierte Lungenfibrose (ALP) • Vorhandensein Asbest-spezifischer, pleuraler Veränderungen im HRCT (Pleuraplaques) • Retikuläre Veränderungen im HRCT und restriktive Ventilationsstörung • Relevante Asbestexposition in der Vorgeschichte • Fehlen einer alternativen Erklärung für eine fibrosierende Lungenkrankheit • Fehlen umfangreicher Pleuraplaques und / oder -ergüsse Lungenfibrose mit Kollagen-/ Gefäßerkrankungen (CVDLF) • Diagnose einer progressiven systemischen Sklerose (PSS), Mischkollagenose (MCTD), rheumatoiden Arthritis (RA), eines Sjögren-Syndroms, einer Polymyositis / Dermatomyositis auf der Grundlage extrapulmonaler Symptome und dem entsprechenden Nachweis von Autoantikörpern • Retikuläre Veränderungen im HRCT und restriktive Ventilationsstörung • Fehlen einer alternativen Erklärung für eine fibrosierende Lungenkrankheit Chronische Exogen Allergische Alveolitis (chron. EAA) • Frühere oder aktuelle respiratorische Symptome (Atemnot, Husten) mit zeitlichem oder räumlichem Bezug auf eine ursächliche Antigenexposition • Nachweis präzipitierender Antikörper und / oder lymphozytärer Alveolitis (> 30%) • HRCT im Einklang mit chronischer EAA • Restriktive Ventilationsstörung • Fehlen einer alternativen Erklärung für eine fibrosierende Lungenkrankheit Fibrosierende NSIP (fNSIP) • Histologische Diagnose eines fibrotischen NSIP Musters im Rahmen einer offenen Lungenbiopsie oder Kryobiopsie • HRCT im Einklang mit einer fibrotischen NSIP • Restriktive Ventilationsstörung • Fehlen einer alternativen Erklärung für eine fibrosierende Lungenerkrankungen, insbesondere kein klinischer Verdacht auf CVD
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen einen negativen Serum-schwangerschaftstest vor der Behandlung nachweisen und einer hoch effektiven Methode der Empfängnisverhütung zustimmen, entweder durch Praktizieren von Abstinenz oder durch Verwendung von mindestens zwei Methoden der Empfängnisverhütung ab dem Zeitpunkt der Einwilligung bis zum Ende der Studie. Wenn Abstinenz nicht praktiziert wird, dann sollte eine der beiden Methoden der Verhütung ein orales Kontrazeptivum (z.B. orale Kontrazeption und ein Spermizid) sein.
  • 18 <= Alter <= 80 Jahre
  • Schweregrad der Erkrankung und Progression:
  • Progressive Erkrankung ohne spezifische Vorbehandlung (ALF) oder trotz einer vorherigen oder gleichzeitigen Behandlung wie sie im Protokoll Kapitel 7.11 beschrieben ist. Die Progression vor Studieneintritt muss durch Berechnung der Steigung aus mindestens 3 vorherigen FVC Messungen innerhalb von mindestens 6 Monaten und höchstens 24 Monaten vor Screening nachgewiesen werden, die einen (eventuell extrapolierten) FVC-Rückgang von mindestens 5% (absolute Änderung der Werte in % Soll) pro Jahr zeigen.
  • Prozent Soll FVC ≥ 40%, aber <90% bei Screening-Visite (vor Randomisierung)
  • Prozent Soll Hämoglobin (Hb)-korrigierte Kohlenmonoxid-Transferfaktor / Kohlenmonoxid- Transferfaktor (DLCO) ≥ 10%, aber < 90% bei Screening-Visite
  • Zu Fuß zurückgelegte Distanz ≥ 150 Metern, mit einer O2-Sättigung > 83% und ≤ 6L/min O2
  • Patienteneinverständniserklärung und Protokolleinhaltung:
  • Der Patient muss in der Lage sein, die schriftliche Einwilligungserklärung zu verstehen und zu unterzeichnen.
  • Der Patient muss in der Lage sein, die Bedeutung der Einhaltung der Behandlung und das Studienprotokoll zu verstehen, einschließlich der während der gesamten Studienzeit geltenden Begleitmedikations-einschränkungen.
  • Lungentransplantation:
  • Patienten, die auf der Warteliste für eine Lungentransplantation registriert sind, können an der Studie teilnehmen, wenn die voraussichtliche Wartezeit länger als die Studiendauer ist. Datum und Grund für diese Platzierung und der LAS sollten zum Zeitpunkt der Registrierung auf der Liste bekannt sein.

Ausschlusskriterien

  • Krankheitsbezogene Ausschlüsse:
  • Nach Ansicht des Prüfarztes kein geeigneter Kandidat für die Studienteilnahme oder wahrscheinlich nicht in der Lage, die Anforderungen der Studie zu erfüllen
  • Könnte nach Ansicht des Prüfarztes die Studienzeit nicht überleben
  • Vorzeitiger Studienabbruch in einer anderen randomisierten klinischen Studie, in den letzten 2 Jahren, nicht von Seite des Sponsors, oder aktuelle Teilnahme an einer weiteren klinischen Arzneimittelstudie
  • Offensichtliche zusätzliche obstruktive Lungenerkrankungen, erkennbar durch a) forciertes exspiratorisches Volumen in der ersten Sekunde (FEV1)/FVC <0,7 nach der Verabreichung von Bronchodilatatoren während der Screening-Visite, ODER
  • Ansprechen auf die Anwendung eines Bronchodilatators definiert als Anstieg ≥ 12% und ≥ 200 ml in FEV1 nach der Nutzung eines Bronchodilatators im Vergleich zu dem Wert vor der Nutzung des Bronchodilatators bei der Screening Visite ODER
  • Residualvolumen (RV)> 140% vorhergesagt (vor der Gabe von Bronchodilatatoren)
  • Andere Erklärung für interstitielle Lungenerkrankung, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf die Folgenden: Bestrahlung, Sarkoidose, Bronchiolitis obliterans mit organisierender Pneumonie, Humanes Immundefizienz-Virus (HIV), virale Hepatitis und Krebs
  • Klinische Anzeichen einer aktiven Infektion, einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf Bronchitis, Lungenentzündung, Sinusitis, Harnwegs-infektionen oder Zellulitis
  • Der Patient ist zur LTX angenommen und wird voraussichtlich in weniger als 52 Wochen transplantiert werden.
  • Kann sich keiner Lungenfunktionsprüfung mehr unterziehen
  • Medizinisch begründete Ausschlüsse:
  • Jede Vorgeschichte einer Malignität, die voraussichtlich innerhalb der nächsten 2 Jahre zum Tod oder zu einer schwerwiegenden Behinderung oder zu erheblichen medizinischen oder chirurgischen Eingriffen führt. Dies gilt nicht für kleinere chirurgische Eingriffe oder für ein lokalisiertes Karzinom (z.B. Basaliom)
  • Jeder andere Zustand neben der Lungenfibrose, die nach Ansicht des Prüfers voraussichtlich in den nächsten 2 Jahren zum Tod des Patienten führt
  • Vorgeschichte einer fortgeschrittenen Leberzirrhose oder klinisch signifikanten Lebererkrankung
  • Vorgeschichte einer instabilen oder sich verschlechternden Herz-oder Lungenerkrankung (neben der IPF) innerhalb der letzten 6 Monate, einschließlich, aber nicht beschränkt, auf die folgenden:
  • Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris, koronare Bypass-Operation oder Koronarangioplastie
  • Herzinsuffizienz mit konsequenter Hospitalisierung
  • unkontrollierte Arrhythmien
  • Asthma oder chronische Bronchitis mit Krankenhausaufenthalten in den letzten 6 Monaten
  • Jeder Zustand, der sich nach Ansicht des Prüfers durch die bekannten Nebenwirkungen von Pirfenidon erheblich verschlechtern könnte
  • Schlecht eingestellter Diabetes (durch glykosyliertes Hämoglobin definiert [HbA1c]> 10 %)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Vorgeschichte von Alkohol-oder Drogenmissbrauch in den letzten 2 Jahren
  • Jegliche Bedingung, die mit Bewusstseinsveränderungen und der Gefahr einer Aspiration verbunden ist (in den letzten 2 Jahren)
  • Familiäre oder nicht familiäre Vorgeschichte eines Long-QT-Syndroms
  • Behandlung mit einem der folgenden Medikamente: Fluvoxamin (zu jeder Zeit), jegliche Studienmedikamente, stabile Behandlung mit PH-spezifischen Medikamenten für weniger als 12 Wochen. Für einzelne Fälle können Ausnahmen nach Rücksprache mit dem Leiter der klinischen Prüfung (LKP) und / oder dem stellvertretenden Leiter der klinischen Prüfung vorgenommen werden.
  • Schwere Pulmonale Hypertonie mit PVR-Werten > 900 dyn
  • Rauchen
  • Laborchemische Ausschlusskriterien:
  • Jede der folgenden Leberfunktionstestkriterien oberhalb der angegebenen Grenzen: Gesamt-Bilirubin > 2,5 über der oberen Grenze des Normalwertes (ULN); Aspartat oder Alanin-Aminotransferase (AST / SGOT oder ALT / SGPT)> 2.5 ULN; alkalische Phosphatase> 2,5 ULN
  • Ausschlusskriterien durch Begleittherapie:
  • Schweres Leberversagen
  • Vorherige Anwendung von Pirfenidon
  • Überempfindlichkeit / Allergie gegen Pirfenidon oder jede Komponente des IMP
  • Vorgeschichte von Angioödemen im Zusammenhang mit vorheriger Verwendung von Pirfenidon
  • Schweres Nierenversagen, definiert als GFR <30ml/min und / oder die Notwendigkeit einer Dialyse
  • Begleittherapie mit potentieller Wechselwirkung mit der Studienmedikation gemäß Fachinformation
  • Patienten, die vor der Verwendung von Pirfenidon mehr als 15 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag erhalten haben oder bei denen eine präexistente Therapie mit Steroiden und/oder Immunsuppressiva innerhalb der letzten 3 Monate verändert wurde und/oder bei denen es nötig sein wird eine solche Therapie während der Studiendauer zu verändern. In diesem Fall muss die Dosierung angepasst werden und die Eignung des Patienten muss 3 Monate nach der letzten Dosisanpassung erneut überprüft werden

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Pirfenidon im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit progressiver, nicht-IPF Lungenfibrose. Die Patienten werden im Verhältnis 1:1 in den Kontroll- (Placebo) und Interventionsarm (Pirfenidon) randomisiert. Die Behandlung dauert 48 Wochen. Indikationen für Studieneinschluss: 1.Fibrotische NSIP., 2.Chronische Hypersensitivitätspneumonitis 3. Lungenfibrose mit Kollagen-/ Gefäßerkrankungen 4.Asbest-induzierte Lungenfibrose Primäre Wirksamkeitsanalyse und Analysepopulation: Primärer Endpunkt: absolute Änderung des % Sollwertes von FVC zwischen Baseline und nach 48 Wochen H0: "kein Unterschied im primären Endpunkt zwischen der Pirfenidon- und der Placebo-Gruppe" H1: "Unterschied im primären Endpunkt zwischen der Pirfenidon- und der Placebo-Gruppe" Die Nullhypothese wird gegen die Alternativhypothese auf einem zweiseitigen Signifikanzniveau von 5% mit einer Rang-Kovarianzanalyse (ANCOVA) getestet, wobei Behandlung und Indikation als Faktoren und die Baseline-FVC als Kovariate berücksichtigt werden. Die Daten werden in der Intent-to-treat (IIT) Population analysiert werden. Sicherheit: Die Sicherheitsdaten werden mittels deskriptiver statistischer Verfahren zusammengefasst. Sekundäre Endpunkte: Sekundäre Endpunkte werden mit geeigneten statistischen Methoden analysiert. Es gibt eine geplante Zwischenanalyse zur Wirksamkeit. Im Amendment Nr. 3, EK Votum Az.: 473-15 fed vom 01.02.2018 ist das Ausschlusskriterium Nr. 19 ergänzt worden. 12 Wochen sind aus med. Sicht des LKPs ausreichend um ph-spez. Therapie als stabile Behandlung zu bewerten.

Quelle

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