Beschreibung der Studie

Pilzinfektionen der Mundhöhle sind in aller Regel lokalisierte Infektion der Mundschleimhaut mit Hefen der Gattung Candida (orale Candidiasis). Besonders häufig sind ältere Patienten mit herausnehmbarem Zahnersatz (Prothesen) betroffen, da hierdurch die Mundschleimhaut großflächig bedeckt wird. Die Diagnosestellung erfolgt nach einem Abstrich, der in ein mikrobiologisches Labor geschickt wird und benötigt in der Regel ca. 14 Tage. Auf Grundlage dieses Ergebnisses erfolgt die medikamentöse Therapie. Diese Wartezeit bis zum Therapiebeginn könnte durch einen Atemtest erheblich verkürzt werden bzw. komplett wegfallen. Aus in vitro Untersuchungen ist bekannt, dass die Hefepilze in der Mundhöhle spezifische organische Verbindungen (volatile organic compounds, VOCs) emittieren, die man eventuell auch in der Ausatemluft nachweisen könnte. Ziel dieser Pilotstudie ist es daher, die Möglichkeit zur Entwicklung eines solchen Atemtests zu evaluieren. Hierfür werden Atemproben von gesunden und erkrankten Studienteilnehmern mit Totalprothesen gesammelt und hinsichtlich ihrer VOC-Muster analysiert. Eine spezifische Signatur von bestimmten VOCs sollte sich nur bei erkranken Patienten finden lassen und nach erfolgreicher Therapie sollte diese VOCs im Atem nicht mehr nachweisbar sein.

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Studiendetails

Studienziel Nachweis Candida-spezifischer VOCs (volatile organische Moleküle) bei Diagnosestellung mittels Gaschromatographie und Massenspektrometrie
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Charité Campus Berlin Buch

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Fähigkeit (sprachlich, körperlich und geistig) das Wesen der Studie zu verstehen und an der Studie teilzunehmen
  • Bereitschaft zur Studienteilnahme
  • ausgefüllte und unterschriebene Einverständniserklärung
  • Alter zwischen 18 und 95 Jahren
  • Nichtraucher (≥5 Jahre)
  • zahnlose Totalprothesenträger in beiden Kiefern (ggf. Implantate mit Einzelattachments zur Verankerung, sofern Zahnersatz herausnehmbar)
  • Spezielle Einschlusskriterien
  • Test-Gruppe (n=10)
  • klinische (Verdachts-)Diagnose einer oralen Candidiasis
  • antimykotische Therapie entsprechend mikrobiologischem Befund ausstehend
  • Kontroll-Gruppe (n=10)
  • Abwesenheit klinischer Symptome einer oralen Candidiasis

Ausschlusskriterien

  • vorangegangene maligne Erkrankung (≤5 Jahre)
  • schwere internistische Begleiterkrankungen (Myokardinfarkt < 6 Monate, Kardiomyopathie, Herzinsuffizienz NYHA III/IV, schwere COPD, schwere Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus bei HbA1c≥7.0%, ASA-Klasse ≥3)
  • Drogenabusus, insbesondere Alkoholabusus
  • Raucher, ehemaliger Raucher bei Abstinenz <5 Jahre
  • Patienten unter 18 Jahre
  • Patienten über 95 Jahre
  • Teilnahme an ähnlicher Studie

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Das Ziel der Studie ist die Untersuchung der Atemgase (Ausatemluft) zu diagnostischen Zwecken auf spezifische Substanzen, welche von bestimmten Hefepilzen (als Erreger der oralen Candidiasis) freigesetzt werden. Pilzinfektionen der Mundhöhle sind in aller Regel lokalisierte Infektion der Mundschleimhaut mit Hefen der Gattung Candida (orale Candidiasis). Neben dem Vorhandensein der Erreger in der Mundflora müssen zusätzliche Faktoren wie z.B. eine zeitlich ausgedehnte großflächige Bedeckung der Schleimhaut durch einen herausnehmbaren Zahnersatz (Prothese) gegeben sein. Neben symptomfreien Infektionen mit z.B. Rötung und / oder gutartiger Wucherung der Schleimhaut können Beschwerden wie z.B. Brennen der Mundschleimhaut auftreten. Die bisher etablierte Diagnostik besteht in einem Mundhöhlenabstich, auf Basis dessen etwaige Erreger angezüchtet, identifiziert und quantifiziert werden. Der auf diesem Wege erhaltene Befund ist die Basis für die sich anschließende medikamentöse antimikrobielle Therapie. Da insbesondere die Kultivierung der Erreger in einem Laboratorium zeitaufwändig ist, entsteht ein Verzug bis zum Beginn der Behandlung. Aus früheren Laboruntersuchungen sind kleinste flüchtige Substanzen, sog. volatile organische Moleküle (VOCs) bekannt, welche die Erreger der oralen Candidiasis freisetzen. Dies erscheint ein möglicher neuer diagnostischer Ansatz zu sein, da bei Vorliegen klinischer Zeichen einer Infektion und Nachweis erregerspezifischer VOCs in der Ausatemluft eine Diagnose schneller gestellt werden könnte als im Rahmen der o.g. bisher etablierten mikrobiologischen Labordiagnostik möglich ist. Zur Diagnostik anderer Erkrankungen (z.B. Tuberkulose) existieren bereits etablierte Atemtests. Gelingt es im Rahmen dieser Untersuchung nachzuweisen, dass nach Abschluss der medikamentösen Behandlung die oben genannten spezifischen Substanzen nicht mehr im Atem nachweisbar sind, wäre die Etablierung eines Atemtests möglich, mit dessen Hilfe eine zeitsparende Diagnostik und auf deren Basis eine verzugsarme Behandlung erzielt werden könnte.

Quelle

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