Beschreibung der Studie

Menschen, die vor Monaten oder Jahren eine Hirnschädigung, z.B. im Rahmen eines Schlaganfalles oder Schädel-Hirn-Traumas erlitten haben, sind oft in ihrer Teilhabe am Sozial- und Berufsleben aufgrund von anhaltenden Behinderungen eingeschränkt. Sie haben einen kontinuierlichen Therapie- und Rehabilitationsbedarf. Die aktuelle therapeutische Versorgungslandschaft in Deutschland ist für diese Menschen häufig charakterisiert durch ein niedrigfrequentes und unkoordiniertes Nebeneinanderher verschiedener Therapiebausteine, wie z.B. Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie. Vor diesem Hintergrund führt das Therapiezentrum Burgau (TZB) in Kooperation mit der LMU München und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit eine randomisierte und kontrollierte wissenschaftliche Studie durch, in der die Wirksamkeit einer intensiven Rehabilitations-Therapie untersucht wird. Die sogenannte TEilhabe-orientierte Ambulante Maßnahme (TEAM) ist ein interdisziplinäres Rehabilitationsprogramm, bei dem Patienten mit erworbener Hirnschädigung über 4 Wochen intensiv therapiert werden. Das besondere an diesem Programm sind die Vereinbarung eines individuellen Alltags- bzw. Teilhabe-Therapiezieles, auf das alle Berufsgruppen (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Rehabilitationsärzte, Sozialdienst, Hilfsmittelexperten) hin arbeiten sowie die Tatsache, dass das Umfeld der Patienten (z.B. Angehörige, Wohnsituation) mit eingebunden werden. Es sollen 50 Patienten eingeschlossen werden. Haupteinschlusskriterium ist, dass es vor mehr als 6 Monaten zu einem Schlaganfall oder SHT gekommen ist und der Patient in seinem aktuellen Wohnumfeld noch Teilhabeeinschränkungen erlebt. Dann entscheidet das Los ("Randomisierung") darüber, ob der Patient in die TEAM-Behandlungsgruppe kommt oder in seiner normalen therapeutischen Versorgung (Standardgruppe) bleibt. Die Behandlung wird über 4 Wochen durchgeführt. Veränderungen in der Teilhabe, Selbständigkeit und Lebensqualität werden vor Beginn der Studie, nach 1, 3, 4, 6 und 12 Monaten beurteilt. Nach 3 Monaten wechselt die Standardgruppe in die TEAM-Behandlungsgruppe (sog. Crossover).

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Studiendetails

Studienziel Erreichen eines individuell vereinbarten Therapieziels, gemessen mit der Goal-Attainment Skala (GAS) zu Beginn (t1), nach einem Monat (t2), nach 3 Monaten (t3), nach 4 Monaten (t4), nach 6 Monaten (t5) und nach 12 Monaten (t6; alle weiteren Zeitangaben beziehen sich auf die Basisuntersuchung t1).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Hirninfarkt oder SHT vor >= 6 Monaten,
  • Intervall seit Entlassung aus stationärer Reha >= 3 Monate,
  • Tägliches Pendeln zur Burgquer Klinik möglich,
  • Körperliche Belastbarkeit >= 6 Stunden,
  • Lebenserwartung >= 1 Jahr,
  • Einwilligung durch Patient / gesetzl. Betreuer,
  • Alter: 18-85 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Kein Teilhabedefizit mehr vorhanden,
  • Fehlende Deutschkenntnisse,
  • Fehlende Kostenübernahme durch Kostenträger

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Hirnblutung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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In dieser randomisierten, kontrollierten klinischen Studie soll gezeigt werden, dass ein intensives vierwöchiges ambulantes bzw. tagesklinisches Rehabilitationsprogramm (TEAM) im Vergleich zur derzeitigen Routineversorgung von Patienten mit erworbener Hirnschädigung in chronischer Krankheitsphase überlegen wirksam ist. Die TEAM-Intervention ist teilhabe-orientiert und ausgerichtet an der ICF der WHO. Sie besteht aus einem interdisziplinären Behandlerteam (Ergo, Physio, Logo, Neuropsychologie, Rehabilitationsmediziner, Sozialdienst, Hilfsmittelberatung) das Patienten für 4 Wochen mit 4 Std. Therapie werktäglich behandelt. Patienten formulieren individuelle Vierwochen-Teilhabeziele, deren Erreichung mittels einer Goal-Attainment-Skala verblindet quantifizier wird. Weitere Outcomeparameter sind Unabhängigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL), Lebensqualität, Teilhabe sowie Angehörigenbelastung. Die Kontrollgruppe wird entsprechend der Versorgungsrealität in Deutschland für entsprechende Patienten ambulant behandelt. Nach 3 Monaten findet ein Crossover statt, d.h. die Kontrollgruppe wird mit TEAM behandelt, die TEAM-Gruppe wird entsprechend der Versorgungsrealität ambulant behandelt. Die abschließenden Assessments finden nach 6 und 12 Monaten im häuslichen Umfeld der Patienten statt.

Quelle

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