Beschreibung der Studie

Studienprotokoll Entscheidungen am Lebensende – anonyme Befragung auf einem Palliativkongress und einem Schmerzkurs Auf der Basis einer englischen Studie von Seale wurde eine anonyme Befragung von Kongressteilnehmern eines Palliativkongresses durchgeführt. Die Teilnehmer des Kongresses waren durch ein Symposium „Euthanasie und Suizid“, das mit den Disziplinen Jura, Palliativmedizin, Ethik, Schmerzmedizin, Theologie interdisziplinär zusammengesetzt war, auf die Befragung vorbereitet. Der Fragebogen war in Analogie zu einem englischen Fragebogen von Seale (2009) angelegt. Im ersten Teil wurde nach Alter, Geschlecht, ärztlicher/pflegerischer oder ehrenamtlicher Tätigkeit gefragt sowie nach Weiterbildungsstand. Es wurde nach den Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden gefragt und nach der religiösen Einstellung. Im zweiten Teil wurden konkrete Situationen vorgestellt und in Bezug auf diese Situationen (z.B. nicht heilbare tödliche Erkrankung mit starken Schmerzen) nach der Einstellung zu aktiver Sterbehilfe (Euthanasie) und ärztlich assistiertem Suizid gefragt. Es wurden dann die Fragen wiederholt für die Situation, dass keine lebensbedrohliche Erkrankung vorlag. In einem dritten Teil wurden in Erweiterung der Methodik von Prof. Clive Seale dieselben Fragen mit Bezug zur eigenen Person gestellt. Nach einer ersten statistischen Auswertung zeigte sich, dass die von Seale (2009) gewählten Antwortkriterien nicht klar beantwortet warden. Daher wurden diese Kriterien nach Rücksprache mit dem Institut für Informatik vereinfacht und auf 3 Kriterien beschränkt: “ja, nein,weiss nicht”. Daneben zeigte sich, dass die Formulierung “Sollte es einem Arzt erlaubt sein...” eventuell zu distanziert ausgedrückt ist und nicht das eigene Handeln wiederspiegeln kann. Wir haben daher in einem ergänzenden Fragebogen diese Formulierung geändert in “Würden Sie diesem Patienten seinen Wusch erfüllen....”. Außerdem wurden 4 Fragen zu eventuellen Alternativen angeschlossen. Dieser korrigierte Fragebogen wurde auf einem weiteren Palliativkongress ausgeben und im Anschluss ausgewertet.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Ermittlung der Einstellung von palliativmedizinisch geschultem Fachpersonal zu ärztlich assistiertem Suizid und Tötung auf Verlangen und deren Bereitschaft diese Praktiken durchzuführen mittels anonymisierter Fragebögen, quantitative Auswertung
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 800
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Ruhr Universität Bochum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilnehmer des Palliativekongresses oder des Schmerzsymposiums, Ärzte und Pflegende

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Studienprotokoll Entscheidungen am Lebensende – anonyme Befragung auf einem Palliativkongress und einem Schmerzkurs Auf der Basis einer Studie von Seale wurde eine anonyme (nicht eine ex post anonymisierte) Befragung von Kongressteilnehmern eines Palliativkongresses (1. Internat. Sylter Palliativtage) durchgeführt. Die Teilnehmer des Kongresses waren durch ein Symposium „Euthanasie und Suizid“, das mit den Disziplinen Jura, Palliativmedizin, Ethik, Schmerzmedizin, Theologie interdisziplinär zusammengesetzt war, auf die Befragung vorbereitet. Sie wurden mündlich aufgeklärt, dass die Teilnahme an der Befragung, die zusammen mit der Evaluation des Kongresses durchgeführt wurde, freiwillig war und anonym erfolgte. Ebenfalls wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keinerlei Nachteile für die Teilnehmer durch Ablehnung der Befragung und fehlende Abgabe des Fragebogens entstehen könnten. Die Ausgabe der Teilnahmebescheinigung am Ende des Kongresses war in keiner Weise an die Abgabe des Fragebogens gekoppelt. Eine schriftliche Einverständniserklärung wurde nicht eingeholt, da dann die Anonymität der Antwortenden verloren gegangen wäre. Der Fragebogen war in Analogie zu einem englischen Fragebogen von Seale (2009) angelegt. Im ersten Teil wurde nach Alter, Geschlecht, ärztlicher/pflegerischer oder ehrenamtlicher Tätigkeit gefragt sowie nach Weiterbildungsstand. Es wurde nach den Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden gefragt und nach der religiösen Einstellung. Im zweiten Teil wurden konkrete Situationen vorgestellt und in Bezug auf diese Situationen (z.B. nicht heilbare tödliche Erkrankung mit starken Schmerzen) nach der Einstellung zu aktiver Sterbehilfe (Euthanasie) und ärztlich assistiertem Suizid gefragt. Es wurden dann die Fragen wiederholt für die Situation, dass keine lebensbedrohliche Erkrankung vorlag. Anders als in der Untersuchung von Schildmann et (2010) war eine Formulierung ausgeschlossen, die offen ließ, ob sich bestimmte Antworten auf den Antwortenden selber oder einen ihm bekannten Arzt/Pflegekraft bezogen. In einem dritten Teil wurden in Erweiterung der Methodik von Prof. Clive Seale dieselben Fragen mit Bezug zur eigenen Person gestellt. Dies sollte ähnlich wie die Untersuchung von Schröder et al (2003) aufzeigen, ob die Befragten eventuell ihre Einstellung ändern, wenn ihre eigene Person betroffen ist. Auch eine neue Studie konnte ein „dramatisches Potential für Flexibilität in unseren moralischen Einstellungen“ nachweisen. Nach einer ersten statistischen Auswertung zeigte sich, dass die von Seale (2009) gewählten Antwortkriterien nicht klar beantwortet warden. Daher wurden diese Kriterien nach Rücksprache mit dem Institut für Informatik vereinfacht und auf 3 Kriterien beschränkt: “ja, nein,weiss nicht”. Daneben zeigte sich, dass die Formulierung “Sollte es einem Arzt erlaubt sein...” eventuell zu distanziert ausgedrückt ist und nicht das eigene Handeln wiederspiegeln kann. Wir haben daher in einem ergänzenden Fragebogen diese Formulierung geändert in “Würden Sie diesem Patienten seinen Wusch erfüllen....”. Außerdem wurden 4 Fragen zu eventuellen Alternativen angeschlossen. Dieser korrigierte Fragebogen soll auf den 2. Internat. Sylter Palliativtagen verteilt und dann ausgewertet werden. Als Kontrollgruppe für diese Teilnehmer eines Palliativkongresses diente eine Gruppe von Ärzten, die eine Fortbildungsmaßnahme zur Schmerztherapie besucht hatten. Mit dieser Kontrollgruppe sollte geklärt werden, ob die Nähe zur Palliativmedizin allein schon eine Veränderung der Einstellung zu Euthanasie und ärztlich assistiertem Suizid bewirken kann. Die Befragung der Kontrollgruppe soll mit denselben Fragen aber mit den neuen klareren Antwortmöglichkeiten noch einmal wiederholt werden, wenn derselbe Schmerzkurs dieses Jahr noch einmal durchgeführt wird. Der übersetzte Fragebogen von Seale ist durch die Veröffentlichung von 2009 validiert. Die Fragestellung der Veränderung von Ansichten durch eigene Betroffenheit im Zusammenhang von Sterbehilfe und ärztlich assistiertem Suizid kann durch die Publikation von Schröder et al (2003) als validiert gelten. Hall L, Johansson P, Strandberg T (2012) Lifting the Veil of Morality: Choice Blindness and Attitude Reversals on a Self-Transforming Survey. PLoS ONE 7(9): e45457 Schildmann J, Hötzel J, Müller-Busch C, Vollmann J: End-of-life practices in palliative care: a cross sectional survey of physician members of the German Society for Palliative Medicine. Palliative Medicine 24, 820-827 (2010) Schröder C, Schmutzer G, Klaiberg A, Brähler E Ärztliche Sterbehilfe im Spannungsfeld zwischen Zustimmung zur Freigabe und persönlicher Inanspruchnahme - Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der deutschen Bevölkerung Psychother Psychosom Med Psychol 2003; 53(8):334-43 Seale C. Legalisation of euthanasia or physician-assisted suicide: survey of doctors' attitudes. Palliat Med. 2009 Apr;23(3):205-12

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: