Beschreibung der Studie

Die laterale und totale Parotidektomie ist ein häufiger elektiver Eingriff in der HNO. Neben der Gesichtsnervenlähmung können weitere Komplikationen wie Sensibilitätsstörungen der Wange und des Ohrläppchens, sowie vegetative Dysregulation wie Schmerzen und das sog. Kauschwitzen auftreten. Da die Indikationsstellung zur Parotidektomie elektiv ist und das Patientenkollektiv i.d.R. jung ist, ist es umso wichtiger, die vorhersehbaren Komplikationen der Operation zu minimieren. Nach Operation an der Ohrspeicheldrüse kommt es in der Regel zur Störung der Sensibilität des Ohrläppchens, der periaurikulären Region und der Wange (Parästhesie und Hypästhesie). Zum einen basiert diese Funktionsstörung an der Präparation an der Haut; zum anderen führt die Durchtrennung des durch das OP-Gebiet ziehenden Nervus auricularis magnus (NAM) zur Einschränkungen in seinem Versorgungsgebiet. Während sich die Sensibilitätseinschränkung, die durch die Präparation verursacht wird, weitgehend erholt, ist es unklar, ob der Erhalt des NAM oder einer seiner Äste zu bleibenden Ausfall sensorischer Funktion führt. In Zusammenarbeit mit zwei weiteren HNO-Universitätskliniken (Friedrich-Schiller-Universität Jena und Universitätsklinikum Gießen) möchten wir in einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie an einer repräsentativen Studiengruppe prüfen, welche Auswirkung der Erhalt des Ramus posterior von NAM auf die Ästhesie im seinem Versorgungsgebiet hat. Desweiteren sollte der Verlust der Sensibilität mit der subjektiven kosmetischen Funktionseinschränkung des Patienten korreliert werden. Das Frey-Syndrom oder sog. „Kauschwitzen“ ist charakterisiert durch das präaurikuläre Schwitzen und Rötung der Region nach Parotischirurgie oder Traumata bei Nahrungsaufnahme. Der Erhalt des NAM, unterschiedliche Schnittführungen und Defektdeckung mit verschiedenen Muskelschwenklappen wurden als Einflussfaktoren für das Ausbilden des Frey-Syndroms beschrieben. In Studien mit höherer Patientenzahl konnte jedoch das Auftreten von Kauschwitzen mit keiner der Methoden signifikant verringert werden. Bis heute gibt es keine Richtlinien weder zu intraoperativen Erhalt des NAM noch zu obligatorischer Präparation des MSCM-Schwenklappens. Am repräsentativen Patientenkollektiv dreier HNO-Universitätskliniken (s.o.) möchten wir prüfen, ob die Defektdecklung mit einem MSCM-Schwenklappen nach superfizieller (lateraler) Parotidektomie gutartiger Tumore die Ausbildung von Frey-Syndrom verhindert.

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Studiendetails

Studienziel Epikritische Sensibilität nach 12 Monaten Frey-Syndrom nach 12 Monaten
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle HNO Uniklinik Köln

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • gutartiger Tumor oder Veränderung der Ohrspeicheldrüse
  • regelrechte präoperative Funktion des Gesichtsnervs
  • Erstoperation
  • Alter > 18 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Unklare Dignität der Raumforderung oder maligne Tumore der Gl. parotis
  • Präoperative Fazialisparese
  • Fazialisparese in der Vergangenheit
  • Revisionsoperation
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems und alle Erkrankungen, die mit peripheren Neuropathien einhergehen können (z.B. fortgeschrittener Diabetes mellitus, Polyneuropathien, Multiple Sklerose usw.)
  • Jod-Überempfindlichkeit (die Durchführung des Jod-Stärke-Tests nicht möglich)
  • Schwangerschaft (hier keine Allgemeinanästhesie möglich)
  • Erkrankungen, die ein hohes Risiko für die Allgemeinanästhesie bergen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Nach einer Parotidektomie kommt es in der Regel zur dauerhaften Störung der Sensibilität der Wange und der periaurikulären Region (Ästhesie und Hypästhesie), sowie zum Ausbilden des sog. Kauschwitzens (Frey-Syndroms). Verschiedene intraoperative Techniken zur Beherrschung dieser Langzeitkomplikationen wurden beschrieben; jedoch bleibt es weiterhin unklar, ob der Erhalt des N. auricularis magnus (NAM) und die Präparation des M. sternocleidomastoideus-Schwenklappens signifikant den Sensibilitätsausfall und die Inzidenz von Frey-Syndrom beeinflusst. Im Rahmen einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie möchten wir an einem repräsentativen Kollektiv prüfen, welche Auswirkung der Erhalt des Ramus posterior des NAM auf die Ästhesie im seinem Versorgungsgebiet hat. Desweiteren sollte die Präparation des MSCM-Schwenklappens nach Entfernung großer Parotistumoren mit der Häufigkeit des Frey-Syndroms korreliert werden.

Quelle

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