Beschreibung der Studie

Schlaganfall ist die häufigste neurologische Erkrankung und die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. In bis zu 35 % finden sich Ursachen für den Schlaganfall, die vom Herzen ausgehen. Umgekehrt kommt es unmittelbar nach Schlaganfall - wie auch in den folgenden Jahren - zu einem deutlich erhöhten Risiko kardialer Komplikationen wie etwa Myokardinfarkt oder plötzlichem unerwarteten Herztod und insbesondere Herzrhythmusstörungen. Zahlreiche Untersuchungen zu zentral verursachten Störungen der Kontrolle des Herzkreislaufsystems nach Schlaganfall kommen zu der Schlussfolgerung, dass Schädigungen zerebraler Strukturen, die am zentralen Netzwerk des autonomen Nervensystems Anteil haben, für kardiovaskuläre Komplikationen und Rhythmusstörungen verantwortlich sind. Frühere Studien zeigten, dass kardiovaskulär autonome Störungen von der Infarktlokalisation und -lateralisation abhängen. Bislang ist unklar, wie sich autonome Störungen in der Akutphase des Hirninfarkts verändern. Ziel dieses Projektes ist daher die Untersuchung der Dynamik sympathischer und parasympathischer kardiovaskulärer Regulationsstörungen während der ersten 3-4 Tage nach Hirninfarkt. Zur Beantwortung dieser Frage werden wir bei Patienten mit akuten Hirninfarkten Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Herz- und Atemfrequenz kontinuierlich aufzeichnen und Parameter der sympathischen und parasympathischen kardiovaskulären Modulation mittels Spektralanalyse berechnen. Die Messungen sollen am Aufnahmetag und am 2., 3. und 4. Folgetag erfolgen.

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Studiendetails

Studienziel Für diese Studie sind keine klassischen Endpunkte definiert. Ziel der Studie ist es, bei Patienten mit ischämischen Hirninfarkten die Dynamik sympathischer und parasympathischer kardiovaskulärer Regulationsstörungen während der ersten 4 Tage nach dem Infarkt in Abhängigkeit von der Lokalisation des Infarktes zu untersuchen. Hierfür möchten wir für jeweils ca. 5 Minuten in Ruhe kontinuierlich nicht-invasiv den arteriellen Blutdruck mit Hilfe eines photoplethysmographischen Sensors am Zeige- oder Mittelfinger (Infinity® CNAP™ SmartPod®, Draeger Medical, Deutschland) aufzeichnen, elektrokardiographisch die Herzfrequenz und die Atemfrequenz über Änderungen der transthorakalen Impedanz sowie die transkutane Sauerstoffsättigung am Zeigefinger mittels Pulsoxymeter messen. Zusätzlich wird mehrmals täglich im Rahmen der normalen Überwachung auf der Stroke-Unit der klinische Schweregrad mittels NIHSS-score bestimmt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Rolf und Hubertine Schiffbauer-Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit akutem, supratentoriellem, ischämischem Schlaganfall, die innerhalb von 24 h nach Symptombeginn gemessen werden können.

Ausschlusskriterien

  • Patienten mit einem Schlaganfall in der Vergangenheit, vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen wie Diabetis mellitus oder Medikamenteneinahme mit Einfluss auf das autonome Nervensystem werden von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit ausgeprägten kardialen Arrhythmien oder Herzschrittmacher werden ebenfalls ausgeschlossen.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Schlaganfall-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Schlaganfall ist die häufigste neurologische Erkrankung und die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. In bis zu 35 % finden sich kardio-embolische Ursachen des Schlaganfalls. Unmittelbar nach dem Schlaganfall - wie auch in den folgenden Jahren - kommt es zu einem deutlich erhöhten Risiko kardialer Komplikationen wie etwa Myokardinfarkt oder plötzichem unerwarteten Herztod und insbesondere Herzrhythmusstörungen. Zahlreiche Untersuchungen zu zentral verursachten Störungen der Kontrolle des Herzkreislaufsystems nach Schlaganfall kommen zu der Schlussfolgerung, dass Schädigungen zerebraler Strukturen, die am zentralen Netzwerk des autonomen Nervensystems Anteil haben, für kardiovaskuläre Komplikationen und Rhythmusstörungen verantwortlich sind. So ist nach der Northern Manhattan Stroke Study (NOMAS) beispielsweise das Risiko eines Myokardinfarktes oder kardialer Todesfälle besonders bei einem Schlaganfall erhöht, der frontale, parietale, temporale oder insuläre Hirnregionen mit betrifft. Oppenheimer et al. wiesen nach, dass Läsionen der Inselregion besondere Bedeutung für kardiale Entgleisungen und sogar plötzliche Todesfälle haben. Rincon und Mitarbeiter zeigten anhand der Daten der NOMAS Studie, dass das Risiko kardialer Komplikationen besonders bei Läsionen erhöht ist, die den linken oder rechten Parietallappen betreffen. Basierend auf den vorliegenden Studien vermuten wir, dass nach akutem Schlaganfall neuronale Entladungen aus der Penumbra sowie fehlende Aktivität aus infarzierten Hirnregionen zu einer Entgleisung sympathischer und parasympathischer Aktivität beitragen und somit sekundäre Herzrhythmusstörungen und weitere kardiale Komplikationen oder auch weitere Hirninfarkte auslösen. Bislang ist jedoch unklar, wie sich autonome Störungen in der Akutphase des Hirninfarkts verändern und ob es Korrelationen zum klinischen Schweregrad des Schlaganfalles gibt. Ziel unserer Studie daher die Untersuchung der Dynamik sympathischer und parasympathischer kardiovaskulärer Regulationsstörungen während der ersten 4 Tage nach Hirninfarkt. Zur Beantwortung dieser Frage werden wir bei Patienten mit akuten Hirninfarkten Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Herz- und Atemfrequenz kontinuierlich aufzeichnen und Parameter der sympathischen und parasympathischen kardiovaskulären Modulation mittels Spektralanalyse berechnen. Die Messungen sollen am Aufnahmetag und am 2., 3. und 4. Folgetag erfolgen. Zusätzlich wollen wir, im Rahmen der klinischen Routine auf der Stroke Unit, den NIHSS-score erheben, um die klinische Schwere des Schlaganfalls zu ermitteln.

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