Beschreibung der Studie

Menschen mit Rückenschmerzen, Gelenkrheuma (chronische Polyarthritiden) oder einer Entzündung der Wirbelsäule (Spondyloarthritiden) geht es gesundheitlich häufig schlecht: Sie haben starke Schmerzen, sind oft erschöpft und können ganz alltägliche Dinge nicht mehr so tun wie früher, d.h. vor ihrer Erkrankung. Manchmal sind sie oft krankgeschrieben, schaffen ihre Arbeit nicht mehr oder können sich nicht mehr richtig um Haushalt und Familie kümmern. Diesen Menschen kann es helfen, regelmäßig Sport zu treiben, damit sie sich besser fühlen und wieder mehr tun können. Leider machen Patienten mit diesen Erkrankungen nur selten Sport und bewegen sich wenig. Wenn es den Patienten immer schlechter geht, können diese eine Rehaklinik besuchen. Die Reha dauert meistens drei Wochen, in denen man jeden Tag an Behandlungen und Kursen teilnimmt. In der Reha können die Patienten auch viele verschiedene Sportarten ausprobieren. Am Ende der Reha bekommen sie oft Sportkurse für die Zeit nach der Reha verschrieben. Diese Verschreibungen gelten aber immer nur für eine kurze Zeit, so dass die Patienten ihren Sport danach wieder allein machen müssen. Meistens wollen sie das auch, haben dann aber Probleme dabei (z.B. zu wenig Zeit, keine Lust, zu viel Arbeit). Deswegen ist es zwar wichtig, den Patienten während der Reha viele Sportarten zu zeigen und ihnen zu sagen, wie gut es ihnen mit Sport und Bewegung gehen kann. Genauso wichtig ist es aber auch, mit ihnen zusammen zu überlegen, wie sie sich auch nach der Reha im Alltag mehr als bisher bewegen können und was ihnen dabei helfen kann. In unserem Projekt bilden wir zwei Gruppen. Eine Patientengruppe bekommt in der Reha die normalen Behandlungen mit immer wieder wechselnden Patienten und Therapeuten. Zu Beginn und am Ende der Reha probieren wir mit diesen Patienten einen Sporttest aus. Die einzelnen Übungen dieses Tests sollen zeigen, wie fit die Patienten sind. Diesen Sporttest verändern wir dann vielleicht noch einmal, wenn er noch nicht so gut klappt, und machen mit der zweiten Patientengruppe dann den verbesserten Sporttest. Wir wollen schauen, wie sich die Patienten bei den Übungen während der Reha verändern. Zwischendurch macht die zweite Gruppe acht Mal Sport in einer Trainingsgruppe, in der die anderen Patienten und der Therapeut immer dieselben sind. So können sich alle besser kennenlernen und gegenseitig anspornen. Hier wird auch gemeinsam besprochen, wie wichtig Sport und Bewegung ist. Alle können ihre eigenen Erfahrungen berichten und sich dazu austauschen. Dazu gibt es ein kleines Heft, in dem man zusätzlich seine eigenen Ideen eintragen kann. Am Ende schreibt jeder Patient auf, welchen Sport er nach der Reha weitermachen will. Dieser Plan wird auch an den Hausarzt geschickt, damit der ihn dabei unterstützen kann. Wir wollen auch nach der Reha mit den Patienten in Kontakt bleiben und hören, wie es ihnen geht. Wie wir uns bei den Patienten melden dürfen, entscheiden sie selbst: wir schreiben ein halbes Jahr lang immer mal wieder eine SMS oder eine E-Mail, rufen an oder schicken einen Brief. Damit wollen wir die Patienten auch daran erinnern, was sie sich für die Zeit zu Hause an Sport und Bewegung vorgenommen haben. Alle Patienten füllen zu Beginn und am Ende der Reha einen Fragebogen aus. Darin geht es um ihre Gesundheit, ihre sportliche Aktivität vor der Reha, ihre Arbeit und noch einige weitere Dinge. Ein halbes und ein ganzes Jahr nach der Reha schicken wir den Patienten noch einmal Fragebögen nach Hause, die sie ausfüllen und zurück schicken sollen. Damit wollen wir schauen, wie sich diese Dinge (Gesundheit, Sport, Arbeit) in der ganzen Zeit verändert haben. Wir vermuten, dass es den Patienten mit dem verbesserten Sporttest, den Trainingsgruppen, Sportplänen und den Nachrichten nach Reha-Ende nach einem Jahr besser geht als den Patienten mit den normalen Behandlungen.

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Studiendetails

Studienziel Körperliche Rollenfunktion des Short-Form 36-Item Health Survey (SF-36) (Bullinger & Kirchberger, 1998): Vergleich von KG und IG zu t4 (12 Monate nach Reha-Ende) unter Kontrolle des Ausgangswertes zu t1 (Reha-Beginn)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 630
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Bund
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • ICD-10-Diagnose entzündlich-rheumatischer Erkrankungen: Rückenschmerzen (M51-M54), chronische Polyarthritiden (M05-M07) oder Spondyloarthritiden (M45-M46)
  • medizinische Rehabilitation nach Allgemeinem Antragsverfahren oder Eilverfahren
  • ausreichende Sprachkenntnisse
  • schriftliches Einverständnis zur Studienteilnahme

Ausschlusskriterien

  • Anschlussrehabilitation
  • Operation in den letzten 3 Monaten
  • schwere kardiopulmonale Erkrankung (Kontraindikation für intensives Training)
  • unzureichende Deutschkenntnisse zum Ausfüllen der Fragebögen
  • laufender EM-Rentenantrag
  • gesundheitlich bedingte, unzureichende Fähigkeit zum Training in der Gruppe

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

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Fragestellung(en): Können intensivierte leistungsgestufte bewegungstherapeutische Einheiten mit systematischer Motivationsarbeit in der stationären Rehabilitation und kontinuierlicher Nachbetreuung nach Reha-Ende dazu beitragen, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie die körperliche und psychische Gesundheit bei Rehabilitanden mit den häufigsten entzündlichen und nicht-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates langfristig zu verbessern? Kann deren Motivation zu und Umsetzung von körperlichen Aktivitäten langfristig gefördert und der sozialmedizinische Verlauf verbessert werden? Hintergrund: Mit einem Anteil von einem Drittel (stationär) bzw. zwei Dritteln (teilstationär) sind muskuloskelettale Erkrankungen aktuell der häufigste Grund für medizinische Rehabilitationsmaßnahmen unter Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung, darunter am häufigsten aufgrund chronischer nicht-entzündlicher Rückenschmerzen (RS). Ebenso wie die häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, chronische Polyarthritiden (cP) und Spondyloarthritiden (SpA), geht eine solche Diagnose häufig mit massiven Einschränkungen der körperlichen und psychischen Gesundheit einher. Chronische Schmerzen und teilweise gravierende Funktionseinschränkungen führen zu einer verminderten Lebensqualität, die sich in vielen Lebensbereichen widerspiegelt. Eine frühzeitige Diagnose und adäquate medizinische Versorgung (u. a. Medikation) sind von großer Wichtigkeit, um einer Chronifizierung (RS) und/oder einem Fortschreiten der Erkrankung (cP/SpA) vorzubeugen. Aktivierende bewegungstherapeutische Elemente sind wichtige Interventionen, um die Betroffenen mit oftmals inaktivem Lebensstil bei einer aktiven, gesünderen Alltagsgestaltung zu unterstützen. Dabei soll die (Bewegungs-)Therapie speziell auf die Bedürfnisse der Rehabilitanden abgestimmt werden und sie an vielfältige Sport- und Bewegungsformen heranführen. Studien zeigten bislang jedoch meist nur kurz- bis mittelfristige positive Effekte der medizinischen Rehabilitation. Motivierende Interventionselemente sollen die Rehabilitanden auch nach ihrer Entlassung bei der Umsetzung und Aufrechterhaltung ihrer Bewegungsaktivitäten unterstützen. Die kontinuierliche Weiterbetreuung der Rehabilitanden über den Klinikaufenthalt hinaus und der Einsatz neuer Medien zur Aufrechterhaltung des Kontaktes zu den Rehabilitanden haben in neueren Studien bereits erste vielversprechende Erfolge gezeigt. Studiendesign: Bei der boRN-Studie handelte es sich um eine multizentrische Interventionsstudie mit Verlaufsbeobachtungen über ein Jahr zur partizipativen Gestaltung der bewegungsorientierten muskuloskelettalen Rehabilitation und Nachsorge zwischen den Rehabilitanden und dem Reha-Team unter Einbezug der weiterbehandelnden Haus- und Fachärzte. Die Probanden mit chronischen Rückenschmerzen (RS), chronischen Polyarthritiden (cP) oder Spondyloarthritiden (SpA) im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre) wurden zu vier Messzeitpunkten (t1=Reha-Beginn, t2=Reha-Ende, t3=sechs Monate nach Reha-Ende, t4=12 Monate nach Reha-Ende) schriftlich befragt. Methode: Realisierung und Wirksamkeit der komplexen boRN-Intervention wurden prospektiv zum Reha-Ende (t2) sowie nach sechs (t3) und 12 Monaten (t4) gegenüber dem Ausgangszustand zu Reha-Beginn (t1) analysiert. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (KG: n=266) wurden Verbesserungen der Interventionsgruppe (IG: n=180) bzgl. der Haupt- und Nebenzielgrößen untersucht. Datenquellen: - Selbstauskünfte der Patienten (Fragebögen zu 4 Messzeitpunkten) - Studieninstrumente (Laufzettel, Studienliste, Dokumentationsbogen des Belastungstests, Trainingsvereinbarung, Antworten auf Nachsorgeimpulse, Abschlussinterviews,) - KTL-Daten der Kooperationskliniken

Quelle

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