Beschreibung der Studie

Eine Reihe wissenschaftlicher Studien weisen darauf hin, dass bei der Panikstörung eine bestimmte Hirnregion (der sog. Mandelkern, auch Amygdala genannt) übermäßig stark aktiv ist. Gleichzeitig geht man davon aus, dass ein bestimmtes Gebiet der Hirnrinde im Vorderhirn, der sog. präfrontale Kortex, der den Mandelkern hemmen sollte, bei Angststörungen zu wenig aktiv ist. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als effektivste Form der Psychotherapie bei Panikstörung erwiesen. Interessanterweise hat sich gezeigt, dass kognitive Verhaltenstherapie sowohl die übermäßige Aktivität des Mandelkerns als auch die Minderaktivität im Vorderhirn normalisieren kann. Darüber hinaus ist die sog. repetitive transkranielle Magnetstimulation eine Methode, die Aktivität einzelner Hirnregionen über magnetische Impulse zu steigern oder zu hemmen. Die Nah-Infrarotspektroskopie ist ein Untersuchungsverfahren, mit dem die Durchblutung des Gehirns gemessen werden kann, ohne dass in das Gehirn selbst eingegriffen werden muss. Dazu werden kleine „Messknöpfchen“ (Optoden) in einer Gummiplatte an die Kopfhaut gelegt und mit einem Band befestigt. Mit diesem Messinstrument wird nun unschädliches Licht genau festgelegter Wellenlänge ausgesendet und die Menge an reflektiertem Licht gemessen. An Hand dieses Messergebnisses können dann Durchblutungsänderungen des Gehirns errechnet werden, die einen Hinweis auf die Hirnaktivität geben. Bei unserer Studie möchten wir herausfinden, ob eine Förderung der Aktivität des präfrontalen Kortex mit Hilfe der repetitive transkranielle Magnetstimulation den Behandlungserfolg einer kognitive Verhaltenstherapie weiter verbessern kann. Denn wenn der präfrontale Kortex aktiver ist, müsste er auch den Mandelkern stärker hemmen können, womit das Übermaß an Angst zurückgehen müsste. Diese Effekte sollten sich nicht nur in der Überwindung der Panikstörung, sondern auch auf neurobiologischer Ebene (gemessen mit Hilfe der Nah-Infrarospektroskopie) zeigen. Zusätzlich soll die Gruppe der Patienten bezüglich ihrer präfrontalen Aktivierung mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen werden, die jedoch keine Behandlung erhält.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel klinische Symptomschwere: gemessen mit den deutschen Versionen der Hamilton Anxiety Rating Scale (HAM-A; Hamilton, 1996), des Cardiac Anxiety Questionnaire (CAQ; Eifert et al., 2000; Hoyer et al., 2005) und der Panic and Agoraphobia scale (PAS; Bandelow, 1997) zu den folgenden Messzeitpunkten: - zu Beginn der rTMS Behandlung - nach einer Woche rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) Behandlung - nach zwei Wochen rTMS Behandlung - zum Abschluss der rTMS Behandlung - nach neun Wochen, d.h. Abschluss der kognitiven Verhaltenstherapie - zum ersten Follow-up drei Monate nach Ende der kognitiven Verhaltenstherapie - zum zweiten Follow-up sechs Monate nach Ende der kognitiven Verhaltenstherapie
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie nach DSM-IV

Ausschlusskriterien

  • schwere somatische Erkrankung
  • hirnorganische Störung
  • Suchterkrankung
  • Schizophrenie
  • Schizoaffektive Störung
  • Bipolare Störung
  • Schwere Major Depression
  • Schwere Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Persönlichkeitsstörung)
  • Suizidalität
  • Vergangene oder laufende Behandlung mit Benzodiazepinen innerhalb von 3
  • Halbwertszeiten vor Studienbeginn
  • Vergangene oder laufende Behandlung mit Antikonvulsiva innerhalb der letzten 3
  • Monate
  • Epilepsie
  • Herzschrittmacher
  • Metallische Implantate im Kopfbereich
  • Schwangerschaft

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Phobie-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Auf der Grundlage zahlreicher, sorgfältig durchgeführter klinischer Studien und in Übereinstimmung mit den geltenden Behandlungsleitlinien hat sich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als effektive Therapie für Panikstörung mit und ohne Agoraphobie durchgesetzt. Allerdings wird der Erfolg der KVT oft durch folgende Faktoren behindert: (a) KVT erreicht nicht bei allen Patienten einen positiven Behandlungserfolg; (b) KVT zeigt einen verzögerten Wirkeintritt, welcher häufig eine Kombinationsbehandlung mit Medikamenten notwendig macht, insbesondere in den ersten 4-8 Wochen der Behandlung; (c) manche Patienten können nicht ausreichend für eine langfristige KVT-Behandlung motiviert werden. Angesichts der genannten Grenzen für KVT-Interventionen schlagen wir die Entwicklung und Validierung von Strategien vor, die Mechanismen verstärken, welche ihrerseits die therapeutischen Effekte von KVT-Techniken vermitteln. Unsere Hypothese ist, dass eine fokale Aktivierung des präfrontalen Kortex durch repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) eine viel versprechende Strategie ist, um bei diesen Patienten die Effekte der KVT zu verstärken, indem Schlüsselareale des Furchtnetzwerkes, die an der therapeutischen Wirkung von KVT beteiligt sind, angesteuert werden. Für diesen Zweck soll Sham-kontrollierte rTMS bei 40 Patienten mit Panikstörung mit und ohne Agoraphobie, die gleichzeitig KVT nach dem neuesten Forschungsstand erhalten, durchgeführt werden. Um sowohl klinische als auch neurobiologische Effekte der rTMS bei diesen Patienten während der Psychotherapie zu untersuchen, wird neben klinischen Effektivitätsmaßen mit Nahinfrarot-Spektroskopie (fNIRS) die präfrontale kortikale Aktivität während emotionaler und kognitiver Aufgaben vor und nach der rTMS-Behandlung gemessen. Im Einzelnen sollen die folgenden Hypothesen getestet werden: 1. Weisen Patienten mit Panikstörung im Vergleich zu Kontrollprobanden eine Dysfunktion lateraler präfrontaler Gehirnareale auf, gemessen mit fNIRS während (a) emotionaler und (b) kognitiver Aufgaben? 2. Normalisiert eine Behandlung mit rTMS bei Patienten mit Panikstörung die NIRSAktivierungsmuster während einer emotionalen Aufgabe im Laufe der Behandlung, und sind diese Veränderungen korreliert mit der Wirksamkeit der Behandlung? 3. Normalisiert eine Behandlung mit rTMS bei Patienten mit Panikstörung die NIRSAktivierungsmuster während einer kognitiven Aufgabe im Laufe der Behandlung, und sind diese Veränderungen korreliert mit der Wirksamkeit der Behandlung?

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.