Beschreibung der Studie

Hintergrund: Die pathologische Erschöpfbarkeit (Fatigue), die Einschränkung der Gehfähigkeit und die Spastik (Erhöhte Eigenspannung der Skelettmuskeln) sind die häufigsten Symptome der Multiplen Sklerose. Leider sind die Behandlungsmöglichkeiten dieser Symptome oft begrenzt. Es ist bekannt, dass Ausdauertraining zu einer Verminderung der Fatigue und der Spastik führen kann. Aus Untersuchungen im Bereich des Leistungssportes ist zudem bekannt, dass Höhentraining im Vergleich zu Training unter Normalbedingungen zu einer vermehrten Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit führt. Die vorliegende Studie untersucht erstmalig die Umsetzbarkeit und den Einfluss eines Ausdauertrainings in der Höhenkammer auf Fatigue, Spastik und Ausdauerleistungsfähigkeit bei Patienten mit MS. Patienten und Methoden: MS- Patienten mit erhaltener Gehfähigkeit, die sich im Studienzeitraum in einer stationären Rehabilitationsmaßnahme befanden und über eine Fatigue klagten wurden eingeschlossen. Nach Einschluss wurden die Patienten per Losverfahren einer von drei Therapiegruppen zugeteilt. Alle Gruppen erhielten während des gesamten Studienzeitraumes ein individuell auf ihre Symptome abgestimmtes Rehabilitationsprogramm (z.B. Ergo- und Physiotherapie). Ein Teil der Patienten absolvierte zusätzlich ein durch erfahrene Physiotherapeuten überwachtes Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer (Hometrainer). Dieses Training fand entweder unter Bedingungen wie sie auf Normalhöhennull (0 Meter über dem Meeresspiegel, ca 21 Vol.% O2) oder sauerstoffärmeren Bedingungen wie sie auf circa 2500 m Höhe herrschen (15,5 Vol. % O2), statt. Ein Teil der Patienten erhielt nur das Rehabilitationsprogramm und diente als Kontrollgruppe. Das Training fand an sechs Tagen in der Woche über einen Zeitraum von zwei Wochen statt. Zum Beginn und zum Ende der Untersuchung wurden die Ausdauerleistungsfähigkeit (6 Minuten Gehtest (6MGT)), das Ausmaß der Spastik (Fragebogen) sowie der Fatigue (Fragebogen) erhoben. Die Studie konnte zeigen, dass die Kombination von Ausdauertraining und Hypoxie- Exposition für MS- Patienten mit erhaltener Gehfähigkeit gut umsetzbar ist. Sie hat gegenüber dem reinen Ausdauertraining, einen zusätzlichen Nutzen für die Ausdauerleistungsfähigkeit (6 min GT) und besitzt das Potential die positive Wirkung des reinen Ausdauertrainings auf die Fatigue zu steigern.

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Studiendetails

Studienziel Fatigue: Fragebogen: Würzburger Erschöpfungsinventar Multiple Sklerose (WEIMuS). Baseline, 7. und 14. Tag nach Baseline.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Volljährigkeit
  • nach den McDonald Kriterien gesicherte MS vom schubförmigen oder chronisch- progredienten Verlaufstyp mit erhaltener Gehfähigkeit (Expanded Disability Status Scale (EDSS) ≤ 6) und anamnestisch angegebener Fatigue
  • Vorliegen eines schriftlichen Einverständnisses

Ausschlusskriterien

  • Ausschluss schwerwiegender kardiopulmonaler Erkrankungen,
  • Erhalt einer Glukokortikosteroid- Therapie weniger als 30 Tage vor Einschluss,
  • schwere Funktionsstörungen (z.B. starke Spastik der Beine), die das aktive Treten auf dem Fahrradergometer unmöglich machen sowie schwere kognitive Defizite, die das Verständnis der im Studienablauf gestellten Anforderungen behindern und somit die Durchführung der Studie erschweren oder unmöglich machen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Multiple Sklerose-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Fatigue, Spastik und eingeschränkte Gehfähigkeit sind die häufigsten und schwerwiegendsten Symptome der Multiplen Sklerose (MS). Gleichzeitig sind ihre Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Um den Einfluss eines Ausdauertrainings in normobarer Hypoxie auf die Fatigue und Ausdauerleistungsfähigkeit von MS Patienten zu untersuchen wurde eine randomisiert kontrollierte Pilotstudie generiert. MS- Patienten mit erhaltener Gehfähigkeit, die sich im Studienzeitraum in einer stationären Rehabilitationsmaßnahme befanden und über eine Fatigue klagten wurden eingeschlossen. Nach Einschluss wurden die Patienten per Losverfahren in eine von drei Therapiegruppen randomisiert. Alle Gruppen erhielten während des gesamten Studienzeitraumes ein individuelles und symptomspezifisches Rehabilitationsprogramm. Ein Teil der Patienten absolvierte zusätzlich ein durch erfahrene Physiotherapeuten überwachtes Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer. Dieses Training fand entweder unter NHN- (Ergometergruppe (EG)) oder hypoxischen Bedingungen (Höhenkammergruppe (HKG)), wie sie auf circa 2500 m Höhe herrschen (15,5 Vol. % O2), statt. Der Patientenanteil, welcher nur das Rehabilitationsprogramm erhielt, diente als Kontrollgruppe (K). Das Training fand an sechs Tagen in der Woche über einen Zeitraum von zwei Wochen statt. Zur Baseline wurden die Basisdaten, die Ausdauerleistungsfähigkeit (6 Minuten Gehtest (6MGT)), Spastik (Fragbogen MSSS-88) sowie das Ausmaß der Fatigue (Würzburger Erschöpfungsinventar MS (WEIMuS)) erhoben. Die Reevaluation des 6MGT und der Spastik (MSSS-88) erfolgte nach 14, die der Fatigue nach sieben und 14 Tagen. Daten von 32 Patienten (Alter: 43,41 ± 7,5 J; m:w = 10:22, EDSS 4,3 ± 1,5 ) wurden analysiert. In beiden Trainingsgruppen (EG n:8, HKG n:13) kam zu einer signifikanten Verbesserung der Fatigue (p≤ 0,01) und der Spastik (HKG p < 0,01; EG p < 0,05). In der HKG war die Verbesserung der Fatigue bereits nach sieben Tagen signifikant (p≤ 0,01). Im 6MGT steigerte sich nur die HKG signifikant (p≤ 0,01). Die Kombination von Ausdauertraining und Hypoxie- Exposition ist für MS- Patienten mit erhaltener Gehfähigkeit gut umsetzbar, hat gegenüber dem reinen Ausdauertraining, einen zusätzlichen Nutzen für die Ausdauerleistungsfähigkeit (6 min GT) und besitzt das Potential die positive Wirkung des reinen Ausdauertrainings auf die Fatigue zu steigern.

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