Beschreibung der Studie

Diese Studie beschäftigt sich mit der Evaluation eines Kurses zur Prävention psychischer Erkrankungen und Burnout, der im Auftrag der AOK Baden-Württemberg entwickelt wurde. Der Kurs findet in Gruppen á 10-12 Teilnehmern statt und erstreckt sich über 7 Termine á 1,5 Stunden. Ziel des Kurses ist die Stärkung wissenschaftlich fundierter Schutzfaktoren für psychische Gesundheit in folgenden Themenblöcken: Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Werteorientierung, soziale Netzwerke und Kommunikation sowie dem Transfer des Erlernten ins tägliche Leben. Alle Personen, die sich im Zeitraum 11/2013-06/2014 für die Kurse anmelden, werden gebeten, an der Studie teilzunehmen. Als Kontrollgruppe werden Versicherte der AOK-Baden-Württemberg angeschrieben, die statistisch gesehen, ähnliche Merkmale wie die Teilnehmer aufweisen. Eine unaufgeforderte Teilnahme an der Studie ist nicht möglich. Ziel der Evaluationsstudie ist die Untersuchung der Effektivität und Kosteneffektivität der Kurse. Die Hypothesen sind, dass psychische Belastung und Krankheitskosten in Folge der Kursteilnahme sinken, während Lebenszufriedenheit und Resilienz steigen. Die Probanden der Experimental- und Kontrollgruppe werden hierfür zu drei Zeitpunkten (vor Beginn der Kurse, direkt nach Abschluss der Kurse sowie drei Monate später) schriftlich befragt.

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Studiendetails

Studienziel Messzeitpunkte sind vor Beginn der Kurse (t0), nach der letzten Kurseinheit (t1= t0+10 Wochen) sowie 3 Monate nach Abschluss des Kurses (t2 = t1 + 12 Wochen). Die Evaluationsstudie wird mit fragebogenbasierten Selbstratings durchgeführt. Folgende Messinstrumente werden zu allen drei Messzeitpunkten eingesetzt: • „Satisfaction with Life Scale“ (SWLS; Glaesmer et al., 2011) • Resilienzskala (11 Item-Version) von Wagnild und Young (Wagnild et al., 1993, dt. von Schumacher, Leppert, Gunzelmann, Strauß & Brähler, 2005) • „Hospital Anxiety and Depression Scale“ (HADS-D; Herrmann, Buss & Snaith, 2007) Spezifische und unspezifische Krankheitskosten werden von der AOK-Baden-Württemberg aus den Bestandsdaten ermittelt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 4000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle AOK Baden-Württemberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilnehmer(innen) des Präventionsprogramms; nach Basisvariablen (Alter, Geschlecht, Krankenkosten) gematchte Kontrollpersonen von AOK-Versicherten

Ausschlusskriterien

  • mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache sowie eine beeinträchtigte Urteils- oder Einwilligungsfähigkeit

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Psychische Belastung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund Angesichts steigender Gesundheitskosten im Bereich des Kapitel V ICD-10 und den enormen persönlichen und sozialen Kosten, die für Betroffene von psychischen Störungen entstehen (Jacobi, 2009), gewinnt der Bereich der Prävention psychischer Störungen zunehmend an Bedeutung. Im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells psychischer Störung hat die Verhaltensprävention psychischer Störungen zum Ziel, psychologische Risikofaktoren zu minimieren und psychologische Schutzfaktoren zu stärken. Das Präventionsprogramm „Lebe Balance“ wurde 2013 im Auftrag der AOK Baden-Württemberg für eine Gesundheitsaktion zum Thema psychische Gesundheit entwickelt (Bohus et al., 2013). Es basiert auf den theoretischen Grundlagen der Acceptance- und Commitmenttherapie (ACT; z.B. Hayes et al., 2006); einem Therapiemodell, das nicht die Symptome einzelner psychischer Störungen behandelt, sondern dem Patienten Fertigkeiten vermittelt, welche die Verhaltensflexibilität und Wertorientierung fördern. In „Lebe Balance“ wird das ACT-Modell an die spezifischen Erfordernisse der Primärprävention angepasst. Zum einen werden empirisch belegte Schutzfaktoren, wie z.B. soziale Netzwerke direkt thematisiert bzw. wie z.B. Selbstwirksamkeit durch gezielte Interventionen adressiert. Zum anderen wird berücksichtigt, dass Motivation und Absichtsbildung häufig nicht ausreichen, um konkrete Verhaltensänderung zu initiieren – diese jedoch ein essentieller Bestandteil wirksamer Präventionsbemühungen sind. In Anlehnung an den „Health Action Process Approach“ (HAPA) von Ralf Schwarzer (z.B. Sniehotta et al., 2005) wird die Umsetzung werteorientierter Ziele daher mit der Vermittlung von Problemlösekompetenzen kombiniert. Die „Lebe Balance“ Präventionskurse bestehen aus 6 Modulen à 1,5 Stunden wöchentlich mit den Schwerpunkten Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Werte, Soziale Netze und Kommunikation, zwei Modulen zu Verhaltensänderungen sowie einem Nachhaltigkeitstermin, der vier bis sechs Wochen nach dem letzten Modul stattfindet. Um nachhaltige Lernprozesse zu ermöglichen, werden die Grundprinzipien Achtsamkeit und metakognitive Wahrnehmung einheitsübergreifend geschult. Zwischen den Terminen erhalten die Teilnehmer(innen) sogenannte „Balance Übungen“, um die Umsetzung der Kursinhalte im Alltag zu fördern und sie werden angehalten, regelmäßige Achtsamkeitsübungen durchzuführen. Fragestellung Primäres Ziel der geplanten Evaluationsstudie ist die Frage nach Effektivität und Kosteneffektivität des Präventionskurses „Lebe Balance“. Hypothese 1a: Bei den Teilnehmer(innen) des Präventionskurses steigen Lebenszufriedenheit und Resilienz signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe zum Post-Messzeitpunkt an. Hypothese 1b: Lebenszufriedenheit und Resilienz bleiben in beiden Gruppen zwischen dem Post-Mess-Zeitpunkt und der Katamnese stabil. Hypothese 2a: Die Teilnehmer(innen) des Präventionskurses zeigen zum Post-Mess-Zeitpunkt ein signifikant geringeres Ausmaß an psychischer Belastung im Vergleich zur Kontrollgruppe. Hypothese 2b: Die Reduktion der psychischen Belastung bei den Teilnehmer(innen) des Präventionskurses bleibt bis zur Katamnese stabil. Hypothese 3a: Die Teilnehmer(innen) des Präventionskurses weisen im Jahr nach der Teilnahme signifikant geringere direkte und indirekte Krankheitskosten auf als im Vorjahr. Hypothese 3b: Die direkten und indirekten Krankheitskosten der Teilnehmer(innen) im Jahr nach dem Kursbesuch sind signifikant geringer als die der gematchten Kontrollpersonen. Sekundäres Ziel der Evaluationsstudie ist die Untersuchung der subjektiven Zufriedenheit der Teilnehmer des Präventionsprogrammes sowie Compliance und Transfer in den Alltag: • Empfinden die Teilnehmer die Themen als bedeutsam für die eigene Lebensgestaltung und ihr psychisches Befinden? • Wurden die Übungen durchgeführt und Grundprinzipien (z.B. Achtsamkeit) längerfristig beibehalten? • Gibt es Prädiktoren für Kurszufriedenheit, Compliance und Transfer in den Alltag? Methode In einem case-by-case matched control group design werden die Effekte des Präventionsprogramms mit statistischen Zwillingen verglichen. Es werden alle Personen gebeten, an der Studie teilzunehmen, die im Zeitraum 11/2013 bis 06/2014 die „Lebe Balance“ Kurse bei der AOK-Baden-Württemberg besuchen (voraussichtlich ca. 5.000 Teilnehmer, erwartete Response-Rate 40-50%). Messzeitpunkte sind vor Beginn der Kurse (t0), nach der letzten Kurseinheit (t1= t0+10 Wochen) sowie 3 Monate nach Abschluss des Kurses (t2 = t1 + 12 Wochen). Für die Kontrollgruppe wird eine Kohorte von AOK-Versicherten angeschrieben (ca. 20.000, erwartete Response-Rate 40-50%, erwartete Matching-Attrition 50%), die eine der Experimentalgruppe ähnliche Verteilung hinsichtlich Alter, Geschlecht und Krankheitskosten aufweist. Für das Matching werden diejenigen Personen ausgewählt, die hinsichtlich der Soziodemographie, der Krankheitskosten sowie der psychometrischen Daten aus t0 eine größtmögliche Übereinstimmung aufweisen. Die Evaluationsstudie wird mit fragebogenbasierten Selbstratings durchgeführt. Folgende Messinstrumente werden zu allen drei Messzeitpunkten eingesetzt: • „Satisfaction with Life Scale“ (SWLS; Glaesmer et al., 2011) • Resilienzskala (11 Item-Version) von Wagnild und Young (Wagnild et al., 1993, dt. von Schumacher, Leppert, Gunzelmann, Strauß & Brähler, 2005) • „Hospital Anxiety and Depression Scale“ (HADS-D; Herrmann, Buss & Snaith, 2007) Literatur Bohus, M., Lyssenko, L., Wenner, M. & Berger, M. (2013). Lebe Balance. Das Programm für innere Stärke und Achtsamkeit. Stuttgart: Thieme. Glaesmer, H., Grande, G., Brähler, E. & Roth, M. (2011). The German Version of the Satis-faction with Life Scale (SWLS). Psychometric Properties, Validity, and Population-Based Norms. European Journal of Psychological Assessment, 27(2), 127-132. Hayes, S. C., Luoma, J. B., Bond, F. W., Masuda, A. & Lillis, J. (2006). Acceptance and commitment therapy: Model, processes and outcomes. Behaviour Research and Therapy, 44 (1), 1–25. Herrmann, C., Buss, U. & Snaith, R. -P. (2007). Hospital anxiety and depression scale - Deutsche Version. Bern: Hans Huber. Jacobi, F. (2009). Nehmen psychische Störungen zu? Report Psychologie, 34(1), 16-28. Schumacher, J., Leppert, K., Gunzelmann, T., Strauß, B. & Brähler, E. (2005). Die Resilienzskala - Ein Fragebogen zur Erfassung der psychischen Widerstandsfähigkeit als Personmerkmal. Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 53 (1), 16-39. Sniehotta, F.F., Schwarzer, R., Scholz, U., & Schüz, B. (2005). Action planning and coping planning for long-term lifestyle change: Theory and assessment. European Journal of Social Psychology, 35, 565–576. Wagnild, G. M. & Young, H. M. (1993). Development and psychometric evaluation of the Resilience Scale. Journal of Nursing Measurement, 1 (2), 165-178.

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