Beschreibung der Studie

Diese Studie untersucht ob und in welcher Weise das 8-wöchige Tragen einer Kniebandage das Gangbild bei Personen mit medialer Kniearthrose beeinflusst. In Vorherigen Studien wurde festgestellt, dass die Bandage akkut eine Verringerung der Knieadduktion bewirkt. In einer darauf folgenden längerfristigen Studie wurde dies tendenziell bestätigt, allerdings war der Effekt statistisch gesehen nicht eindeutig. In der vorliegenden Studie werden die Einschlusskritieren für Probanden strenger gestaltet, damit solche Probanden, die bereits ohne Bandage keine oder nur geringe Einschränkungen beim Gehen aufweisen und bei denen somit keine arthrosebezogene Wirkung der Bandage zu erwarten ist, nicht an der Studie teilnehmen. Bei einer Eingangs- und Ausgangsmessung werden das Gangbild und die Gelenkwarhnehmung mit biomechanischen Methoden mit und ohne Bandage erfasst und analysiert. Zwischen diesen Messterminen befindet sich ein 8-Wöchiger Zeitraum, in dem die Probnaden der Interventionsgruppe eine Bandage mindestens 6 Stunden am Tag tragen sollen. Die Probanden der Kontrollgruppe dürfen in diesem Zeitraum keine Bandage tragen.

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Studiendetails

Studienziel Die Reduktion der Kniegelenksbelastung nach 8-wöchigem Tragen einer Kniegelenkbandage soll im Vergleich zu einer No-Treatment Kontrollgruppe untersucht werden. Die Kniegelenkbelastung wird anhand kinematischer und kinetischer Parameter bestimmt (Adduktion und Adduktionsmoment, Gelenksteifigkeit). Die Kniegelenkskontrolle wird anhand der Aktivität gelenkumgreifender Muskeln (Elektromyographie) bestimmt. Zusätzlich wird ein Winkelreproduktionstest durchgeführt.
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bauerfeind AG

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Männliche und weibliche Probanden, ärztlich diagnostizierte moderate bis schwere (vorzugsweise) mediale Kniegelenksarthrose (Kellgren-Lawrence Grad >2) mit Schmerzen vorwiegend am medialen Kompartiment (lt. visueller Analogskala). Varus-Stellung des Knies im Stand. Alter zwischen 30 – 67 Jahren.

Ausschlusskriterien

  • Beschwerdebedingte Unfähigkeit zu gehen und zu laufen, neurologische Erkrankungen, Sprunggelenks-, Knie- oder Hüftendoprothesen, Träger einer Kniegelenksbandage oder –orthese während der letzten 6 Monate.

Adressen und Kontakt

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Kniegelenksarthrose führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im betroffenen Gelenk. Dies beeinträchtigt die Kinematik und neuromuskuläre Aktivierung des gesamten Bewegungsapparats und insbesondere der unteren Extremität beim Gehen (Block & Shakoor, 2010; Ornetti et al., 2010). In einer bereits am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg durchgeführten experimentellen Studie konnte gezeigt werden, dass das Anlegen einer Kniegelenksbandage akut zu einer Verminderung der Schmerzsymptomatik sowie zu einem veränderten Gangbild führt (Schween et al., in prep.; siehe Ethikvotum Nr. 107/12). Aufbauend auf diesen Ergebnissen evaluierte eine darauf folgende längsschnittliche Intervention über einen Zeitraum von acht Wochen (Ethikvotum Nr. 184/13), ob diese beobachteten Akuteffekte auch langfristig auftreten. Hierfür wurden bei einer Prä- und Postmessung die Kinematik, Kinetik sowie die neuromuskuläre Kontrolle des Gehens und des Laufens bei Probanden mit unilateraler Kniegelenksarthrose mit besonderem Augenmerk auf die Frontalebene untersucht. Es zeigten sich tendenziell gleiche Effekte wie in der Querschnittstudie (v.a. mittlere Reduktion des Adduktionsmoments um ca. 5%), ein statistisch signifikanter Effekt ergab sich jedoch nicht. Die retrospektive Gesamtschau der beiden durchgeführten Studien legt nahe, dass die Effekte der Kniegelenkbandage stark von der individuellen Einschränkung der Kniefunktion im Allgemeinen als auch der Kniefunktion in der experimentellen Testsituation im Besonderen abhängt: Vor allem in der längschnittlichen Studie wiesen etliche der Probanden bereits bei der Eingangsmessung ohne Bandage keine oder nur geringe subjektive Funktionseinschränkungen und Schmerzen auf. Bei jenen Personen konnte die Kniegelenkbandage folglich zu keiner weiteren Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung unter den Testbedingungen führen. Wir halten deshalb an der Vermutung fest, dass insbesondere laterale Differenzen im Gangbild, die häufig auftreten und unter anderem durch schmerzbedingte Schonhaltungen erklärt werden können, auch langfristig geringer ausgeprägt sind wenn eine Kniegelenksbandage getragen wird. Das Ziel der vorliegenden Interventionsstudie ist es, auf Basis der gewonnenen Erfahrung aus der bereits erfolgten Längsschnittstudie erneut zu überprüfen, ob die bereits nachgewiesene biomechanische Akut-wirkung auch im Langzeitverlauf nach mehrwöchigem Tragen einer Kniegelenkbandage erhalten bleiben. Im Unterschied zu der vorigen Studie möchten wir den oben bereits genannten, insbesondere in der Längsschnittstudie beobachteten Bodeneffekt mindern um eine eventuelle Wirkung der Bandage gezielter beobachten zu können. Dies geschieht durch eine stärkere Eingrenzung der Einschlusskriterien, womit verhindert werden soll, dass Probanden an der Studie teilnehmen, die bereits bei der Eingangsmessung ohne Bandage nur eine geringe subjektive Funktionseinschränkung aufweisen.

Quelle

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