Beschreibung der Studie

Die Anzahl krankhaft übergewichtiger Patienten steigt in allen Industrie- und Schwellenländern kontinuierlich an. Der anästhesiologischen Betreuung stark übergewichtiger Patienten kommt sowohl im Rahmen von Routineeingriffen, wie auch bei Eingriffen mit dem Ziel der Gewichtsreduktion eine immer stärkere Rolle zu. Die anästhesiologische Versorgung wird durch die häufig mit der morbiden Adipositas vergesellschafteten Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, koronare Herzkrankheit, obstruktive Schlafapnoe und Erkrankungen des Bewegungsapparates zusätzlich erschwert. Erschwerte Atemwegsicherung bei gleichzeitig hochgradig eingeschränkter pulmonaler Reserve, sowie eine vermehrte Atelektasenbildung und postoperative Apnoephasen stellen potentielle Gefahren für extrem adipöse Patienten dar. So stellt die Sicherstellung der präoperativen und postoperativen Oxygenierung eine besondere Herausforderung für die perioperative Phase dar. Trotz dieser Gefahren fehlen gut untersuchte klinische Empfehlungen zur optimalen Durchführung der Präoxygenierung vor endotrachealer Intubation und der Sicherstellung der Oxygenierung nach Extubation bei Patienten mit morbider Adipositas (d. h. Patienten mit einem BMI>40kg/m2). Eine optimale Präoxygenierung, um die gefahrlos tolerable Apnoezeit während des Intubationsvorgangs zu verlängern und Kenntnisse über die optimale Technik der Sauerstofftherapie in der unmittelbaren postoperativen Phase wären wichtige Beiträge zur Sicherheit extrem adipöser Patienten im klinischen Alltag. Das bisherige Standardverfahren zur Präoxygenierung besteht unabhängig vom Körpergewicht des Patienten aus dem Vorhalten einer Gesichtsmaske, die mit dem Narkoserespirator verbunden ist und einen Sauerstofffluss von 8-18l abgibt. In der aktuellen Literatur konnten mit Abweichungen von diesem Standardverfahren wie einer Oberkörperhochlagerung oder einer druckunterstützten Spontanatmung (ASB) in Verbindung mit einem kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck (CPAP) Verbesserungen sowohl bei der Präoxygenierung als auch bei der Oxygenierung nach der Narkose verzeichnet werden. In die klinische Routine der Präoxygenierung wurde jedoch lediglich die zum Standardverfahren begleitende Hochlagerung des Oberkörpers um ca. 20°-30° übernommen. Die präoperative Umsetzung einer CPAP Beatmung mit ASB scheitert meist am Fehlen entsprechender Funktionen des Narkoserespirators, so dass ein zweiter Respirator einer Intensivstation notwendig ist. Ein Gerät, das zur Abgabe eines CPAP ohne ASB über einen Nasenaufsatz in der Intensivmedizin bereits etabliert ist (Optiflow), ist bisher weder zur postoperativen Oxygenierung bei extrem übergewichtigen Patienten noch zur Präoxygenierung evaluiert worden. Ziel der zur Genehmigung vorgelegten Untersuchung soll ein Vergleich dreier unterschiedlicher nicht invasiver Verfahren zur Prä-/Oxygenierung sein. Jeweils 11 auswertbare Patienten der Studiengruppe und der Kontrollgruppe werden entweder mittels • Standardverfahren = Präoxygenierung über vorgehaltene Narkosemaske mit 8 l/min Flow, FiO2 1,0 • Masken-CPAP = Präoxygenierung über Masken-CPAP (Continous positive Airway-Pressure) mit einem CPAP von 5 cm H2O, FiO2 1,0 • Nasen-CPAP = Präoxygenierung über OPTIFlow mit CPAP von 3-5 cm H2O, FiO2 1,0 präoxygeniert. Zur Bestimmung des Grades der Effektivität der Präoxygenierung werden zu den Zeitpunkten 0 min, 1 min, 3 min, 5 min, 7 min nach Beginn der Präoxygenierung und nach der Intubation arterielle Blutgasanalysen durchgeführt und der arterielle Sauerstoffpartialdruck mit dem Ausgangswert in der Gruppe sowie zum gleichen Zeitpunkt zwischen den Gruppen verglichen. Postoperativ erfolgt nach der Extubation der erneute Einsatz der gleichen Technik, um die postoperative Oxygenierung sicherzustellen. Hier erfolgen Blutgaskontrollen unmittelbar vor Extubation und 5 min, 15 min, 30 min, 60 min und 120 min sowie 180 min nach der Extubation. Weiterhin werden zum Zeitpunkt 30 min und 120 min nach Extubation eine spirometrische Untersuchung durchgeführt. Bei der Verlegung des Patienten wird zusätzlich eine Befragung hinsichtlich des Komforts der jeweiligen Technik durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt für jeden Patienten ist die Blutgaskontrolle 180min nach OP Ende.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle ELAN Fonds Forschungsstiftung der Medizinischen Fakultät Erlangen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten im Alter von mindestens 18 Jahren bis 75 Jahre, weibliche und männliche Patienten.
  • Eingeschlossen werden Patienten, die sich aufgrund eines gewichtsreduzierenden Eingriffs bzw. einer indizierten ACB- Operation einer Vollnarkose unterziehen müssen.

Ausschlusskriterien

  • Patienten mit einer hochgradigen vorbestehenden Lungenschädigung, die eine dauerhafte Therapie mit Sauerstoff oder bronchodilatativen Medikamenten notwendig macht werden nicht in die Untersuchung eingeschlossen. Weiterhin sollte keine Dauermedikation mit Opioiden oder Benzodiazepinen, Antiepileptika, Psychopharmaka, sowie keine schwierigen Intubationsverhältnisse oder der Verdacht auf diese bestehen.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Vergleich dreier unterschiedlicher Verfahren (Standard- CPAP- und OptiFlow-Verfahren) zur Präoxygenierung vor RSI bei morbid adipösen Patienten und postoperativer Sauerstofftherapie. Darüberhinausgehend Vergleich mit einer annähernd normalgewichtigen Vergleichsgruppe (herzchirurgische Patienten). Die Vergleichsgruppe ist wie die Studiengruppe in die drei unterschiedlichen Methoden zur Sauerstofftherapie aufgeteilt.

Quelle

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