Beschreibung der Studie

Menschen, die an chronischem Erschöpfungssyndrom erkranken, leiden unter einem andauernden Gefühl der Erschöpfung, deutlich reduzierter Belastbarkeit und weiteren körperlichen Beschwerden, wie z. B. Schmerzen. In der kontrollieren Studie werden 30 Probandinnen, die an chronischem Erschöpfungssyndrom erkrankt sind und entweder eine bewegungstherapeutische oder eine verhaltenstherapeutischen Behandlung (Biofeedback-Therapie) erhalten, untersucht. Ziel ist es die Auswirkung beider Behandlungen auf Selbstwirksamkeit, Erschöpfungserleben, Lebenszufriedenheit und auf körperliche Messwerte wie Cortisolspiegel und Herzkreislaufsystem zu erfassen.

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Studiendetails

Studienziel Erschöpfungserleben (Fragebogen); prä, post, 5Monats-Katamnese Erschöpfungserleben wurde mit dem „Multidimensional Fatigue Inventory“ (MFI; Gaab und Ehlert, 2005) erhoben. Der MFI erhebt Erschöpfungserleben auf 5 Subskalen (generelle Erschöpfung, physische Erschöpfung, reduzierte Aktivität, reduzierte Motivation, mentale Erschöpfung) und erlaubt die Bildung eines Gesamtwertes. Der MFI wurde prä und post Intervention und zur 5-Monats-Katamnese durchgeführt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Tübingen Abteilung für Psychosomatische Medizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Klinisch gesicherte, ungeklärte, persistierende oder rezidivierende chronische Erschöpfung, die neu oder zeitlich bestimmbar eingesetzt hat (und nicht bereits lebenslang besteht); die nicht Folge einer noch anhaltenden Überlastung ist; die sich nicht wesentlich durch Ruhe bessert; und zu einer substantiellen Reduktion des früheren Niveaus der Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen oder persönlichen Bereich führt; und
  • das Vorkommen von vier oder mehr der folgenden Symptome, die alle für mindestens 6 aufeinanderfolgende Krankheitsmonate persistierend oder rezidivierend nebeneinander bestanden haben müssen und der Erschöpfung nicht vorausgegangen sein dürfen:
  • selbstberichtete Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses oder der Konzentration, die schwer genug sind, eine substantielle Reduktion des früheren Niveaus der Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen oder persönlichen Bereich zu verursachen;
  • Halsschmerzen;
  • empfindliche Hals-und Achsellymphknoten;
  • Muskelschmerzen;
  • Schmerzen mehrerer Gelenke ohne Schwellung und Rötung;
  • Kopfschmerzen eines neuen Typs, Musters oder Schweregrades;
  • keine Erholung durch Schlaf;
  • Zustandsverschlechterung für mehr als 24 Stunden nach Anstrengungen.

Ausschlusskriterien

  • somatische Primärerkrankung, die Fatigue erklärt (z. B. Krebserkrankung), Suchterkrankung, primär psychiatrische Erkrankung (z. B. Schizophrenie), Major Depression oder Angsterkrankung, laufende Psychotherapy oder laufendes Bewegungsprogramm, body-mass index (BMI) unter 18.5kg/m² oder über 35kg/m², männliches Geschlecht

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das chronische Erschöpfungssyndrom („chronic fatigue syndrome“, CFS) aus dem Kreis der somatoformen, funktionellen Störungen (ICD-10:F48.0) hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist verbunden mit chronischem Verlauf, hoher Komorbidität und Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen. Ätiologisch wird von einem integrativen Störungsmodell ausgegangen, das biologische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigt. Es wird angenommen, dass Patienten mit CFS aufgrund von fehlenden Bewältigungsstrategien und Misserfolgserwartungen in einem Zustand des nicht endenden, erhöhten körperlichen Erregungsniveaus verbleiben. Dieser Kreislauf kann durch weitere Faktoren wie Fokussierung auf körperliche Prozesse, genetische Polymorphismen und Persönlichkeitseigenschaften verstärkt werden und den dauerhaften Stress-Zustand mit Dysbalancen intensivieren und schließlich zu der von den CFS-Patienten beschriebenen Symptomatik aus Erschöpfung, Schmerzen und kognitiven Beeinträchtigungen führen (Whyller et al. 2009). Zur Behandlung des CFS gelten angeleitetes körperliches Training sowie speziell auf diese Patienten ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie als effektiv (Prins et al. 2006; Price et al. 2008). Im Rahmen der Studie sollen 30 CFS-Patientinnen untersucht werden, die nach vollständiger Aufklärung und Einverständniserklärung randomisiert den beiden Behandlungsarmen „Biofeedback-Therapie“ als einer Methode der kognitiven Verhaltenstherapie oder dem „sportmedizinischen Bewegungsprogramm“ zugeteilt werden. In beiden Therapiearmen erhalten die Patientinnen 8 Therapieeinheiten. Outcome-Maße sind primär Fragebogen-Daten zu mentaler und physischer Lebensqualität (wie körperliche, emotionale und soziale Rollenfunktion, psychisches Befinden, Schmerzen und Vitalität) und verschiedene Facetten des Erschöpfungserlebens zu drei Messzeitpunkten (prä, post, Katamnese). Darüber hinaus werden prä und post Intervention physiologische Maße wie das Cortisol-Tagesprofil, Herzrate, Blutdruck und Herzratenvariabilität unter Ent- und Belastungsbedingungen mittels Orthostase-Test sowie die Ausdauerleistung und individuelle anaerobe Schwelle mittels Spiroergometrie erhoben. Die Entwicklung im Verlauf wird mittels Stundenprotokollen sowie Beschwerde- und Trainingstagebüchern protokolliert. Bisher gibt es, trotz zahlreicher Wirksamkeitsnachweise für Biofeedback-Therapie bei somatoformen Störungen, keine kontrollierte randomisierte Studie zum Einsatz von Biofeedback-Therapie bei CFS. Ziel des Projektes ist es, die Wirksamkeit und Funktionsweise von Biofeedback-Therapie und sportmedizinischem Bewegungsprogramm auf das Krankheitsbild des CFS zu untersuchen und dabei sowohl psychoedukative Elemente, kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen, Strategien der Stress-Bewältigung als auch die Reduktion von Schonverhalten und Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit zu integrieren.

Quelle

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