Beschreibung der Studie

Die Zellen unseres Körpers können über so genannte Zytokine miteinander kommunizieren. Eine besondere Rolle wird den Zytokinen im Immunsystem zuteil. Sie sind hier hauptverantwortlich für die Entstehung und Bekämpfung von Entzündungen, Infektionen, Allergien und vielen anderen Erkrankungen und spielen natürlich auch eine wichtige Rolle in der Therapie mit Arzneistoffen. Es gilt noch viel über die Wirkung der Zytokine im menschlichen Körper zu lernen, vor allem zur Behandlung bestimmter Erkrankungen oder aber auch zur Therapieüberwachung nach Transplantationen oder nach der Gabe von zu überwachenden Arzneistoffen. Die Mikrodialysetechnik ist eine Methode, mit der körpereigene Substanzen oder auch Arzneistoffe direkt im Gewebe bestimmt werden können. Diese Methode besteht aus einer Katheter-basierter Technologie und kam das erste Mal in den 1960er Jahren zur Anwendung. Seit über 30 Jahren wird sie jetzt u.a. im klinischen Bereich eingesetzt. Der Mikrodialysekatheter besteht aus einem sehr dünnen zuleitenden Schlauch (Durchmesser 0,4 mm), einer Membran (Länge 30 mm, Durchmesser 0.5 mm), die für bestimmte Substanzen durchlässig ist, und einem ableitenden Schlauch (Durchmesser 0,4 mm). An den zuleitenden Schlauch wird eine kleine, mobile Pumpe angeschlossen, welche eine physiologische, also an die Körperflüssigkeit angepasste, Lösung mit sehr geringer Geschwindigkeit durch die Membran pumpt. Diese Lösung kann Substanzen aus dem umliegenden Gewebe, welche durch die Membran ins Innere gelangen, aufnehmen und durch den ableitenden Schlauch zu einem kleinen Probengefäß leiten. Nach der Kathetereinführung mit Hilfe einer Kanüle verändert sich die Lage der Membran nicht mehr; das Probenauffanggefäß, welches am ableitenden Schlauch befestigt ist, wird kontinuierlich gewechselt. Im Rahmen dieser Studie an gesunden Probanden möchten wir herausfinden, ob es mit der Methode der Mikrodialyse möglich ist, die tatsächlichen Konzentrationen der Zytokine im Gewebe zu messen. Dadurch könnte die Therapie und Überwachung von Patienten verbessert und vereinfacht werden.

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Studiendetails

Studienziel Sind die Zytokinkonzentrationen im Mikrodialysat ausreichend hoch für eine Quantifizierung?
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 4
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Freie Universität BerlinAbteilung Klinische Pharmazie und Biochemie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 30 kg/m2
  • unauffällige medizinische Anamnese
  • unauffällige körperliche Untersuchung

Ausschlusskriterien

  • chronische Arzneimitteltherapie oder sonstige dauerhafte therapeutische Maßnahmen (Ausnahme: hormonelle Kontrazeption)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Irritationen der abdominellen Hautfläche
  • gleichzeitige Teilnahme an weiteren Studien

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Mit Hilfe der Mikrodialysetechnologie sollen Zytokinkonzentrationen in der Interstitialflüssigkeit des abdominellen subkutanen Fettgewebes ermittelt werden. Die im Mikrodialysat gemessenen Konzentrationen stellen dabei einen Anteil der wahren Interstitialflüssigkeitskonzentrationen dar. Zytokine werden als immunmodulatorische Mediatoren vor allem von Zellen des nativen und adaptiven Immunsystems sezerniert und stellen somit ein breites Spektrum an potenziellen Biomarkern für das Monitoring von beispielsweise Entzündungserkrankungen, Infektionen, Allergien, Autoimmunerkrankungen und Arzneistofftherapien dar. Allerdings repräsentieren Zytokinkonzentrationen im Plasma normalerweise nicht die Konzentrationen im entzündeten Gewebe. Die Mikrodialyse als minimal-invasive Technologie ermöglicht die Bestimmung von Analyten (=Markern) in der Interstitialflüssigkeit des Gewebes, folglich am Ort der Entzündung. Der Einsatz von Mikrodialysekathetern könnte dementsprechend die Zytokingewebeanalyse als Biomarkerprofilerhebung für verschiedene Erkrankungsstadien und –progressionen oder auch für die Arzneimitteltherapieverlaufskontrolle etablieren. Die Mikrodialysetechnologie ist bisher für vergleichsweise kleine Moleküle wie z.B. Glucose und Lactat oder auch Arzneistoffe gut etabliert. Eine Anwendung auf höhermolekulare Substanzen würde das Einsatzspektrum dieser minimal-invasiven Technologie erweitern. Moleküle mit hoher Molekülmasse, wie Zytokine, zeigen in vitro ein anderes Wiederfindungsverhalten als z.B. viele untersuchte Antiinfektiva. Dies ist auch auf die Membranen mit höherem Cut-off-Wert, die für die Gewinnung von Proteinen benötigt werden, zurückzuführen. In der geplanten Untersuchung soll die In-vivo-Anwendbarkeit der Mikrodialysekatheter zur Gewinnung von Zytokinen geprüft werden. Weiterhin soll untersucht werden, ob mittels Variation der Perfusionsrate ein Rückschluss auf die wahre Konzentration in der Interstitialflüssigkeit gezogen werden kann. Dies würde die quantitative Beobachtung von Zytokingewebskonzentrationen gewährleisten, die über ein eingeschränktes Monitoring von Konzentrationstrends hinausgeht.

Quelle

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