Beschreibung der Studie

Eigene Vorstudien haben gezeigt, dass Juckreiz (subjektives Juckreizerleben und Kratzverhalten) durch die Präsentation von audiovisuellem Stimulusmaterial sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis und Urtikaria) auslösbar ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass bei Neurodermitis-Patienten der Anstieg in der Anzahl der Kratzbewegungen über bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (geringe Verträglichkeit und hohe öffentliche Selbstaufmerksamkeit) vorhersagbar war. In den vorherigen Studien wurden die Versuchsteilnehmer bezüglich des wahren Versuchshintergrunds in Unwissen gehalten. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass Informationsvideos zu Funktionen der Haut hinsichtlich der Güte der Didaktik bewertet werden sollen. Im Aufklärungsgespräch wurde ihnen aber nicht mitgeteilt, dass bei ihnen Juckreiz ausgelöst werden sollte. Gerade bei Probanden mit Neurodermitis scheint diese Vorgehensweise aber ethisch nicht ganz unbedenklich. Auch das Phänomen, dass die Erwartung des Probanden seine Wahrnehmung und Reaktion beeinflusst, der sogenannte subject-expectancy-effect, wurde somit außen vor gelassen. Die Juckreiz induzierende Wirkung bestimmter Stimuli wird aber sehr wohl durch kognitive Prozesse seitens der Versuchspersonen moduliert. Insbesondere die Erwartungshaltung und Aufmerksamkeitsprozesse scheinen hier eine Rolle zu spielen. Das Wissen darüber, dass die Videos juckreizinduzierend wirken können, setzt möglicherweise andere Erwartungs- und Aufmerksamkeitsprozesse in Gang als die bloße Bewertung der Didaktik des Lehrmaterials. Deshalb soll in der geplanten Studie nun ein Drittel der Versuchspersonen im Aufklärungsgespräch die Information erhalten, dass die Videos bei vielen Probanden Juckreiz auslösen (informierte Gruppe), während ein weiteres Drittel der Probanden die Information erhält: „Mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit rufen diese Videos einen sehr intensiven Juckreiz hervor, der von vielen Personen als unangenehm empfunden wird“ (dramatisierende Instruktion). Eine letzte Gruppe erhält diese Informationen nicht (nicht informierte Gruppe). Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob sich der ausgelöste subjektive und objektive Juckreiz (subjektives Juckreizerleben und Kratzverhalten) bei den drei Gruppen (nicht informiert vs. informiert vs. dramatisierend) unterscheidet. Dies soll sowohl bei hautgesunden Kontrollen als auch bei Patienten mit Neurodermitis überprüft werden.

Passende Studie finden

Studiendetails

Studienziel Die subjektiv erlebte Juckreizintensität wird unmittelbar nach jeder Videodarbietung mittels visuelller Analogskala (0 - 10) erfasst
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 120
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Institut für Med. Psychologie

Finden Sie die richtige Neurodermitis-Studie

Mithilfe unseres medizinischen Fragebogens finden Sie heraus, ob diese oder eine andere Studie eine Möglichkeit für Sie darstellt.

Richtige Studie finden

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien der Patientengruppe:
  • 18-60 Jahre
  • rztlich diagnostizierte Neurodermitis nach den Kriterien von Hanifin und Rajka (1980)
  • Erkrankung bestehend seit mindestens 1 Jahr
  • Vorhandensein von ND-Symptomen in den vergangenen sechs Monaten
  • Einschlusskriterien der gesunden Probandengruppe:

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien der Patientengruppe:
  • andere mit Juckreiz assoziierte (Haut-)Erkrankungen
  • Diagnose einer schweren psychiatrischen Erkrankung (ICD-Schlüssel F0,1,2,7,8,9)
  • Diagnose einer chronischen, nicht atopischen körperlichen Erkrankung
  • Lokale oder systemische Anwendung von Glukocorticoiden, topischen Immunsuppressiva oder UV Bestrahlung weniger als 48 h vor der Versuchsteilnahme
  • Ausschlusskriterien der gesunden Probandengruppe:
  • atopische Erkrankungen wie atopische Dermatitis, Asthma bronchiale oder Rhinitis allergica
  • Diagnose einer chronischen körperlichen Erkrankung
  • Lokale oder systemische Anwendung von Medikamenten, Glukocorticoiden, topischen Immunsuppressiva oder UV Bestrahlung weniger als 48 h vor der Versuchsteilnahme

Adressen und Kontakt

Diese Studie ist geschlossen. Finden Sie jetzt eine aktuelle Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Eigene Vorstudien haben gezeigt, dass Juckreiz (subjektives Juckreizerleben und Kratzverhalten) durch die Präsentation von audiovisuellem Stimulusmaterial sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis und Urtikaria) auslösbar ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass bei Neurodermitis-Patienten der Anstieg in der Anzahl der Kratzbewegungen über bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (geringe Verträglichkeit und hohe öffentliche Selbstaufmerksamkeit) vorhersagbar war. In den vorherigen Studien wurden die Versuchsteilnehmer bezüglich des wahren Versuchshintergrunds in Unwissen gehalten. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass Informationsvideos zu Funktionen der Haut hinsichtlich der Güte der Didaktik bewertet werden sollen. Im Aufklärungsgespräch wurde ihnen aber nicht mitgeteilt, dass bei ihnen Juckreiz ausgelöst werden sollte. Gerade bei Probanden mit Neurodermitis scheint diese Vorgehensweise aber ethisch nicht ganz unbedenklich. Auch das Phänomen, dass die Erwartung des Probanden seine Wahrnehmung und Reaktion beeinflusst, der sogenannte subject-expectancy-effect, wurde somit außen vor gelassen. Die Juckreiz induzierende Wirkung bestimmter Stimuli wird aber sehr wohl durch kognitive Prozesse seitens der Versuchspersonen moduliert. Insbesondere die Erwartungshaltung und Aufmerksamkeitsprozesse scheinen hier eine Rolle zu spielen. Das Wissen darüber, dass die Videos juckreizinduzierend wirken können, setzt möglicherweise andere Erwartungs- und Aufmerksamkeitsprozesse in Gang als die bloße Bewertung der Didaktik des Lehrmaterials. Deshalb soll in der geplanten Studie nun ein Drittel der Versuchspersonen im Aufklärungsgespräch die Information erhalten, dass die Videos bei vielen Probanden Juckreiz auslösen (informierte Gruppe), während ein weiteres Drittel der Probanden die Information erhält: „Mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit rufen diese Videos einen sehr intensiven Juckreiz hervor, der von vielen Personen als unangenehm empfunden wird“ (dramatisierende Instruktion). Eine letzte Gruppe erhält diese Informationen nicht (nicht informierte Gruppe). Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob sich der ausgelöste subjektive und objektive Juckreiz (subjektives Juckreizerleben und Kratzverhalten) bei den drei Gruppen (nicht informiert vs. informiert vs. dramatisierend) unterscheidet. Dies soll sowohl bei hautgesunden Kontrollen als auch bei Patienten mit Neurodermitis überprüft werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.