Beschreibung der Studie

Von auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen (AVWS) spricht man, wenn bei intakter Innenohrfunktion Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen in schwierigen Umgebungen auftreten, zum Beispiel beim Sprachverstehen im Störschall. Bei Kindern mit AVWS können bei normaler Intelligenz die Lernerfolge in der Schule so stark einschränkt sein, dass ein Regelschulbesuch nicht mehr möglich ist und der Besuch einer Schule für Lernhilfe, Internatsschule für Schwerhörige oder, bis zum 4. Schuljahr, Sprachheilschule notwendig ist - mit erheblich eingeschränkten Bildungschancen. Erfahrungsberichte zeigten, dass Hörsysteme, insbesondere mit FM-Funkübertragung, zu einer Verbesserung des schulischen Lernens und zu einer Nachreifung der zentralen Hörfunktionen führen. Bei solchen Systemen wird die Stimme der Lehrperson von einem Mikrofon aufgenommen und drahtlos zu einem kleinen Funkempfänger am Ohr des Kindes übertragen. Dadurch wird die akustische Situation für das Kind, insbesondere der Schallpegelunterschied zwischen der Stimme der Lehrperson und dem Umgebungsgeräusch, erheblich verbessert. Im Rahmen des beantragten Vorhabens soll geprüft werden, ob FM- Übertragungssysteme auch eine Verbesserung von Leistungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung bewirken.

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Studiendetails

Studienziel Outcomeparameter der Studie sind auditive Verarbeitungsleistungen sowie sog. kognitionsnahe auditive Wahrnehmungsleistungen, die für den Lernerfolg im Schulunterricht maßgeblich sind. Ein Kind, das Schreiben lernen soll, muss ähnliche Sprachlaute unterscheiden können, Laute in einem Wort heraushören und den zugehörigen Buchstaben nennen können und sich merken können, was gesagt wurde. Die Therapie einer AVWS kann nur dann als erfolgreich und nützlich bezeichnet werden, wenn sie diese „Schlüsselfunktionen“ verbessert hat. Das primäre Zielkriterium ist die Sprachlautunterscheidung (Heidelberger Lautanalyse- und Differenzierungstest H-LAD, Brunner et al. 1998): verbesserte T-Werte und/oder Prozentränge Die Zeitpunkte der Messung sind bei der Diagnose, 6-7 Monate danach (nur Arm 2), bei Versorgung mit FM-Systemen, 6-7 Monate nach Versorgung und 12 Monate nach Versorgung
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 58
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Periphere Normakusis (Luftleitungsschwelle ≤15dB, Schalleitungskomponente ≤ 10 dB) bds.
  • Regelrechtes Tympanogramm bds. (bis zum Unterdruck von ≤ 50 mm WS)
  • nachweisbare TEOAE; (möglichst) Stimulusstabilität ≥ 90% (80%), Reproduzierbarkeit ≥ 75% (60%), SN-Ratio ≥ 3dB in mindestens 3 Frequenzbändern
  • Normales Sprachaudiogramm (ohne Störschall); bei 65 dB bds. mindestens 95% Einsilberdiskrimination beim Freiburger Sprachverstehenstest, mindestens 90% beim Göttinger Kinder-Sprachverstehenstest
  • Visuelle Wahrnehmungsleistungen mit Standardwerten (SW) ≥ 85 (gemessen z.B. mit dem Motor Free Visual Perception Quotient, MVPR Vers. 3) oder nonverbaler IQ ≥ 85 (gemessen z. B. mit dem CMM 1-3 oder mit dem Handlungsteil des HAWIK Vers. IV)
  • Diagnose einer AVWS nach Konsensus der Fachgesellschaft DGPP (Gross et al. 2010), unter Beachtung der aktuellen Normwerte (z.B. Kiese-Himmel und Risse 2009)

Ausschlusskriterien

  • Hyperakusis, die das Tragen der Hörsysteme im Rahmen der Studie in Frage stellen könnte; der Nachweis hat durch normgerechte Kennlinien in allen Prüffrequenzen 500 Hz bis 4000 Hz in der Würzburger Hörfeldskalierung zu erfolgen
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung (Fragebogen DCL-HKS)
  • Einnahme psychotroper Medikamente (z.B. Methylphenidat)

Adressen und Kontakt

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Bei Kindern mit auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen (AVWS) können bei normaler Intelligenz die Lernerfolge in der Schule so stark einschränkt sein, dass ein Regelschulbesuch nicht mehr möglich ist und der Besuch einer Schule für Lernhilfe, Internatsschule für Schwerhörige oder, bis zum 4. Schuljahr, Sprachheilschule notwendig ist - mit erheblich eingeschränkten Bildungschancen. Erfahrungsberichte zeigten, dass Hörsysteme, insbesondere mit FM-Funkübertragung, zu einer Verbesserung des schulischen Lernens und zu einer Nachreifung der zentralen Hörfunktionen führen. Bei solchen Systemen wird die Stimme der Lehrperson drahtlos zu einem kleinen Funkempfänger am Ohr des Kindes übertragen. Dadurch wird die akustische Situation für das Kind, insbesondere der Signal-Rauschabstand, erheblich verbessert. Im Rahmen des beantragten Vorhabens soll geprüft werden, ob FM- Übertragungssysteme auch eine Verbesserung von Leistungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung bewirken. Speziell soll geprüft werden, ob mittels FM-Hörsysteme eine größere Verbesserung kognitionsnaher auditiver Wahrnehmungsleistungen erreicht werden kann als mit einer Übungstherapie. Hypothesen: H0: Die Behandlungsgruppen unterscheiden sich nach 6 Monaten und 12 Monaten nicht hinsichtlich aller getesteten Leistungen. H1: Die Behandlungsgruppen unterscheiden sich nach 6 Monaten oder 12 Monaten statistisch hinsichtlich zumindest einer der Leistungen unter α < 5 % um wenigstens eine Effektstärke.

Quelle

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