Beschreibung der Studie

Hintergrund: In der Rehabilitation nach einem Schlaganfall steht das Wiedererlangen oder die Verbesserung der Gehfähigkeit meist im Vordergrund. Um Bewegungsabläufe zu verbessern wird im Leistungssport heutzutage viel mit Hilfe von Bewegungsbeobachtung und –vorstellung, sowie Videoanalysen gearbeitet. Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch die reine Beobachtung von Bewegungen die gleichen Bereiche im Gehirn aktiviert werden, wie wenn man diese Bewegung selbst aktiv ausführt. Hierdurch lassen sich die motorischen Verbesserungen durch das Beobachten von Bewegungen erklären. Auch in der Rehabilitation nach Schlaganfall konnte man durch den Einsatz von Bewegungsbeobachtung anhand von Videos positive Effekte nachweisen. Eine Untersuchung in der subakuten Phase nach Schlaganfall, d.h. in einer stationären Einrichtung und deren Effekte auf die Rehabilitation der Gehfähigkeit sind noch wenig dokumentiert und von wissenschaftlichem Interesse. Ziel der Studie: Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, ob Bewegungsbeobachtungen anhand von Videosequenzen (kurzen Videos von ca. 6 Minuten) die Verbesserung der Gehfähigkeit messbar beeinflussen können und somit eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit in der Rehabilitation nach Schlaganfall bieten. Studienaufbau und -ablauf: Um die Effekte der Bewegungsbeobachtung anhand von Videosequenzen auf die Rehabilitation der Gehfähigkeit beurteilen zu können, werden zwei Behandlungsgruppen gebildet. Die Patienten werden nach dem Zufallsprinzip einer Behandlungsgruppe zugeteilt. Die Studie ist „doppelblind“ angelegt, d.h. weder der/ die PrüferIn noch die PatientInnen wissen, welcher Gruppe sie angehören. Die Patienten beider Gruppen erhalten zwei Wochen lang 4x wöchentlich 30 Minuten Physiotherapie, die sich vorrangig mit der unteren Extremität (Becken und Beinen) und der Gehfähigkeit befasst. Vor und nach jeder Therapieeinheit bekommen sie ein Video zusehen.

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Studiendetails

Studienziel Gehfähigkeit mittels Functional Amulation Categories (FAC). Gemessen wird vor Beginn und nach 2 Wochen Interventionszeitraum.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • erster Schlaganfall, subakute Phase (>= 2 Wochen nach dem Ereignis; <=3 Monate
  • nach Schlaganfall)
  • der Patient konnte vor dem Infarkt frei Gehen (gehfähig auch im Außenbereich mind. 1km)
  • Functional Ambulation Categories (FAC) von 1 oder 2
  • der Patient hat Sitzgleichgewicht
  • es gibt keine Einschränkungen für die Gewichtsübernahme auf die Beine im Stand oder
  • Gang (keine Frakturen o.ä.)

Ausschlusskriterien

  • starker Neglekt (Catherine Bergego Scale (CBS) ˃ 10)
  • Pusher-Syndrom (Scale for Contraversive Pushing (SCP) >=2.5)
  • Einschränkungen in der Gewichtsübernahme auf die unteren Extremitäten
  • Frakturen o. ä.)
  • der Patient war schon vor dem Infarkt im Gehen eingeschränkt (benötigte Hilfsmittel
  • oder konnte weniger als 1km gehen)
  • starke visuelle Einschränkungen (der Patient muss die Videos sehen können)
  • schwere Aphasie (der Patient muss in der Lage sein, die Instruktionen zu verstehen),
  • Aachener Aphasie Test - Sprachverständnis mittel bis schwer beeinträchtigt)
  • zusätzliche andere neurologische Erkrankungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Schlaganfall-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Motor Imagery und Bewegungsbeobachtung aktivieren die gleichen Hirnareale wie die aktiv ausgeführte Bewegung und bieten somit ein weiteres Tool für die Rehabilitation. Einige Studien weisen positive Effekte von Action Observation (Bewegungsbeobachtung) auf die motorische Rehabilitation der oberen Extremität nach Schlaganfall nach. Es gibt Hinweise, dass das Gehirn nur auf sehr spezifische Reize reagiert. Es konnte nachgewiesen werden, dass bei der Beobachtung von menschlichem Gehen bestimmte Areale aktiviert werden, nicht jedoch bei Videos von einem laufenden Roboter. In Bezug auf die Rehabilitation der unteren Extremität gibt es auf diesem Gebiet noch wenige Untersuchungen. Eine Studie mit chronischen Schlaganfallpatienten konnte eine Verbesserung verschiedener Gangparameter nach einem Training mit videobasierter Gangvorstellung (Locomotor imagery training) nachweisen. Die Wiedererlangung der Gehfähigkeit ist ein primäres Ziel der meisten Schlaganfall-Patienten. Die Ergänzung der Gangrehabilitation nach Schlaganfall mittels Videos wäre in Rehabilitationskliniken eine praktikable und mit geringen Kosten verbundene Erweiterung des Therapieangebotes.

Quelle

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