Beschreibung der Studie

Essstörungen (z.B. Anorexia und Bulimia nervosa) nehmen unter den kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen eine besondere Stellung ein, da sie sehr schwer zu behandeln sind und häufig mit schwerwiegenden körperlichen Schäden bis hin zur Todesfolge (16%) einhergehen (Herpertz-Dahlmann 2005, Zipfel et al. 2000). Die körperliche Unzufriedenheit und der Wunsch nach Gewichtsabnahme bei Mädchen in der Pubertät hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht und ist ein wesentlicher Prädiktor für die Entwicklung essgestörter Verhaltensweisen (z.B. restriktives Essverhalten, Erbrechen) (Hölling & Schlack 2007). Demzufolge ist im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte auch eine deutliche Zunahme und ein früherer Krankheitsbeginn bei Essstörungen zu verzeichnen. Somit besteht dringender Handlungsbedarf, insbesondere im Bereich der Prävention, um diesem Verlauf entgegenzuwirken. Die Bundesregierung hat mit dem Aufruf „Leben hat Gewicht“ (Pressemitteilung vom 13.12.2007) zu Präventionsmaßnahmen ein wesentliches Zeichen in diese Richtung gesetzt. Unter Berücksichtigung der derzeitigen Forschungslage ist es sinnvoll innovative Präventionsprogramme und -projekte zu entwickeln, um einem weiteren Anstieg subklinischer und klinischer Essstörungen vorzubeugen. Das Ziel des vorliegenden Projektes ist es ein primäres Präventionsprogramm nach dem „life-skill-Ansatz“ und erlebnisorientierten Methoden zu entwickeln, die Wirksamkeit des Programms zu evaluieren und die Nachhaltigkeit des Präventionsprojektes in Rheinland-Pfalz zu sichern. Für die Entwicklung des Präventionsmanuals wurden bisherige deutsch- und englischsprachige Programme analysiert und durch noch fehlende Programminhalte ergänzt. Hierzu gehört auch der Einsatz erlebnisorientierter Methoden, diese sollen zu einer besseren Verankerung der kognitiven Inhalte beitragen. Die Evaluation des Programms erfolgt an ca. 1.800 Schülerinnen und Schülern der 7.-8. Klassen in drei Untersuchungsgruppen Untersuchungsgruppe 1 (das Programm wurde von Psychologinnen/Psychologen durchgeführt), Untersuchungsgruppe 2 (das Programm wurde von geschulten Lehrkräften durchgeführt) und TAU-Gruppe (hier wurden regulär stattfindende Programme zur Suchtprävention durchgeführt und nach der 12-Monatskatamnese wurden die Lehrkräfte für die Durchführung geschult und das Programm durchgeführt)). Die Nachhaltigkeit des Präventionsprojektes soll durch die Erstellung eines Anwendermanuals für Lehrerinnen und Lehrer sowie der Etablierung regelmäßiger Schulungstermine gesichert werden.

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Studiendetails

Studienziel Essstörungskriterien gemessen mit dem SIAB-S (Strukturiertes Interview für Anorexia und Bulimia nervosa - Selbstbeurteilung) Messzeitpunkte: Baseline - 3-Monatskatamnese - 12-Monatskatamnese
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1800
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle MSAGD (Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schülerinnen und Schüler mit unterschriebener Einwilligungserklärung

Ausschlusskriterien

  • bestehende mainfeste Essstörung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Essstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Zielstellung Das Ziel des vorliegenden Projektes ist es ein primäres Präventionsprogramm nach dem „life-skill-Ansatz“ und erlebnisorientierten Methoden zu entwickeln und die Wirksamkeit bzw. Effktivität des Programms zu evaluieren. Zielgruppe Das Projekt richtet sich an ca. 1.800 Schülerinnen und Schüler der 7.- 8. Klassenstufe (Gymnasium, Gesamtschule und Realschule plus - alle Schulformen in Rheinland-Pfalz -). Das Projekt ist speziell in dieser Altersgruppe sinnvoll, da in den folgenden Altersjahren das Risiko für Neuerkrankungen (Inzidenz) am höchsten ist. Methodik Die Entwicklung der Programminhalte/-durchführung erfolgte durch eine systematische Analyse von 63 wissenschaftlichen Artikeln über Essstörungsprävention im Kindes- und Jugendalter und unter Berücksichtigung von 105 Präventionsmanualen zum Thema Essstörungs-, Sucht und Stressprävention sowie Studien über Risikofaktoren von Essstörungen. Die Wirksamkeit des Programms wird durch eine 3- und 12-Monatskatamnese an ca. 1.800 Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen landesweit in 3 Untersuchungsgruppen überprüft. Insgesamt 9 Schulen wurden randomisiert und in die folgenden Untersuchungsgruppen aufgeteilt: Untersuchungsgruppe 1 (das Programm wurde von Psychologinnen/Psychologen durchgeführt), Untersuchungsgruppe 2 (das Programm wurde von geschulten Lehrkräften durchgeführt) und TAU-Gruppe (hier wurden regulär stattfindende Programme zur Suchtprävention durchgeführt und nach der 12-Monatskatamnese wurden die Lehrkräfte für die Durchführung geschult und das Programm durchgeführt). Zur Absicherung gegenüber Eingabefehlern wird die Dateneingabe durch einen Double-Check gesichert. Die Auswertung des zentralen Zielparameters erfolgt über Chi-Quadrat Tests und die der sekundären Zielparameter über Varianzanalysen (ANOVA’s) mit Berechnung der Effektstärken und Interaktion. Evaluation Die Zusammenstellung der Evaluationsinstrumente zur Untersuchung der Wirksamkeit des Programms unterlag 2 Grundvoraussetzungen. Zum einen sollte sichergestellt werden, dass alle eingesetzten testpsychologischen Verfahren den Gütestandards der psychologischen Testtheorie entsprachen sowie für die Altersgruppe gut geeignet waren. Zum Anderen sollten nicht nur essgestörte Verhaltensweisen erhoben werden, sondern auch der Einfluss von Mediatoren, die der Konzeption der einzelnen Trainingseinheiten zu Grunde liegen, in ihrem Einfluss auf die Zielparameter gesondert evaluierbar sein. Hierdurch soll eine gezielte Evaluation der einzelnen Trainingseinheiten in Bezug auf ihre Wirkung auf die Zielparameter ermöglicht werden. Zu den jeweiligen Inhalten der Trainingseinheit wurden Messinstrumente ausgewählt, die den Inhalt der Sitzung gut abbilden und Veränderungen möglichst sensibel anzeigen. Weiterhin wurde ein Feedbackfragebogen entwickelt, um zu zeigen, wie MaiStep von den Schülerinnen und Schülern angenommen wurde und welche Trainingseinheiten ihnen besonders gefallen haben.

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