Beschreibung der Studie

Die Studie wird bei 110 erwachsenen Patienten unmittelbar nach einer Operation am offenen Herzen durchgeführt. Bei den Patienten wird innerhalb der ersten vier Stunden nach der Herzoperation, während sie auf der Intensivtherapiestation sind und noch künstlich beatmet werden, eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens und der angrenzenden Organe sowohl in Rückenlage als auch in Linksseitenlage vorgenommen. Die Untersuchung wird mit einer Ultraschallsonde ausgeführt, die an bestimmten herznahen Stellen auf der Brustwand aufgesetzt wird (transthorakale Echokardiografie). Die Untersuchung folgt einem genau festgeschriebenen Protokoll und zielt darauf ab, die entscheidenden funktionellen Messgrößen des Herz-Kreislaufsystems zu messen und Blutungskomplikationen, wie sie nach einer Herzoperation auftreten können, rechtzeitig zu erkennen. Durch die Untersuchung wird festgestellt: (1) bei welchem Prozentsatz gerade operierter herzchirurgischer Patienten der Funktionszustand des Herz-Kreislaufsystems durch eine transthorakale Echokardiografie vollständig aufgeklärt werden kann und (2) von welcher Position der Ultraschallsonde auf der Brustoberfläche und in welcher Körperlage des Patienten sich die transthorakale echokardiografische Untersuchung am zweckmäßigsten ausführen lässt. Bisher wird nach Herzoperationen zur Ultraschall-Untersuchung des Herz-Kreislaufsystems meistens eine schlauchartige Ultraschallsonde durch Mund, Rachen, Speiseröhre und Magen bis unmittelbar hinter das Herz vorgeschoben (transösophageale Echokardiografie). Von dieser Sondenposition aus können hoch aufgelöste und gut zu interpretierende Ultraschallbilder des Herzens bei fast allen Patienten registriert werden. Allerdings ist das Verfahren potentiell gefährlich, da es zum einen zu Verletzungen im Bereich des oberen Verdauungstraktes kommen kann und da zum anderen in der Regel die Gabe von Narkosemitteln erforderlich ist, damit der Patient das Vorschieben der schlauchartigen Sonde, deren Kopf einen Durchmesser von ca. 15 mm hat, tolerieren kann. Im Gegensatz dazu ist die transthorakale Echokardiografie völlig frei von Nebenwirkungen. Zudem kann sie, was in kritischen Situationen ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, schneller durchgeführt werden. Allerdings herrscht momentan unter Experten die Meinung vor, dass nach einer Herzoperation die Bildgebung durch transthorakale Echokardiografie aufgrund von künstlicher Beatmung, von Luftansammlungen, die sich als Operationsfolge um das Herz herum und in den Rippenfellräumen ausgebildet haben und auch von einliegenden Röhrchen zur Ableitung von Wundsekreten, so sehr behindert ist, dass die Anwendung der Methode nach Herzoperationen aus technischen Gründen in vielen Fällen nicht möglich ist. Diese Studie wird unternommen, um die Hypothese zu testen, dass bei beatmeten herzchirurgischen Patienten eine transthorakale Echokardiografie zur Untersuchung der Funktion des Herz-Kreislaufsystems und zum Ausschluss von Blutungskomplikationen von hohem klinischen Nutzen ist und die transösophageale Echokardiografie als Verfahren der ersten Wahl ablösen sollte.

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Studiendetails

Studienziel Effektivität der transthorakalen Echokardiografie zur Beschreibung des funktionellen Zustandes des Herz-Kreislaufsystems früh nach einer Herzoperation
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 110
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und SchmerztherapieUniversitätsklinikum Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • vorausgegangene Herzoperation, kontrollierte Beatmung

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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HINTERGRUND: Nach herzchirurgischen Eingriffen kommt es bei bis zu 20% der Patienten zum Auftreten einer hämodynamischen Instabilität, die durch ein niedriges Herzzeitvolumen charakterisiert ist (low cardiac output syndrome, LCOC). Das postoperative LCOS beeinflusst die mit herzchirurgischen Eingriffen verbundene Morbidität und Mortalität in erheblichem Maße. Die frühzeitige Diagnose eines LCOS ist deshalb von entscheidender prognostischer Bedeutung. Zur Abklärung eines LCOS nach herzchirurgischen Eingriffen wird bisher in der Regel die transösophageale Echokardiografie (TEE) eingesetzt. Mit der transthorakalen Echokardiografie (TTE) steht eine Untersuchungsmethode mit vergleichbarer Aussagekraft zur Verfügung. Dabei ist eine TTE-Untersuchung weniger invasiv, schneller, billiger und einfacher in der Anwendung. Bisher wurde allerdings davon ausgegangen, dass die Erfolgsrate einer TTE-Untersuchung nach herzchirurgischen Eingriffe zu gering ist, da die Bildgebung durch pleurale und mediastinale Luftansammlungen, einliegende Thoraxdrainagen, Wundverbände, Beatmung mit positivem endexspiratorischem Druck und eingeschränkter Lagerungsfähigkeit des Patienten schwer behindert ist. Mit dieser Studie soll die Frage geklärt werden, ob während der ersten Stunden nach Herzoperationen TTE-Untersuchungen effektiv zur Quantifizierung der kardialen Funktion und zur Diagnose postoperativer Blutungskomplikationen eingesetzt werden kann. METHODEN: Die Studie wird an einer konsekutiven Serie von 110 herzchirurgischen Patienten ausgeführt. Bei den Patienten werden innerhalb von 4 Stunden nach der Operation TTE-Untersuchungen durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sind die Patienten noch maschinell beatmet. Die Untersuchungen werden sowohl in Rücken- als auch in Linksseitenlage vorgenommen. Zugang zum Herzen wird über das parasternale, das apikale und das subkostale Schallfenster gesucht. Die TTE-Untersuchungen erfolgen auf Basis eines detaillierten Registrierungsprotokolls, dass darauf abzielt, den hämodynamischen Status quantitativ zu beschreiben und typische postoperative Blutungskomplikationen zu erkennen.

Quelle

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