Beschreibung der Studie

Der Zweck dieser Studie ist, Lernvorgänge im Gehirn mittels Nervenmessungen darzustellen. Des Weiteren soll der Einfluss des Botenstoffs Noradrenalin auf das motorische Lernen überprüft werden. Dies erfolgt unter Einsatz eines gut untersuchten, gut verträglichen und langjährig sicher eingesetzten Medikamentes, das bei der Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms bei Kindern eingesetzt wird (Atomoxetin). Durch ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen von Lern- und Reorganisationsvorgängen sowie dem Verständnis über eine gezielte Veränderung dieser Prozesse sollen zukünftig optimierte Behandlungsstrategien für Probanden mit neurologischen Ausfällen nach Schlaganfällen und/oder Schädel-Hirn-Verletzungen abgeleitet werden können. Diese Studie wird nur im BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum durchgeführt, und es werden insgesamt ungefähr 50 Personen daran teilnehmen. Zunächst wird bei allen Probanden eine Bestimmung der Händigkeit mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt. Hiermit soll die von Ihnen angegebene Händigkeit auch in einem Test objektiviert werden. Danach erfolgen Ausgangsmessungen, wobei mit Hilfe elektrophysiologischer Parameter die Funktion eines Hirnareals, welches einen Handmuskel steuert, erfasst wird. Diese Messungen werden mit Hilfe einer Magnetspule durchgeführt. Eine Gruppe der Probanden erhält einmalig eine Kapsel des Medikamentes Atomoxetin in einer üblichen Dosierung (60 mg), die andere Gruppe eine Kapsel ohne Wirkstoff. Die Zuteilung der Gruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Zum Zeitpunkt der Durchführung wissen die Probanden nicht, ob sie die Kapsel mit oder ohne den Wirkstoff erhalten haben. 1 und 2 Stunden nach Einnahme des Medikamentes erfolgt eine Blutabnahme zur Bestimmung des Wirkspiegels, im Anschluss daran eine Zweitmessung der oben genannten Parameter. Nach den Blutentnahmen erfolgen die motorische Übung und die repetitive (sich wiederholende) Magnetstimulation über dem o. g. Hirnareal des Handmuskels. Hierbei sitzen die Probanden vor einem Bildschirm, auf denen ein 7-stelliger Code aus den Ziffern „1, 2, 3, 4, 1, 2, 3“ in willkürlicher Reihenfolge in der Mitte des Monitors präsentiert wird. Die Probanden müssen die vier nummerierten Antworttasten so genau und so schnell wie möglich in den nächsten 40 Sekunden mit der linken Hand drücken (= 1 Aufgabenblock). Jede Taste ist mit einer dem Finger entsprechenden Nummer versehen: Nr. 1 = Zeigefinger, Nr. 2 = Mittelfinger, Nr. 3 = Ringfinger, Nr. 4 = kleiner Finger. In den ersten 2 Sekunden werden über dem motorischen Hirnareal 20 Magnetimpulse abgegeben. Eine Hälfte der Probanden erhält eine echte Magnetstimulation, die andere Hälfte nur eine Schein-Stimulation. Die gesamte motorische Übung besteht aus sich 8-mal wiederholenden Blöcken (ca. 10 Minuten). Dabei wird immer dieselbe Ziffern-Reihenfolge präsentiert. Zwischen den 8 Blöcken ist eine Pause von 28 Sekunden. Vor dem Start der Übung dürfen die Probanden 2 Übungsblöcke durchführen, um sich an das Equipment und das Experiment zu gewöhnen. Nach der ca. 10-minütigen Übung erfolgt eine erneute (3.) Messung der Ausgangsparameter. Die Studie dauert insgesamt ca. 3 Stunden.

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Studiendetails

Studienziel Ausgelöst durch transkranielle Magnetstimulation und abgeleitet mittels Oberflächen-EMG über dem M. interosseus dorsalis manus I an der linken Hand (peak-to-peak-Amplituden in mV): Ruhemotorschwelle, short-intracortical-inhibition, intracortical facilitation, stimulus response curve Gemessen anhand der Rohdaten der Fingertappingübung: target score (absolute Anzahl der richtigen Tastendrücke), execution time (Zeit, die vergeht zwischen zwei korrekt getappten Ziffern in Millisekunden)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Forschungsförderung der Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gesund,
  • Rechtshänder,
  • Alter 18 - 45 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Linkshänder; wesentliche Grunderkrankungen, insbesondere neurologische und psychiatrische Erkrankungen; Vormedikation, die auf das ZNS einwirkt; Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen;
  • Feinmotoriker z. B. Pianisten, Klavierspieler, Gitarristen, Schreibmaschinenkurs o. ä.; Fieberkrämpfe als Kind, Tragen von Metallteilen im oder am Körper (z. B. Herzschrittmacher, Medikamentenpumpen, Metallteile im Kopfbereich nach Kopfoperationen), Schwangerschaft, Stillzeit

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Ziel dieser Studie ist es, die Wirkung von repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) und die Rolle des noradrenergen Transmittersystems auf das motorische Lernen bei Gesunden zu untersuchen. Als psychophysischer Verlaufsparameter soll eine Fingertappingaufgabe dienen, als Messparameter der kortikospinalen und intrakortikalen Exzitabilität verschiedene motorisch evozierte Potenziale (single-pulse- und paired-pulse TMS). Fragestellungen: Welchen Einfluss hat die hochfrequente repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) auf das Erlernen einer Fingertappingübung bei Gesunden? - Welchen Einfluss hat eine noradrenerge Modulation auf das Erlernen einer Fingertappingübung bei Gesunden? - Welchen Einfluss haben beide Maßnahmen auf die kortikospinalen und kortikalen Exzitabilitätsparameter? - Wie korrelieren die Parameter der Psychophysik mit den Parametern der kortikalen Exzitabilität?

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