Beschreibung der Studie

In dieser Studie untersuchten wir, ob a) die Intensität postoperativer Schmerzen und der Bedarf an zusätzlichen Schmerzmitteln nach intraoperativer Gabe von hochdosiertem Remifentanil erhöht sind, und ob b) die präoperative Gabe des NMDA-Antagonisten Amantadin das postoperative Schmerzverhalten günstig beeinflussen kann.

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Studiendetails

Studienziel Postoperative Schmerzintensität gemessen mit der Numerical Rating Scale (NRS) in der 0./1./2./3./4./6. Stunde mit PCIA
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Campus Charite Mitte und Virchow Klinikum, Charite - Universitätsmedizin Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter mindestens 18 Jahre; 2) ASA I-II; 3) chirurgische Eingriffe des Dickdarms und Rektums sowie radikale Protatektomien (RPX) mit einer voraussichtlichen Anästhesiedauer von mindestens 90 Minuten, die mit einer Eröffnung der Bauchhöhle (Laparotomie) einhergehen

Ausschlusskriterien

  • Patienten, die nur laparoskopisch operiert werden; Patienten, die postoperativ auf der Intensivstation mit einem Respirator beatmet werden müssen; Patienten mit einer Bluttransfusion von ≥ 2 Erythrozytenkonzentraten; Patienten mit einer schweren Infektion, SIRS oder Sepsis; Adipositas (Body Mass Index: >30 ( Körpergewicht [kg] / Körperlänge [m]² ); Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom; Schwangerschaft; Polyneuropathie; Patienten mit regelmäßiger Analgetikaeinnahme ( >6 Wochen/ chron. Schmerz) oder einer Opioideinnahme in den letzten 6 Stunden vor Beginn der Operation; Patienten mit regelmäßiger Einnahme von Psychopharmaka/Neuroleptika; Patienten mit einer Kontraindikation für die Einnahme von Amantadin (Herzrhythmusstörungen; Niereninsuffizienz; Krampfleiden; Delir; psychiatrische Erkrankungen); Patienten, die nicht einwilligungsbereit oder einwilligungsfähig sind; Patienten mit bekanntem oder vermutetem Alkohol-, Drogen- oder Hypnotikaabusus; Jedweder Zustand, der den Patienten ungeeignet für eine Studienteilnahme erscheinen läßt

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Zielsetzung: Bisher publizierte klinische Studien zeigten eine erhöhte Schmerz-intensität sowie einen erhöhten Morphinverbrauch nach intraoperativer Applikation von hochdosiertem Remifentanil. In dieser doppelblinden Studie untersuchten wir, ob a) die Intensität postoperativer Schmerzen und der Bedarf an zusätzlichen Analgetika nach intraoperativer Gabe von hochdosiertem Remifentanil erhöht sind, und ob b) die präoperative Gabe des NMDA-Antagonisten Amantadin das postoperative Schmerzverhalten günstig beeinflussen kann. Methodik: 48 Patienten (ASA I-II), welche sich einem elektiven intraabdominellen Eingriff unterziehen mussten, wurden randomisiert den drei Anästhesie-Regimens zugeordnet: Gruppe RL erhielt eine konstante Infusion von 0,1µg/kg/min Remifentanil und eine bedarfsangepasste Sevofluran-Konzentration; Gruppe RH erhielt eine konstante Sevofluran-Konzentration von 0,5 MAC endtidal und eine bedarfsangepasste Remifentanil-Infusion von >0,1µg/kg/min; Gruppe RHA erhielt das gleiche intraoperative Anästhesieverfahren wie Gruppe RH; präoperativ wurden jedoch 200mg Amantadin intravenös verabreicht. Die Schmerzintensität post extubationem wurde mittels Behavioral Pain Score, Verbal Rating Scale und Numerical Rating Scale erfasst. Zusätzlich wurde der Zeitpunkt und die Menge des supplementierten patienten-kontrollierten Morphinbedarfs dokumentiert. Ergebnis: Die durchschnittliche Remifentanil-Dosis betrug in Gruppe RH (n = 17) 0,20 ± 0,01µg/kg/min und in Gruppe RHA (n = 16) 0,22 ± 0,01µg/kg/min und war somit signifikant höher als in Gruppe RL (n = 15) 0,08 ± 0,00µg/kg/min (p<0,05, RM-ANOVA). Die Analyse der Schmerzscores ergab einen signifikanten Abfall innerhalb jeder Gruppe über den gesamten Beobachtungszeitraum (p<0,05, ANOVA), jedoch gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den drei Gruppen. Die Anforderung des ersten Morphin-Bolus im Aufwachraum sowie der kumulative Morphin-Verbrauch waren nicht signifikant unterschiedlich. Schlussfolgerung: Eine zweifach höhere intraoperative Remifentanil-Konzentration führte weder zu einer erhöhten Schmerzintensität noch zu einem erhöhten Morphinverbrauch. Dies steht in Kontrast zu früheren Studien, bestätigt jedoch andere Studien, die nach Remifentanil keinen Einfluß auf die postoperative Schmerzintensität festgestellt hatten. Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass das negative Ergebnis möglicherweise auch durch eine nicht ausreichende Fallzahl, bedingt durch eine hohe Dropout-Rate, erklärt werden könnte. Präoperatives Amantadin brachte keinen zusätzlichen Benefit.

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